Wird türkische Hotline für Glücksspielsüchtige benötigt?

vom 28.05.2014, 14:50 Uhr

In Deutschland gibt es weit über 400.000 Spielsüchtige. Ein verhältnismäßig großer Teil davon sind türkische Glücksspieler. Die Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht hat vor längerer Zeit damit begonnen, Beratungen telefonisch anzubieten in türkischer Sprache. Die türkische Gemeinschaft ist die am größten vertretene Suchtgruppe neben der deutschen. Die Inanspruchnahme von Hilfen ist hier sehr niedrig. Warum nehmen die Spielsüchtigen keine Hilfe an?

Die türkische Hotline ist eine Anlaufstelle für diese spielsüchtigen Menschen. Die Anrufer finden ein offenes Ohr. Sie haben jedoch ein anderes Verständnis und suchen das Problem der Spielsucht nicht bei sich selbst. Die Sucht wird unterschätzt und tabuisiert. Glücksspielautomaten sind in der Türkei verboten und so unbekannt. Allerdings sind türkische Cafés oft illegale Glücksspielorte. Die kostenfreie türkische Hotline ist zu erreichen unter 0800/3264762. Dort sitzt neben einem Soziologen noch ein Sozialpädagoge. Beide versuchen zu helfen. (Magazin Glück)

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Das Spielsüchtige keine Hilfe annehmen, lässt sich damit erklären, dass sie, wie das auch bei vielen anderen Süchten der Fall ist, meist gar nicht wissen bzw. erkennen, dass sie süchtig sind und dies eine Krankheit ist.

Das ist leider das größte Problem. Viele haben keine realistische Einschätzung zu ihrem Spielverhalten und zocken sich um Haus und Hof. Sie sind in einem Kreislauf gefangen und hoffen immer wieder auf den großen Gewinn, bei dem sich alle bisherigen Ausgaben rentieren. Doch selbst wenn sie den Gewinn machen würden, würden sie weiterspielen, weil die Sucht zu mächtig wäre, um dann einfach aufhören zu können.

Spielsüchtigen kann erst geholfen werden, wenn sie selbst erkennen, dass sie ein Problem haben und süchtig sind. Hilfe zur Selbsthilfe nennt man dieses Konzept. Jeder Helfer kann sich noch so sehr bemühen einem Süchtigen zu helfen, es wird so lange nicht funktionieren, bis der Süchtige selbst sieht das er krank ist.

Gerade, wenn diese Sucht dann auch noch tabuisiert wird und niemand darüber aufklärt, dass es eine Krankheit ist, schwinden die Chancen des sogenannten "trocken" werdens ungemein.

» scorpion24 » Beiträge: 207 » Talkpoints: 4,32 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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