Können Nasentropfen süchtig und abhängig machen?

vom 14.07.2014, 21:23 Uhr

Ich mache mir ein wenig Sorgen um eine Bekannte, die ständig Nasentropfen dabei hat. Sie meint zwar, dass es für ihre Allergie ist und wieder Pollen fliegen, aber wenn man sie sieht, hat sie Nasentropfen in der Hand und braucht sie auch. Nun habe ich gehört, dass man von Nasentropfen auch süchtig werden kann. Ich habe sie, da ich auch sehr direkt bin, auch darauf angesprochen und sie meint, dass das nicht stimmt.

Können Nasentropfen abhängig und süchtig machen? Wenn ja, sind es alle gängigen Nasentropfen? Ich weiß nicht, welche Nasentropfen sie nimmt. Ich weiß nur, dass sie es wegen der Pollen ständig nimmt. Denn sie ist gegen einige dieser Pollen allergisch.

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» Sherlock-Holmes » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ja, Nasentropfen können abhängig machen, wenn bestimmte Stoffe drin enthalten sind. Wenn man auf Nummer sicher gehen will sollte man Nasensprays für Kinder nehmen, da da diese Stoffe nicht enthalten sind. Auch sollte man ein Nasenspray nicht länger als 2 Wochen verwenden, wobei das schon viel ist. Sollte sie also unter Allergiesymptomen leiden würde ich eine Desensibilisierung empfehlen oder man nimmt die Tabletten, wobei man da meistens mit Müdigkeit zu kämpfen hat.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Nasenspray auf Basis von Xylometazolin macht abhängig, aber nicht wegen des Stoffes an sich, sondern wegen der Veränderung der Nasenschleimhaut. Durch die Verwendung entsprechender Nasensprays schwillt die Nasenschleimhaut ab und die Luftzufuhr funktioniert wesentlich besser. Lässt jedoch die Wirkung nach, schwillt die Schleimhaut wieder an und es wird neuerlich Nasenspray benötigt.

Für einen Zeitraum von einer Woche kann man das Mittel bedenkenlos nehmen, denn die Nasenschleimhaut aklimatisiert sich nach dem absetzen von selbst wieder. Darüber hinaus kann es aber an einen Gewöhnungseffekt kommen, da die Schleimhaut immer stärker anschwillt und ohne Nasenspray bald keine normale Nasenatmung mehr möglich ist.

» Jess0708 » Beiträge: 715 » Talkpoints: 47,47 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Alle Nasentropfen können nicht abhängig machen, aber es gibt schon einige, bei denen das passieren kann. Die Nasentropfen, die einen abschwellenden Wirkstoff, wie Xylometazolin oder Oxymetazolin enthalten, sollte man nur höchstens eine Woche anwenden, weil diese eben abhängig machen können. Es ist dann ein Teufelskreis, weil durch den Dauergebrauch die Schleimhäute anschwellen und die betroffene Person meint, dass die Nasentropfen weiter benötigt werden. So werden sie weiter angewendet und die Schleimhäute werden geschädigt.

Es gibt aber auch andere Nasentropfen oder hauptsächlich Sprays, die keinen solchen Effekt haben. Wenn deine Bekannte eine Allergie hat, dann nutzt sie vielleicht spezielle Nasensprays gegen die Allergie. Diese kann und soll man auch über eine längere Zeit anwenden. Außerdem gibt es auch Nasentropfen, die nur eine Kochsalzlösung oder den Wirkstoff Dexpanthenol enthalten. Diese wirken dann einfach pflegend. Auch diese Nasentropfen kann man natürlich problemlos über eine längere Zeit anwenden, ohne eine Abhängigkeit befürchten zu müssen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Was vielleicht etwas unterschätzt wird, ist die psychische Abhängigkeit - zu betrachten ist nicht nur die physische Abhängigkeit nach bestimmten Wirkstoffen. So, wie bei manchen vielleicht die "Sucht" nach Kaffee ausgeprägt ist und die Menschen real ein Unwohlsein verspüren, wenn sie eben nicht ihre gewohnte Kaffee-Dosis bekommen. So kann es auch passieren, dass der Griff zum Nasenspray (auch wenn dies dann bloß eine Kochsalzlösung ist) so sehr dazu gehört, dass ohne dieses Ritual körperliche Beschwerden aufkommen oder die Person über solche klagt.

» derpunkt » Beiträge: 9898 » Talkpoints: 88,55 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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