'Ärzte ohne Grenzen' sind machtlos gegen diese Epidemie

vom 29.06.2014, 21:25 Uhr

Ärzte ohne Grenzen wissen nicht mehr weiter. Das Ebola-Virus ist außer Kontrolle. Nicht nur in Westafrika, sondern auch andere Staaten sind bedroht. Die Epidemie ist nicht aufzuhalten. Neun von zehn Infizierten sterben an diesem Virus. Die Organisation schickt keine Mitarbeiter mehr zu neuen Ausbruchsherden. Der Ausbruch dieser Krankheit ist der schwerste seit 1976. Die Zahl der Toten steigt rasant an. Quelle.

Gegen Ebola gibt es keine Therapie und keine Impfung. In der Vergangenheit war das Virus ausnahmslos in Zentralafrika anzutreffen. Nun hat sich die Epidemie seit Anfang des Jahres in Westafrika beispielslos ausgebreitet. Die Bevölkerung steht den Gesundheitseinrichtungen argwöhnisch gegenüber. Autoritäten weigern sich, die Krankheit in ihrer ganzen Schwere anzuerkennen. Sie haben zu wenig Wissen über Ebola und ihre Gefährlichkeit. Die Ansteckung bei Ebola passiert über Körperflüssigkeiten wie Blut und andere. Da frage ich mich, wie es zu einer so großen Ausbreitung kommen kann in der kurzen Zeit, dass selbst Ärzte nicht weiter wissen? In diesem Thread wurde schon Anfang des Jahres berichtet.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Wie das Virus verbreitet wird, wird doch im Artikel gut erklärt. Es reicht schon minimaler Kontakt zu einem Erkrankten. Zusammen mit der Angst, Erkrankungen zu melden, kann ich mir gut vorstellen, dass so ein aggressives Virus schnell um sich greift.

Meiner Meinung nach ist der wichtigste Punkt bei Hilfen aus dem Westen in Afrika, dass die Helfer die Menschen dort verstehen müssen. Man kann nicht mit seiner europäischer Mentalität dort ankommen und diese einfach auf die afrikanischen Menschen dort übertragen. So sind schon sehr viele Fehler in der Entwicklungshilfe begangen worden, wodurch diese ineffektiv wurde.

Das Dringenste hier ist die Aufklärung. Solange nicht alle Fälle gemeldet werden, wird sich das Virus weiter verbreiten. Da bringt es aber nichts, Flyer zu verteilen, die viele nicht lesen können oder Vorträge zu halten, die viele nicht verstehen. Man muss die Menschen wirklich erreichen.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


@Bienenkönigin, das verstehe ich schon. Aber wie erreicht man Menschen, die eine vollkommen andere Mentalität haben und die verschiedene Sprachen sprechen und teils nicht lesen können? Aufklärende Vorträge müsste doch jeder verstehen können, vorausgesetzt, sie werden in der Sprache der Eingeborenen gehalten. Das aber muss möglich sein durch afrikanische Ärzte, die der Sprache mächtig sind.

Wie die Menschen mit Ebola angesteckt werden, ist mir klar, aber nicht, wie die Krankheit von A einige hundert Kilometer weiter nach B usw. kommt. Denn die Menschen, die hier erkrankten, sind arme Menschen, die kein Auto besitzen und wenig Geld haben. Die Krankheit bricht auch nicht gleichzeitig an mehreren Orten aus. Wenn an einem Ort ein Ritual abgehalten wird, ist es nicht gleichzeitig an einem anderen, weit entfernten. Es muss eine Übertragungsmöglichkeit geben, die vielleicht übersehen wurde. Ich kann mir das sonst nicht erklären.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Cid hat geschrieben:Das aber muss möglich sein durch afrikanische Ärzte, die der Sprache mächtig sind.

Die Einbindung afrikanischer Ärzte ist sicherlich sehr wichtig. Ich denke, es ist etwas gefährlich, da als Weißer anzukommen und die große Heilung zu versprechen. Das kommt schnell von oben herab und damit hat man in Ländern mit Kolonialgeschichte genug schlechte Erfahrung gemacht. Man muss auf die Menschen eingehen und ihnen nicht nur Vorschriften machen.

In Afrika wird recht häufig mit Theater Aufklärung betrieben. Das ist unterhaltsam und auch ohne Fachtermini zu verstehen. Im Fall dieses Ebolaausbruchs würde das jetzt nicht schnell genug fruchten, aber das Problem Ebola besteht ja immer mal wieder.

Cid hat geschrieben:Denn die Menschen, die hier erkrankten, sind arme Menschen, die kein Auto besitzen und wenig Geld haben. Die Krankheit bricht auch nicht gleichzeitig an mehreren Orten aus. Wenn an einem Ort ein Ritual abgehalten wird, ist es nicht gleichzeitig an einem anderen, weit entfernten. Es muss eine Übertragungsmöglichkeit geben, die vielleicht übersehen wurde. Ich kann mir das sonst nicht erklären.

Man braucht kein Auto, um von A nach B zu kommen. In Afrika reist man viel mit Bussen und die Preise sind billig. Viele leben in der Stadt, haben einen guten Job und fahren regelmäßig zu ihrer Familie ins Dorf. Erst recht zu Beerdigungen. Die Familien können in ihrer sozialen Struktur sehr vielschichtig sein. Wenn die Eltern arm sind und auf dem Dorf leben, müssen es die Kinder nicht auch sein. Da herrscht sehr viel soziale und räumliche Mobilität.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Wie nun in den Nachrichten um 19 Uhr gesagt wurde, hat die WHO entschieden, dass das neue – noch nicht erprobte Mittel – Zmapp nun im Kampf gegen Ebola eingesetzt werden kann. Der Einsatz wird von Experten für vertretbar gehalten. Da die Wirksamkeit noch nicht bewiesen war und Nebenwirkungen nicht bekannt sind, hat ein internationales Ethikkomitee getagt und entschieden, dass die Anwendung vom Patienten erlaubt werden müsse.

Dieses Mittel Zmapp bekam der sich in Afrika angesteckte amerikanische Arzt, der sich auf dem Wege der Besserung befindet. Ebenso die Missionarin erhielt das Mittel, der es auch besser gehen soll. Ich hoffe, dass dieses Mittel den Menschen helfen kann und die Epidemie eingedämmt wird. Allerdings reicht das Mittel nicht für alle, was zur Zeit vorrätig ist. Wie schnell weiteres beschafft werden kann, ist mir nicht bekannt.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


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