Kann der Extrakt der Kapland Pelargonie HIV besiegen?

vom 06.07.2014, 14:24 Uhr

Ein erfreuliches Ergebnis gab es am Helmholtzzentrum in München. Wissenschaftler fanden heraus, dass Extrakte der Kapland Pelargonie das HIV-Virus, Typ 1, inaktivieren kann und somit die Vermehrung in menschlichen Zellen verhindert wird. Die Substanzen der Pflanze verhindert das Andocken von Viren an die Wirtszelle. Das Eindringen wird so verhindert.

Die Phytomedizin wird als wertvolle Ergänzung zu den bisherigen Anti-HIV Therapien betrachtet. Es gibt bereits andere zugelassene Medikamente aus dieser Pflanze, die als sicher und verträglich zugelassen wurden. Es fehlen noch klinische Studien, die die Wirksamkeit dieser Pflanzenextrakte belegen. Quelle.

Grundsätzlich finde ich das Ergebnis gut. Es ist nur schade, dass es durch weitere Studien – die leider sein müssen – so lange dauert, bis der Extrakt den Menschen helfen wird. In diesem Zusammenhang fand ich in einer älteren Apothekenumschau, 1.5.14, folgenden Vermerk, den ich leider nicht verlinken kann;

„Eine derartige Phytomedizin könnte eines Tages etablierte Anti-HIV-Therapien ergänzen und Infizierten aus Ländern mit niedrigem Durchschnittseinkommen eine kostengünstige Behandlungsalternative bieten"

Diese kostengünstige Behandlungsalternative sollte man doch nicht nur für Länder anbieten, in denen das Durchschnittseinkommen niedrig ist, sondern für alle Länder. Vor allem kann man diesen Ländern schon vorab die teurere Medizin gegen HIV überlassen. Wird das allgemein so gehandhabt, weiß das jemand? Denn wenn eine Medizin vorhanden ist, sollte auch die Möglichkeit bestehen, alle Menschen daran teilhaben zu lassen, nicht nur die, welches sie bezahlen können. Dafür gibt es doch auch die WHO oder drängen sich mir da falsche Informationen auf?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Cid hat geschrieben: Vor allem kann man diesen Ländern schon vorab die teurere Medizin gegen HIV überlassen. Wird das allgemein so gehandhabt, weiß das jemand?

HIV- und AIDS-Medikamente sind extrem teuer. Sie kosten pro Patient und Jahr um die 10.000 Euro. Das liegt vor allem an den teuren Patentrechten. Ein Medikament darf in einer gewissen Zeitspanne nicht kopiert werden, damit der Hersteller nicht auf den hohen Forschungskosten sitzenbleibt.

Auf internationalen Druck, vor allem von der WHO, hin haben die Pharmakonzerne die Medikamente für Patienten in Afrika billiger gemacht. Und vor allem haben neue Regeln es erlaubt, dass Medikamente kopiert werden dürfen. So wurden die Kosten drastisch auf einige Hundert bis 1000 Euro gesenkt.

Auch wurde begonnen, die Medikamente in Afrika selbst herzustellen. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es eine Fabrik, in der die Arbeiter zum Großteil selber HIV-positiv sind, die die Kosten auf ungefähr 150 Euro pro Jahr und Patient senken konnten. Das ist aber für viele Afrikaner immer noch zu teuer.

Cid hat geschrieben: Diese kostengünstige Behandlungsalternative sollte man doch nicht nur für Länder anbieten, in denen das Durchschnittseinkommen niedrig ist, sondern für alle Länder.

Ich denke, in dem Zitat geht es vor allem darum, dass die einkommensschwachen Länder diese billige Alternative wirklich brauchen. Wenn auch die einkommensstarken Länder nur noch billige Medikamente oder die Kopien von teuren Medikamenten benutzen, können es sich Pharmakonzerne gar nicht mehr leisten, für neue Medikamente zu forschen. Das sollte man auch bedenken.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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