Wäre Euch eine ambulante Rehabilitation zu anstrengend?
Ich habe mich neulich mit jemandem unterhalten, der eine ambulante Reha hatte. Hier ist man also nicht stationär Tag und Nacht in der Klinik, sondern man wird früh in die Klinik gebracht (in seinem Fall gab es da einen Transportdienst) und nachmittags wieder nach Hause gefahren. Durch diesen Sammeltransport ist er aber recht lange unterwegs, weil er als erstes abgeholt wird und dann noch andere Wohnorte angefahren werden, bevor der Bus an der Klinik ankommt.
Somit muss er sehr früh aufstehen, denn der Bus wartet schon um 6 auf ihn. Mit der Therapie geht es aber erst 7.30 Uhr los, was ich aber auch ganz schön zeitig finden. In der zeit zwischen 6 Uhr und 7.30 Uhr werden die anderen Stationen, also die anderen Wohnorte der Patienten abgefahren und die anderen Patienten steigen dann zu ihm in den Bus ein. Ich nehme mal an, dass das so üblich ist, aber es klingt schon stressig.
Da ist man krank und will sich eigentlich ausruhen, muss aber dennoch 5.30 Uhr aufstehen, weil man so extrem früh abgeholt wird. Mir wäre das vermutlich nicht so recht. Ich denke, dass ich mich, wenn es mir schlecht gänge, nicht noch dazu aufraffen wöllte, derart früh aufzustehen.
Zudem hat er mir gesagt, dass er dort viel Sport machen muss. In der Klinik gibt es eine Art Fitnessstudio und dort trainieren die Patienten manchmal 90 Minuten am Stück, manchmal mehrfach am Tag für jeweils eine halbe Stunde.
Er muss da auf dem Ergonometer fahren oder richtige Kraftübungen machen, wie in einem richtigen Fitnessstudio. Nachher sei er immer richtig schlapp und erschöpft und hatte in den ersten Tagen auch ordentlich Muskelkater. Das stelle ich mir auch sehr anstrengend vor. Ich bin ja eher ein Sportmuffel und dann plötzlich 90 Minuten am Tag trainieren, da wäre ich auch schlapp.
Was er angenehm findet (und das geht bestimmt vielen so), sind die eher gemütlichen Behandlungen, wie Massagen, Wärmepackungen oder Fuß-Reflexzonen-Massagen und Ultraschall- oder Elektrotherapien. Da legt man sich ja einfach nur hin und lässt sich bearbeiten. Er meinte, ihm wäre es lieber, wenn das Programm nur aus solchen Dingen bestehen würde.
Aber de Massagen und ähnliches kann man bestimmt auch in einer Praxis haben. Wenn ich mal eine Reha machen müsste, würde ich vielleicht versuchen, lieber ab und an eine Praxis aufzusuchen und mir da das abzuholen, was ich mag, anstatt so früh raus zu müssen und so viel Sport machen zu müssen. Klar, hinter dem Sport steckt auch ein Konzept, aber ich habe eher meine Ruhe, wenn es mir nicht gut geht und will mich da nicht belasten, auch wenn die Belastung eventuell dazu beitragen könnte, dass man ein klein wenig schneller wieder gesund ist.
Habt Ihr schon einmal eine ambulante Reha gemacht? Wäre das Euch auch zu viel, so viel Sport machen zu müssen und so früh aufzustehen?
Es ist ja nicht so dass man dazu gezwungen wird diese Art der Reha zu nehmen. Man kann durchaus auch da bleiben, nur wenn man lieber zu Hause schlafen möchte muss man eben damit leben, dass das so abläuft. Mitleid habe ich da nicht. Auch der Sport muss gemacht werden, wie soll man sonst wieder auf die Beine kommen?
Wenn man den Körper dann nur in Ruhe lässt hat man auch nichts gekonnt, man muss gezielt Sport machen und die Bereiche nach und nach wieder belasten und vor allem wichtige Muskeln aufbauen. Das ist gerade am Anfang hart, aber wichtig, wenn er wieder normal leben will. Schonung ist hier falsch, auch wenn das schöner wäre.
Es kommt doch dabei immer darauf an, für was man die Reha bekommt. Mein Mann hatte vor knapp zwei Jahren eine stationäre Reha und dort auch den ganzen Tag Termine. Wesentlich mehr freie Zeit als bei der von dir beschriebenen Maßnahme war also auch nicht vorhanden. Danach hatte er noch eine ambulante Reha mit drei Terminen pro Woche. Wobei ja eine Reha auch dafür da ist, dass man wieder fit gemacht wird. Da kann man sich kaum den ganzen Tag auf Massageliegen verwöhnen lassen.
Welche Form der Reha ich wählen würde, hängt von der Erkrankung ab. Es gibt halt auch Krankheiten, da kann man keine Reha vor Ort machen, wo man jeden Tag zu Hause übernachten kann. Und dann wäre es für mich eben auch eine Frage wo die stationäre Reha erfolgen müsste. Manches kann man auch nicht unbedingt mit der Familie unter einen Hut bringen.
Ein Bekannter von mir hat vor einigen Jahren mal eine ambulante Reha gemacht, weil er nicht dort bleiben wollte. Außerdem war die Rehaklinik nicht ganz weit von seinem Zuhause entfernt und darum war es für ihn auch kein Problem, dorthin zu kommen. Er wurde immer alleine abgeholt und nach Hause gebracht, was vielleicht daran liegt, dass er privat versichert ist. Vielleicht waren aus seiner Gegend auch einfach keine weiteren Patienten in der Reha. Das weiß ich nicht genau. Auf jeden Fall fand er es sehr angenehm, in seinem eigenen Bett schlafen zu können.
Die Menge an Sport und solchen Terminen hängt ja nicht damit zusammen, dass man eine ambulante Reha macht. Das wäre bei einer stationären Reha doch in etwa gleich. Deswegen wäre das für mich nichts, was gegen die ambulante Reha sprechen würde. Das frühe Aufstehen wäre dann schon eher entscheidend. Aber früh aufstehen müsste man auch bei einer stationären Reha, nur eben nicht ganz so früh.
Es kommt immer darauf an, was für eine Reha man machen soll. Denn alle Behandlungen sind nicht gleich. Sie werden genau auf die Krankheit abgestimmt. Ich finde, es dürfte weniger anstrengend sein bei einer stationären Reha. Aber das geht eben nicht immer wegen der Familie. Muss man dann erst noch einige Kilometer fahren, wenn man abgeholt wird, ist es reine Zeitverschwendung.
Rechnet man dann die Anwendungen, die auch anstrengend sein können, ist die stationäre Reha bestimmt besser. Da kann man sich im Notfall sofort ausruhen. Bei einer ambulanten Reha geht das nicht. Sicherlich hat alles Vor- und Nachteile.
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