Allergien sind Folge falscher Ernährung

vom 05.06.2014, 22:00 Uhr

Ich habe neulich ein sehr interessantes Buch gelesen. Es handelt sich hierbei um die Aussage, dass es im Grunde genommen, keine Allergien gibt, da eine Allergie, bloß eine heilbare Krankheit ist, deren Symptome man erkennen muss.

Hier ein Beispiel. Jemand hatte nie Probleme damit, einen Apfel zu essen, auf einmal verträgt er diesen nicht mehr und bekommt Bläschen an der Lippe die jucken. Nun wird gesagt, dass dies an jahrelanger, falscher Ernährung liegt, der Körper also völlig falsch reagiert, weil er jahrelang falsch ernährt wird.

Die Grundaussage ist, dass tierische Eiweiße dem Organismus schaden, man auf pflanzliche Eiweiße umsteigen soll, somit der Allergiebildung nicht nur entgegen wirkt, sondern sogar eine Heilung, durch diesen Verzicht möglich sei.
Was denkt ihr darüber? Kann es wirklich sein, dass tierische Eiweiße und natürlich Fertigprodukte, den Körper so schädigen, auf Dauer, dass dieser beginnt Unverträglichkeiten zu entwickeln, die man sonst gar nicht hätte?

» scorpion24 » Beiträge: 207 » Talkpoints: 4,32 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Wie passen dann in diese Theorie kleine Babys, die direkt bei der Beikosteinführung schon auf einzelne Nahrungsmittel allergisch reagieren? Die haben sich im Zweifel noch nicht jahrelang falsch ernährt. Wie kann dann so ein Kleinstkind überhaupt eine Allergie entwickeln?

Benutzeravatar

» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Diese Theorie kann ich so nicht ganz glauben. Das beste Beispiel ist da wohl meine Tochter, die nur recht wenig tierisches Eiweiß zu sich nimmt. Dafür hat sie aber seit dem letzten Jahr eine Pollenallergie gegen Gräser. Dazu gibt es aber die These, dass der Körper ganz gern mal Allergien entwickelt, wenn der Mensch ansonsten gesund ist. Das würde wieder zu meiner Tochter passen, da sie bis auf leichten Schnupfen im Herbst und Winter keine größeren Erkrankungen hatte.

Die These sagt dabei, dass dann das Immunsystem unterfordert wäre und sich deswegen eben andere Krankheiten sucht. Das kann ich schon nachvollziehen und würde auch zu mir passen. Ich war nie großartig krank und habe vor einigen Jahren eine Art Insektengiftallergie entwickelt. Nicht so schlimm, dass ich immer um mein Leben fürchten muss, wenn ich gestochen werde. Aber selbst Mückenstiche prägen sich bei mir zu kleinen Wunden aus, die recht auffällig sind.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



trüffelsucher hat geschrieben:Wie passen dann in diese Theorie kleine Babys, die direkt bei der Beikosteinführung schon auf einzelne Nahrungsmittel allergisch reagieren? Die haben sich im Zweifel noch nicht jahrelang falsch ernährt. Wie kann dann so ein Kleinstkind überhaupt eine Allergie entwickeln?

Bei Kleinkindern bzw. Säuglingen, sei es wohl so, dass sie allergisch reagieren, wenn man vom Stillen, auf Kuhmilch umstellt. Womit wieder die Rede vom tierischen Eiweiß wäre. Sie bekommen den sogenannten Milchschorf und dieser geht wieder weg, wenn man die Kuhmilch weg lässt. Die Erklärung, dass dies eine Allergie darstellt ist, dass das Kind eben Reaktionen über die Haut zeigt.

Hierbei, denke ich, kann es sich natürlich, auch einfach um Laktoseintolleranz handeln, da eine gewisse Anzahl an Menschen Laktose eben nicht abbauen kann.

» scorpion24 » Beiträge: 207 » Talkpoints: 4,32 » Auszeichnung für 100 Beiträge



scorpion24 hat geschrieben:Was denkt ihr darüber? Kann es wirklich sein, dass tierische Eiweiße und natürlich Fertigprodukte, den Körper so schädigen, auf Dauer, dass dieser beginnt Unverträglichkeiten zu entwickeln, die man sonst gar nicht hätte?

Ich halte diese Theorie für unlogisch und nicht haltbar. Meine Eltern haben keine Ahnung von gesunder Ernährung und bei uns gab es wenig Obst- und Gemüse, Salate höchstens am Wochenende, wenn Besuch kam und ansonsten eigentlich nur Fertiggerichte. Trotzdem habe ich nicht eine einzige Unverträglichkeit oder Allergie, egal ob es jetzt um Nahrungsmittel oder irgendwelche Allergien gegen Gräser oder sowas geht. Meine Schwester dagegen hatte als Kind eine leichte Allergie gegen Gräser, die sich aber mittlerweile gelegt hat. Wenn diese Theorie also zutreffen würde, müsste das auf mich ja auch zutreffen, was wirklich nicht der Fall ist. Ich habe erst vor kurzem zur Kontrolle einen Allergietest machen lassen.

Benutzeravatar

» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Dann erkläre mir doch mal, warum Kinder, die auf Bauernhöfen aufgewachsen sind, wesentlich weniger Allergien haben oder warum die Anzahl der Menschen mit Allergien in den letzten Jahren zugenommen hat? Tierische Eiweiße werden auf Bauernhöfen reichlich konsumiert, wenn man Milch und Eier selber produziert und eine vegetarische oder vegane Ernährung war früher viel weniger verbreitet als heute.

Deine Theorie macht hier also keinen Sinn, was aber schon Sinn macht ist die Tatsache, dass das Immunsystem in einer städtischen Umgebung und in einer Gesellschaft, die fast schon eine Keimphobie entwickelt hat, einfach zu wenig gefordert ist und sich deshalb andere Beschäftigungen suchen muss.

Es gibt wirklich genug gute Argumente warum man weniger tierische Eiweiße zu sich nehmen sollte, da braucht man doch so eine Pseudo-Wissenschaft nicht. Schau dir an wie viele Ressourcen benötigt werden um ein Kilo Fleisch zu produzieren und dann vergleiche das mit einem Kilo Soja. Das ist ein gutes Argument und es kommt völlig ohne Diskussionen aus.

scorpion24 hat geschrieben:Hierbei, denke ich, kann es sich natürlich, auch einfach um Laktoseintolleranz handeln, da eine gewisse Anzahl an Menschen Laktose eben nicht abbauen kann.

Der überwiegende Teil der erwachsenen Weltbevölkerung verträgt Laktose tatsächlich nicht mehr, aber Säuglinge betrifft das eher selten. Der Normalfall sieht so aus, dass ein Säugling das Enzym, das zur Verdauung von Milchzucker benötigt wird, bildet und, dass diese Enzymproduktion irgendwann nachlässt. Es sei denn man hat eine Genmutation, wie der überwiegende Teil der weißen Bevölkerung.

Benutzeravatar

» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


scorpion24 hat geschrieben:Hierbei, denke ich, kann es sich natürlich, auch einfach um Laktoseintolleranz handeln, da eine gewisse Anzahl an Menschen Laktose eben nicht abbauen kann.

Dazu wurden erst neulich neue wissenschaftliche Erkenntnisse im Fernsehen erklärt. Die Laktoseintolleranz hat ursprünglich die gesamte Menschheit betroffen, egal wie alt sie war. Durch die Entwicklung der Menschheit hat sie sich zumindest bei den Kindern zum großen Teil abgebaut. Aber auch diese Probleme waren schon vor Jahrzehnten vorhanden. Und da wurden Kinder einfach auf Ziegenmilch umgestellt, wenn sie die Milch von der Kuh nicht vertragen haben.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Das kann ich nicht ganz glauben. Ich kenne zum Beispiel jemanden, auf den dein Beispiel zutrifft. Jahrelang wurden Äpfel vertragen und plötzlich stellte sich nach einem Allergietest heraus, dass er allergisch gegen Äpfel reagierte und gegen Nüsse. Es handelt sich um einen Vegetarier. Sicherlich hatte er früher auch tierische Produkte zu sich genommen, bevor er kein Fleisch und keine Wurst mehr aß. Wenn ich das richtig verstehe, hat er immer noch nach Jahren die Chance, dass er irgendwann wieder Äpfel essen kann?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Das hast du richtig verstanden. So wird es dort beschrieben, dass man quasi nach Jahren der Enthaltsamkeit, dann wieder z.B. Äpfel essen kann. Das dies unumstritten so ist, habe ich nie gesagt, ich habe mich auf den Inhalt des Buches bezogen.

» scorpion24 » Beiträge: 207 » Talkpoints: 4,32 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Man kann doch so eine Aussage nicht auf alle Menschen beziehen. Es gibt wahrscheinlich dutzende Ursachen für die Entwicklung einer Allergie. Das ist doch nicht bei jedem Menschen gleich. Ich denke schon, dass es für einige Menschen zutrifft, dass tierisches Eiweiß die Problematik verschärft. Seitdem ich vegetarisch lebe, macht sich meine Gräserallergie kaum noch bemerkbar. Dasselbe ist es bei meiner Mutter, die durch vegane Ernährung auch ihre Lebensmittelallergien losgeworden ist.

Und von ähnlichen Fällen habe ich schon wirklich oft gehört und gelesen. Im Spiegel war mal ein Artikel über eine junge Frau, die sehr schlimm Neurodermitis hatte. Nach Jahren der Schmerzen und etlichen Arztbesuchen, kurz vor der Aufgabe ihres Studiums, weil sie einfach nicht mehr konnte, bekam sie von einer Ärztin den Tipp tierisches Eiweiß wegzulassen. In ihrer Verzweiflung griff sie auch nach diesem Strohhalm. Nach wenigen Wochen hatte sie neue Haut und lebt seitdem beschwerdefrei.

Jeder Körper ist anders. Bei manchen kann es helfen. Meiner Meinung nach ist es auf jeden Fall einen Versuch wert, wenn man stark unter einer Allergie oder ähnlichem leidet. Aber es wird sicherlich nicht für alle die Patentlösung sein.

Benutzeravatar

» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^