Angst Therapie - Venenzugang Video

vom 05.06.2014, 09:19 Uhr

Ich habe ja eine ziemlich schlimme Arzt-Spritze-Blut Phobie und befinde mich nun schon seit einiger Zeit deswegen in therapeutischer Behandlung. Während ich ziemlich schnell über den Punkt hinweg war in Angstzustände zu geraten, wenn es darum ging sich Fotos von Spritzen anzugucken, hänge ich im Moment an der Sache fest, mir ein Video anzugucken, in dem ein Venenzugang gelegt wird. Mein Therapeut war jetzt einige Wochen lang in Urlaub und nächste Woche geht die Therapie wieder weiter. Zwar kann ich mir dieses eine Video mittlerweile ein kleines bisschen entspannter angucken, als wie noch vor ein paar Wochen, aber es lässt mich immer noch nicht kalt und ich habe immer noch all zu sehr das Bedürfnis das Video einfach weg zu klicken.

Ist es eigentlich normal, dass so etwas so lange dauern kann? Was ist, wenn mein Therapeut glaubt, ich hätte mir das Video nicht oft und gut genug angesehen in den letzten Wochen? Wahrscheinlich mache ich mir einen zu großen Kopf, ich weiß es nicht, aber ich will selber doch auch, dass es weiter geht und ich nicht noch in einem halben Jahr vor der Hürde scheitere mir ein solches Video anzugucken.

» freedomsfly » Beiträge: 120 » Talkpoints: 46,90 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ja leider ist es nicht ungewöhnlich, dass es relativ lange dauert bis man bei einer Therapie Fortschritte erzielt. Ursache ist das Vermeidungsverhalten der Betroffenen. Eine Phobie überwindet man nämlich, indem man sich der Angst stellt. Je länger man bei diesem Schritt zögert, desto länger dauert es auch bis Erfolge bei der Behandlung sichtbar werden.

Ich kann dich aber gut verstehen, dass du dieses Video nicht anschauen willst. Das Video zeigt schließlich genau das, wovor du große Angst hast. Diese Angst ist erlernt worden und hat sich mit der Zeit immer mehr verfestigt. Ziel einer Verhaltenstherapie ist diese Angst wieder zu verlernen. Das ist leider sehr anstrengend, aber auch sehr effektiv, wenn man durchhält.

Ich selbst hatte auch schon einmal eine Phobie, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst wurde, unter anderem durch Nebenwirkungen eines Medikamentes. Ich kenne das Gefühl, wenn man keine Kraft mehr hat gegen die Angst anzukämpfen und einfach nur noch in Ruhe gelassen werden will. Es kostete sehr viel Überwindung und Willenskraft weiter zu machen. Aber ich habe es geschafft und es ist einfach ein befreiendes Gefühl endlich die Angst los zu sein.

Ich möchte dir Mut machen die Behandlung fortzusetzen. Es wird gerade in der ersten Zeit sehr anstrengend sein, aber halte durch. Hinterher wirst du sehr froh darüber sein. Und zögere nicht zu lange mit dem nächsten Schritt, denn dadurch wird die Angst nur noch größer. Nimm all deinen Mut zusammen und schaue dass Video an. Es wird viel Überwindung kosten, aber du kannst es schaffen! Und lasse dich nicht durch Rückschläge entmutigen. Wenn man vor etwas große Angst hat, wirkt sich das meistens auch körperlich aus. Häufig sind Übelkeit, Schwindel oder Schwäche. Diese Symptome sind gewöhnlich ungefährlich, deshalb lasse dich nicht dadurch erschrecken.

» kengi » Beiträge: 886 » Talkpoints: 17,93 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Es gibt wohl viele Menschen, die eine Phobie gegen Spritzen und Blut haben. Persönlich kenne ich das Gefühl nicht, kann es mir nur vorstellen. Alleine beim Anblik einer Spritze werden solche Menschen von Angst geplagt. Hat es dir mal geholfen, selbst eine Spritze in die Hand zu nehmen oder kannst du das überhaupt nicht machen? Wie ist es denn, wenn du dich verletzt und die Wunde blutet? Bekommst du dann auch Angstzustände? Oder ist das schon so, dass du nicht mal davon lesen kannst?

Wenn dein Therapeut wiederkommt, warum sollte er etwas sagen? Als er in Urlaub ging, konntest du das Video noch nicht ansehen und mittlerweile schon ein wenig. Das ist ein kleiner Fortschritt, den du anerkennen solltest. Eine Angstphobie kann nur in kleinen Schritten behoben werden. Sage dir, dass du es schaffst, das Video voll anzusehen, habe keine Angst davor, du kannst es schaffen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Naja, der bloße Anblick einer Spritze auf einem Tisch vor mit macht mir nix (mehr) aus, sofern da keine Nadel drin steckt. Sobald da eine Spritze mit Nadel drin liegt und ich weiß, die ist für mich bestimmt, bekomme ich direkt Schweißausbrüche und würde am liebsten die Flucht ergreifen. Eine blutende Wunde an mir selber je nach Größenart, da kann ich zwar so schon mit umgehen, aber dran lassen würde ich da im Leben niemals jemanden freiwillig.

Meine Angst setzt in dem Moment dann so ein, dass ich in Panik gerate und einfach nur anfange zu heulen durch das Wissen, gleich zu einem Arzt damit gehen zu müssen, gefolgt von Horror Szenarien, was dort alles schlimmes passieren könnte. Ich hatte mal einen Splitter im Handballen und habe eine geschlagene ganze Stunde heulender Weise im Badezimmer selber versucht das Ding irgendwie raus zu bekommen, ehe ich mich überhaupt getraut habe es meinem Mann auch nur zu zeigen.

Beim Augenarzt bin ich sogar mal von den Arzthelferinnen angesprochen worden, dass ich mich schlimmer aufführen würde wie ein Kleinkind. Das war natürlich in dem Augenblick nicht sonderlich vorteilhaft und dann bin ich aufgestanden und gegangen.

» freedomsfly » Beiträge: 120 » Talkpoints: 46,90 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Eine Spritze beinhaltet aber doch eine Injektionsnadel. Wenn du dir etwas stopfst oder nähst, brauchst du doch eine Nadel, eine dickere Stopfnadel und eine Nähnadel. Macht dir das auch Probleme? Oder hast du das noch nie gemacht? Eine Stopf- oder Sticknadel ist zum Beispiel oft dicker als eine Injektionsnadel. Die Ärzte stechen die Nadel so sacht in den Arm, dass man es so gut wie kaum merkt.

Wenn du das Video beim Anschauen lieber wegklicken möchtest, kann ich das verstehen, weil es dir Angst macht. Aber was du möchtest, hast du nicht getan und das finde ich wichtig. Du hast das Video nicht weggeklickt, das zeugt doch von deinem starken Willen! Du brauchst keine Angst vor der Rückkehr deines Therapeuten zu haben, denn du hast etwas geschafft, du bist deinem Ziel ein wenig näher gekommen. Das wird auch dein Therapeut anerkennen. Bis du ihn siehst, vergehen noch mindestens drei Tage, in denen du weiter mit dem Video arbeiten kannst. Also bitte keine Panik und taste dich langsam an die Spritze ran.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Eine Stopf- oder Nähnadel wird mir aber ja von niemandem anderen unter die Haut geschoben, oder gestochen. Daher ist eine solche Gebrauchsnadel kein Problem für mich. Wie mein Therapeut halt sagt, Ängste sind nicht logisch, sondern „anerlernt“.

» freedomsfly » Beiträge: 120 » Talkpoints: 46,90 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Kann es sein. Dass du eigentlich gar kein Problem mit einer Spritze hast, sondern mehr ein Problem mit deiner „unversehrten“ Haut? Die Spritze wird unter die Haut geschoben und deshalb magst du sie nicht und bekommst Panik. Genauso wie bei dem Splitter, der sich unter deine Haut in deinen Handballen geschoben hat. Das war doch auch ganz schlimm für dich, wie du schriebst. Oder kommt beides zusammen? Dann hättest du ein doppeltes Problem.

Du hast recht, Stopf- oder Nähnadeln schiebt dir keiner unter deine Haut. Aber man tut es selbst. Ich habe heut etwas geflickt. Dabei war ich so ungeschickt, dass mir die Nähnadel tief in den Finger ging. Im Moment zuckt man zwar zusammen. Aber direkt weh tut das ja nicht. Nur ist eigentlich das größere Problem, dass die Nadel selbst herausgezogen werden muss. Das ist schon ein recht komisches Gefühl. Würde das ein anderer machen, ginge es ruck zuck, und man spürt kaum etwas. Hast du es heute wieder geschafft, dir das Video anzusehen? Wie klappte es?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Nein, ein Problem mit meiner unversehrten Haut habe ich nicht. Es geht ja noch sehr viel weiter, als nur die Spritzen ect. Ich kann mich vor lauter Angst ja noch nicht einmal auf einen Behandlungstisch flach hinlegen. Wenn ich mir den Nacken behandeln lasse, muss das alles im Sitzen passieren, weil ich es einfach nicht hin kriege mich flach hin zu legen.

Ein paar wenige male habe ich mir das Video noch angeguckt. Ganz gelangweilt angucken kann ich es mir zwar immer noch nicht, aber mein Therapeut findet, dass es jetzt Zeit wird weiter zu gehen, indem wir zur Blutspende gehen und dabei zugucken, wie mein Mann sich dort Blut abnehmen lässt und zum Hausarzt wie ich meinem Therapeuten dabei zu gucke, wie er sich eine Braunüle legen lässt.

» freedomsfly » Beiträge: 120 » Talkpoints: 46,90 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Wenn es jetzt härter für dich wird, musst du dann auch irgendwelche Beruhigungstabletten neben? Oder meint dein Therapeut, dass du es so schaffen kannst, etwas hinzusehen? Wenn du dir das auch noch nicht ganz unbeteiligt ansehen kannst, so doch wesentlich besser, als anfangs. Dein Therapeut scheint ja einigermaßen zufrieden zu sein, sonst würde er die Vorschläge nicht gemacht haben. Also nimm allen Mut zusammen, wenn du mit ihm zur Blutspende gehst. Ich wünsche dir weiterhin Erfolg und viel Glück.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


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