Bibliomanie - ab wann problematisch?
Ab wann ist die übertriebene Liebe zu Büchern ein Problem? Wenn man anfängt, sich für Neuanschaffungen zu verschulden? Wenn man überhaupt nicht mehr mit dem Lesen hinterherkommt oder wenn man Diebstähle begeht, um seine Sammlung aufzustocken? Kennt Ihr so was? Erzählt mal, was ihr davon gehört habt.
Ich weiß nicht, ob wir wirklich eine Bibiliomanie haben. So schlimm ist es bei uns noch nicht. Wir sind einfach überdurchschnittlich bibliophil. Aber problematisch ist unsere Büchersammelei auch schon. Immer dann, wenn man die Wohnung mal wechseln muss. Und das kommt meistens dann vor, wenn sich die Familie so vergrößert hatte, dass die alte Wohnung nicht mehr reicht.
Bei unserem vorletzten Umzug hatten wir in etwas geschätzt. Es waren schon diverse Kartons und Plastikkisten. Damals mussten wir die schweren Dinger nur in den 3. Stock tragen. Jetzt beim letzten Umzug ging es immerhin in den 5. Stock. Und nicht nur unsere Bücher fielen an, die seit dem letzten Umzug auch nicht gerade weniger geworden waren - auch unsere Kinder hatten mittlerweile ein gutes Stück mehr Bücher.
Zu einer Belastung wurden die Bücher insofern, dass wir diesmal ein Umzugsunternehmen unter anderem deswegen beauftragt haben, weil wir auf unseren Rücken aufpassen müssen. Der vorletzte Umzug hing uns dank der Bücher nämlich noch lange in den Knochen.
Mal ganz abgesehen davon müssen solche Mengen Bücher auch irgendwo aufgestellt werden. Ich will das mal so ausdrücken: Die Bücherregale sind schon recht dominante Elemente in unserer Einrichtung. Räusper. Und trotz allem ist bei uns der Wandstellplatz ziemlich knapp, weil man ja in einem Familienhaushalt noch andere Dinge als Bücherregale verstauen muss. Und es gibt durchaus Besucher, die sich schon ob unserer Büchermengen kritisch geäußert haben.
Verschuldet haben wir uns wegen der Bücher nicht, kriminell sind wir auch nicht geworden. Ich denke, wir haben uns da durchaus noch im Griff. Zumal es mittlerweile gute eBook Reader gibt, die die Stellplatzsituation doch gut entkrampfen. Digitale Bücher sind in der Hinsicht sehr im Vorteil, wenn man nur eine Festplatte und kein Regal benötigt.
Ich habe noch nie von dieser Bibliomanie gehört und muss sagen, dass ich auch denke, dass es krankhaft oder gefährlich wird, wenn man sich dadurch eben verschuldet. Ich habe auch viele Bücher und es kommen auch immer wieder neue dazu. Allerdings behalte ich dann auch nur die Bücher, die ich wirklich gut fand. Die anderen gebe ich nach dem lesen weiter. Irgendwann hat man ja auch mal keinen Platz mehr. Mir geht es zumindest so.
Ich glaube das Problem mit dem Stapel ungelesener Bücher kennen recht viele Leute, die gerne lesen. Ich fände es eher merkwürdig, wenn jemand nur ein oder zwei ungelesen Bücher zu Hause hätte. Schulden für Neuanschaffungen finde ich an sich auch nicht schlimm. Es gibt ja Ausgaben, die wirklich sehr selten und sehr teuer sind und wenn man so eine Ausgabe findet muss man gleich zuschlagen, weil so eine Gelegenheit vielleicht nie wieder kommt.
Wirklich problematisch wird das Ganze denke ich, wenn die Struktur und die Übersicht verloren gehen. Wenn ich Bücher kaufe um sie zu besitzen und nicht um sie zu lesen, wobei ich damit natürlich nicht die Sammlerstücke meine, die zu wertvoll sind um sie wie ein gewöhnliches Buch zu behandeln. Das hat man bei anderen Arten der Kaufsucht ja auch, da hängen dann die Klamotten mit den Preisschildern auf den Bügeln oder sie wurden noch nicht mal aus den Einkaufstüten geholt, weil es nur um das Kaufen und das Besitzen geht aber nicht mehr um den praktischen Nutzen. Das Weggeben von Büchern, vielleicht sogar das Verleihen dürfte dann sicher auch schwer fallen.
Ich gehöre auf jeden Fall zu den Leuten mit einer großen Büchersammlung, meine Bücher haben sogar ein eigenes Zimmer, jedenfalls, wenn dort kein Gast übernachtet. Und ich habe auch mehr als nur einen Stapeln mit ungelesenen Büchern. Allerdings halten sich meine Ausgaben in Grenzen. Die englischen Ausgaben sind meistens deutlich billiger als die deutschen und seit es bei uns ein öffentliches Bücherregal gibt bekomme ich viele Bücher sogar kostenlos. Vorher habe ich im Internet Bücher getauscht und da fielen dann nur die Portokosten an. Bücher, bei denen ich mir sicher bin, dass ich sie nicht noch einmal lesen werde, gebe ich auch weiter. Ich habe zwar noch keine Platzprobleme und ein Umzug steht auch nicht an, aber warum sollte etwas bei mir verstauben, mit dem jemand anders noch etwas anfangen könnte?
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