3200 Jahre altes Skelett beweist, Krebs gab es im Altertum

vom 28.06.2014, 13:58 Uhr

Krebs ist die Krankheit Nummer eins auf der Welt. Überall schlägt er zu und keiner kann sicher sein, dass es ihn nicht eines Tages trifft. Diese Krankheit gab es schon vor 3.200 Jahren und wahrscheinlich schon viel länger. An einem alten Skelett fanden Archäologen Metastasen-Spuren. Es sind die Überreste eines jungen Mannes, der wohl an einem Weichteiltumor litt, der streute. Kleine Läsionen haben sich bis heute erhalten. Damit ist der Beweis erbracht, dass Krebs schon im Altertum als Krankheit grassierte.

Das Skelett wurde bei Ausgrabungen nahe Amara entdeckt. Beim Röntgen entdeckten die Forscher die kleinen Schäden an verschiedenen Knochen. Der Ursprungstumor kann nach dieser Zeit nicht mehr bestimmt werden. Wenn also im Altertum schon der Krebs im Niltal bekannt war, kann er doch eigentlich nicht durch Umweltschäden entstanden sein, die man heutigen Erkrankungen auch zugrunde legt. Oder glaubt ihr, dass es damals schon so viel Umweltschäden gab? Quelle

Forscher schließen Umweltschäden durch Ruß aus Feuerstellen nicht aus. Ferner denken sie an Bilharziose, einer Wurmerkrankung, die bei Männern Brustkrebs und Blasenkrebs fördert. Wenn das stimmen würde, dass eine Feuerstelle, die Ruß erzeugt, für Krebs verantwortlich ist, dann müssten unsere Vorfahren und alle anderen, die das Feuer kannten, ebenso davon betroffen gewesen sein. Findet ihr es auch seltsam, dass in all den Jahren der Forschung noch kein wirksames Mittel gegen diese Geißel der Menschheit gefunden wurde?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Es gibt überhaupt keinen Grund zu denken, dass es Krebs nicht schon immer gibt. Die Mechanismen dazu gibt es schon immer. Es ist ja nicht so, dass sich die Physiologie von Organismen in den letzten Jahrtausenden wesentlich geändert hat. Und Umwelteinflüsse sind nicht die Ursache von Krebs. Möglicherweise wird Krebs durch bestimmte Umwelteinflüsse begünstigt, aber das heißt noch lange nicht, dass es ohne diese Einflüsse keinen Krebs geben würde.

Sicher war Krebs früher etwas seltener. Das liegt aber wohl in erster Linie daran, dass die Menschen einfach nicht so alt geworden sind, dass die Krebs bekommen könnten. Die Fälle, bei denen Leute in jungen Jahren Krebs bekommen haben, gab es früher sicher auch schon. Man hat es nur womöglich nicht als solches erkannt, da man wohl kaum zwischen einem Krebs, der ja ohne medizinische Versorgung auch schon in einem relativ frühen Stadium tödlich sein kann, oder einer anderen Krankheit unterscheiden konnte.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich finde das jetzt auch nicht wirklich überraschend. Wobei ich das Wort "grassieren" etwas relativieren würde. Es steht zwar auch in dem von dir verlinkten Artikel, aber nach dem Fund eines einziges Skeletts mit Metastasenspuren kann wohl kaum von "grassieren" die Rede sein. So häufig wie heute wird er wohl kaum auch nur annähernd gewesen sein.

Und die Forscher haben doch schon mehrere Erklärungen parat. Genetik, Ruß und Parasiten. Damals war eben auch nicht alles so rosig, wie man denkt. Oft ist man den Hintergründen eines Todes nicht nachgegangen. Dann haben ihn die Götter für irgendetwas bestraft oder bei älteren Menschen war es halt einfach das Alter, was alles oder nichts bedeuten kann.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Mich würde es sehr wundern, wenn es "früher" keine Krebs- und Tumorerkrankungen gegeben hätte. Dass bei der Zellteilung hin und wieder mal etwas schief geht, hat sicher auch mit modernen Problemen wie Umweltverschmutzung zu tun, aber manchmal passiert so etwas eben "einfach so". Ich bin zudem mitnichten der Überzeugung, dass unsere Vorfahren, egal ob vor 500 oder vor 3000 Jahren durch die Bank so viel gesünder gelebt haben als wir heute. Nur, weil eine Krankheit noch keinen Namen oder eine klare Diagnose hatte, heißt das ja noch lange nicht, dass man daran nicht sterben kann.

Die Wahrscheinlichkeit, an einer anderen Krankheit einzugehen, war in Zeiten der Cholera, vor der Entdeckung der Antibiotika eben sehr viel höher. Das Krebsrisiko steigt ja auch mit zunehmendem Alter, und wer in jungen Jahren im Kindbett gestorben ist oder von einem Mammut zerquetscht wurde, ist eben dem Schicksal einer Tumorerkrankung entgangen.

Ebenso finde ich es absolut nicht ungewöhnlich, dass noch nicht alle Krankheiten, mit denen wir uns so herumplagen müssen, heilbar und behandelbar sind. Gerade Krebs ist schwierig, da es, soweit ich weiß, Hunderte verschiedener Arten gibt und Diagnose und Behandlung praktisch auf genetischer Ebene stattfinden müssen, um wirklich dauerhafte Erfolge zu erzielen. Und an den Genen forschen wir ja erst seit ein paar Jahrzehnten. Bis dahin müssen wir mit dem Dampfhammer herangehen und die bösartigen Zellen weiterhin vergiften, verstrahlen oder heraus schneiden.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Auch damals lebten die Menschen eben nicht im Paradies. Warum sollte es keine Umweltschäden gegeben haben? Auch ohne Industrie und Verbrennungsmotoren gab es genug Schadstoffe.

Vielleicht war der Mensch sehr arm und hat aus blanker Existenzangst häufig schimmliges Essen gegessen? Diverse Schimmelpilzgifte stehen ja im Verdacht, Krebs auslösen zu können? Vielleicht hat er zu regelmäßig gegrilltes Fleisch gegessen?

Auch über Kosmetika und Medikamente kann da einiges passiert sein. Wenn man nachliest, was in Kleopatras Schminke alles enthalten war, wird einem schier schlecht. Auch einige so genannte Heilmittel aus frühen Zeiten enthielten Substanzen, die heute keiner mehr ernsthaft als heilend bezeichnen würde. Vielleicht hatte er ja eine unangenehme Grunderkrankung und wurde einfach mal ein Opfer von antikem Ärztepfusch, der einen Krebs auslöste?

Auch Sonnenstrahlung gab es damals schon. Sonnenschutzmittel gab es damals noch nicht aus der Tube. Wenn es sich um jemanden gehandelt hat, der sein Leben lang im Freien gearbeitet hat und und zu viele Sonnenbrände hatte, dann könnte es durchaus denkbar sein, dass die Sonnenstrahlung zuerst Hautkrebs ausgelöst haben könnte, der dann gestreut hat. Falls das geht, weil ich mir als Laie nicht sicher bin, ob Hautkrebs überhaupt Metastasen bilden kann. Aber ich vermute schon.

Zudem hatten wir auch vor kurzem mal einen Thread über Bergleute, die durch die Strahlung relativ jung sterben. Auch in der Antike gab es meines Wissens schon Bergbau. Vielleicht war diese Person einfach mal in einem Bergwerk beschäftigt, wo radioaktiv strahlende Substanzen von Natur aus als Bodenschatz vorkamen? Das wäre zum Beispiel auch denkbar.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


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