Ist unerfüllter Kinderwunsch eine "Krankheit"?

vom 13.06.2014, 19:45 Uhr

Manche Paare wünschen sich ein Kind, aber aus irgendwelchen Gründen klappt es nicht auf natürlichem Wege. In diesem Fall hat man theoretisch die Möglichkeit, sich künstlich befruchten zu lassen. In manchen Fällen übernimmt die Krankenkasse hierbei bis zu 75% der Kosten. Ich hatte immer angenommen, dass die Krankenkasse nur dann einspringt, wenn man wirklich krank ist, also beispielsweise wenn man ins Krankenhaus muss wegen einer Verletzung oder Infektion, sowie bei Arztbesuchen in der Praxis.

Würdet ihr den unerfüllten Kinderwunsch als "Krankheit" bezeichnen und findet ihr das gut, dass die Krankenkasse da die Kosten teilweise erstattet? Oder findet ihr, dass sich die Krankenkasse lieber um "wichtigeres" kümmern sollte?

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich denke, dass man einen unerfüllten Kinderwunsch nicht als Krankheit bezeichnen kann. Natürlich ist es nicht schön für die Paare, die sich unbedingt ein Kund wünschen, wenn sie keine Kinder bekommen können. Natürlich kann das auch unterschiedliche Gründe haben, weshalb das Paar keine Kinder gemeinsam bekommen kann. Es kann natürlich auch sein, dass eine Person aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen kann. Aber trotz all dem würde ich einen unerfüllten Kinderwunsch nicht gleich als Krankheit bezeichnen.

Es gibt viele Möglichkeiten, um einen unerfüllten Kinderwunsch eines Paares doch noch erfüllen zu lassen. Neben der künstlichen Befruchtung gibt es sicherlich auch noch andere Möglichkeiten. Ich finde es aber eigentlich gar nicht schlecht, wenn die Krankenkassen fünfundsiebzig Prozent der Kosten einer künstlichen Befruchtung übernehmen.

Natürlich ist es schon irgendwie komisch, dass die Krankenkasse für eine künstliche Befruchtung zahlt, da ein unerfüllter Kinderwunsch ja nun mal keine Krankheit ist. Natürlich gibt es auch Dinge, die wichtiger sind, worum sich die Krankenkassen auch kümmern müssten oder vielleicht auch schon kümmern. Aber ich finde es wirklich gut, dass die Krankenkassen einen großen Teil der künstlichen Befruchtung bezahlen. Sicherlich kommt dies auch Paaren zugute, denen es finanziell vielleicht nicht so gut geht und, die sich ohne die Hilfe einer Krankenkasse vielleicht den Wunsch hätte nicht erfüllen können.

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Natürlich kann der Grund eines nicht erfüllten Kinderwunsches auch eine Krankheit sein. Beispielsweise, wenn die Eierstöcke nicht richtig funktionieren oder bei dem Mann als Folge der Mumps Krankheit die Spermienproduktion nicht mehr gegeben ist. Eine Folge einer Krankheit oder eine Krankheit selber kann Schuld daran sein, dass ein Mann keine Kinder zeugen kann oder eine Frau keine Kinder empfangen kann oder auch austragen kann. Es kann sein, dass eine Fehlbildung oder eben auch Krankheit an der Gebärmutter Schuld daran ist, dass eben ein Kind nicht ausgetragen werden kann oder sich gar nicht erst einnistet. Das würde ich dann schon als Krankheit ansehen.

Sicher ist der unerfüllte Kinderwunsch erst mal keine Krankheit. Aber der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch kann eben durchaus krankheitsbedingt auftreten und das ist dann eben auch ein Grund, dass die Krankenkasse wenigstens einen Teil bezahlt, wenn künstlich befruchtet wird.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Für mich ist ein unerfüllter Kinderwunsch keine Krankheit, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es als eine Krankheit anerkannt wird.

Vielmehr denke ich, es hat sicherlich seinen Grund, warum diese Menschen keine Kinder bekommen können. Die Natur hat sich sicherlich dabei etwas gedacht, aber die Menschen wollen das dann unbedingt, auf Biegen und Brechen. Ich finde, man sollte sich mit den Gegebenheiten abfinden, anstatt alles zu probieren, die Natur auszutricksen. Warum überlegt man nicht mal, das es wohl einen Grund für bestimmte Dinge gibt, die passieren oder nicht passieren?

Warum versuchen wir Menschen, überall mitzumischen, uns in allen einzumischen, alles zu beeinflussen, anstatt wir bestimmte Dinge einfach mal akzeptieren. Ich weiß, das fällt nicht einfach, auch mir nicht, aber ich vermute, wir gehen da oft von der falschen Seite ran, anstatt zu gucken, warum könnte das sinnvoll sein, so wie es ist und ob es nicht einen Grund dafür gibt.

» Futtich » Beiträge: 160 » Talkpoints: 0,09 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Nein, ein unerfüllter Kinderwunsch ist keine Krankheit. Er kann die Folge einer Krankheit sein, wie zum Beispiel Endometriose, Hormonstörungen oder Entzündung. Weitere hatte Diamante schon genannt.

Aber es gibt auch Fälle, wo beide Partner jung und gesund sind und ein Kinderwunsch sich trotzdem nicht erfüllen lässt. Da bleibt dann nur weiter probieren und abwarten und wenn es gar nicht geht, die künstliche Befruchtung. In den Fällen, wo es sich um eine vorangegangene oder noch bestehende Krankheit handelt, finde ich es richtig, wenn die Krankenkasse sich beteiligt.

Aber in anderen Fällen, wo die Ursachen im Drogenkonsum, im Alkohol oder Nikotin zu suchen sind, sollte eine Beteiligung der Krankenkassen ausgeschlossen sein. Wobei es auch nicht ratsam ist zu versuchen, ein Kind zu zeugen, solange der Körper noch mit diesen Drogen verseucht ist und dagegen anzukämpfen hat. Diesem Kinderwunsch sollte man im Interesse eines Kindes entsagen. Aber gerade solche Menschen denken darüber nicht nach und sehen nur ihren Wunsch.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Ich denke, dass hier die Psyche eine große Rolle spielt. Immerhin ist man durch eine seelische Erkrankung auch oftmals körperlich angeschlagen und wird auch leichter krank. Setzt man sich also unter Druck, leidet nicht nur die Seele, sondern auch der Körper, was sicherlich nach und nach noch mehr Kosten für die Krankenkasse bedeuten würde, weswegen sie einen Teil übernehmen. Generell würde ich aber nicht von einer Krankheit sprechen, es entsteht vielleicht aus einer und könnte eine Krankheit zur Folge haben, aber der Prozess an sich ist sicherlich keine Krankheit.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich betrachte einen unerfüllten Kinderwunsch als Krankheit, sie ist entweder psychisch oder körperlich bedingt. Der Wunsch, Kinder in die Welt zu setzen, ist eine biologische Funktion, genauso wie essen, sehen oder hören zu können. Ungewollte Kinderlosigkeit wird von der WHO als Krankheit anerkannt.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



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