Schwarzes Dreieck bei neuer Medizin bedeutet - Wachsam sein!

vom 27.06.2014, 21:18 Uhr

Heute habe ich etwas für mich völlig Neues entdeckt: Ein schwarzes Dreieck, das auf eine besondere Überwachung von Medizin-Produkten hinweist. Diese Kennzeichnung wurde durch die EU im Oktober vergangenen Jahres eingeführt.

Die so gekennzeichneten Medikamente werden engmaschiger überwacht. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht überprüft wurden oder unsicher sind. Bevor Arzneimittel zugelassen werden, müssen klinische Tests und Labortests überprüft werden. Die klinischen Überprüfungen werden nicht mit übermäßig vielen Patienten gemacht. Die spätere Patientengruppe, die das Medikament einnimmt, ist wesentlich größer. Hat diese Patientengruppe verschiedene Krankheiten, können die Nebenwirkungen besser und langwieriger überprüft werden, als das bei klinischen Tests möglich ist. Vor allem können auch Nebenwirkungen, die nicht häufig auftreten, festgestellt werden. Zu den überprüften Medikamenten gehören seit 2011 Neuzulassungen und solche, bei denen weitere Studien von der Arzneimittelbehörde verlangt werden, das sind Langzeitanwendungen und seltene Nebenwirkungen.

So sollte der Patient jeden Verdacht auf eine Nebenwirkung dem Arzt/Ärztin seines Vertrauens melden oder dem Apotheker. Der Patient kann sich aber auch direkt über das Internet an das Institut wenden. Alles zum Nachlesen hier.

Habt ihr dieses, mit der Spitze nach unten stehende schwarze Dreieck auf eurem Beipackzettel schon mal gesehen? Oder habt ihr darauf nicht geachtet, weil ihr den Beipackzettel nicht lest. Was fällt euch zur Überprüfung von Nebenwirkungen durch Patienten ein? Findet ihr das gut, dass nun jeder an sich überprüfen kann, welche Nebenwirkungen er durch die neue Medizin bekommt?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich verstehe nicht so ganz, was an dieser Form der Überwachung von Medikamenten neu und anders sein soll. Eigentlich ist es doch ganz selbstverständlich, dass man zum Arzt geht, wenn man den Verdacht hat, dass gerade "potentere" Arzneimittel oder solche, die für die längerfristige Einnahme gedacht sind, Nebenwirkungen haben könnten. Das schwarze Dreieck stellt also nur eine zusätzliche Ermutigung dar, damit Patienten eventuelle Nebenwirkungen nicht als unbedeutend abtun, sondern weiter melden.

Ich halte dieses Symbol nicht für besonders hilfreich oder aussagekräftig. Beipackzettel sind schon an sich nicht gerade leichte Lektüre. Wenn man gerade als älterer oder chronisch angeschlagener Mensch auch noch auf irgendwelche Dreiecke achten und am Ende sogar noch im Internet nachrecherchieren soll, ist das schon sehr optimistisch eingeschätzt. Daher werde ich auch weiterhin bei der Einnahme von Medikamenten das Beste hoffen und eben zum Arzt gehen, falls ich zu den 0,000001 Prozent der Bevölkerung gehören sollte, die als Nebenwirkung einer Arznei Multi-Organversagen, Ausschlag oder Epilepsie bekommen sollte.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich habe durch meinen Beruf dieses Zeichen natürlich schon kennengelernt und außerdem zeigt mir der Computer bei diesen Arzneimitteln auch an, dass sie einer zusätzlichen Überwachung unterliegen. So haben wir die Möglichkeit, die Patienten darüber zu informieren, dass sie bei dem Arzneimittel noch besser aufpassen sollten und sich bei einem Anzeichen einer Neben- oder Wechselwirkung bei uns, dem Arzt oder auch der Firma melden sollten, damit diese überprüft und gegebenenfalls im Beipackzettel aufgenommen werden kann.

Allerdings ist das so auch etwas schwierig, weil die Kunden so das Gefühl bekommen, dass das Arzneimittel nicht ausreichend getestet wurde, was aber definitiv nicht so ist. Aber dennoch ist es ja wichtig, dass einige Nebenwirkungen eben erkannt werden und dass andere Patienten davor gewarnt werden, wenn diese Nebenwirkungen öfter auftreten sollten. Also finde ich das Symbol schon wichtig. Natürlich wird man immer bei einem Anzeichen von Neben- oder Wechselwirkungen zu einem Arzt oder erst mal in die Apotheke gehen, aber mit der Information, was das Dreieck bedeutet, wird man vielleicht noch etwas besser darauf achten.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



@Barbara Ann, ist es richtig, dass nur die Patienten durch die Apotheke informiert werden, denen ein Medikament verschrieben wurde, das das Dreieck hat? Sind das im Normalfall ziemlich neue Medikamente, die man nur mit Vorsicht verschrieben bekommt, weil sie sehr stark sind? Oder eben die Wechselwirkung beachtet werden sollte?

Ich nehme zum Beispiel schon seit sehr vielen Jahre ASS, weil der Arzt das aufgrund des damals sehr hohen Blutdrucks für richtig hielt. Mittlerweile ist er in Ordnung. Aber zusätzlich habe ich seit Jahren Ibuprofen 800. Da habe ich durch Zufall im Internet gelesen, dass es zwischen den beiden eine gefährliche Wechselwirkung gibt. Gesagt hat mir die Ärztin das auch nicht. Weil ich es nun weiß, nehme ich die Ibu nur im Ausnahmefall. Wäre da in Zukunft ein Dreieck auf dem Beipackzettel?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Wenn ein Medikament das Dreieck im Beipackzettel hat, dann informiere ich die Patienten vorsichtig, dass sie besonders aufpassen und beim kleinsten Anzeichen einer Neben- oder Wechselwirkung am besten den Arzt informieren sollten. Die Medikamente, die neu auf den Markt kommen, sind in aller Regel ja erst mal verschreibungspflichtig und so sollte auch der Arzt die Einnahme überwachen und bei Unregelmäßigkeiten sofort informiert werden. Natürlich versuche ich das dann so auszudrücken, dass das eine reine Vorsichtsmaßnahme ist und das Arzneimittel selbstverständlich vielen Tests unterzogen wurde, bevor es auf den Markt kam.

Das Problem ist einfach, dass viele Menschen sich freuen, wenn sie ein neues Medikament bekommen, weil sie sich davon endlich einen Erfolg versprechen, wenn es den mit bisher bekannten Medikamenten nicht gegeben hat. Aber andere Patienten haben dann Angst, dass sie quasi als Versuchskaninchen herhalten. Ich habe das Dreieck bislang nur auf neuen Medikamenten gesehen. Aber auch altbewährte Arzneimittel werden natürlich weiterhin überwacht, wie man ja an den MCP-Tropfen sieht, die kürzlich vom Markt genommen wurden, obwohl sie seit vielen Jahren als bewährtes Mittel galten.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


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