Wie gut halten sich Eure Ärzte an die Schweigepflicht?
Vor einiger Zeit musste A sich einen neuen Zahnarzt suchen. Mit dem neuen ist er bisher auch einigermaßen zufrieden. Allerdings stört ihn dort der laxe Umgang mit bzw. die Nichteinhaltung der Schweigepflicht. Wenn mit A noch im Behandlungszimmer ein neuer Termin vereinbart wird, geht die Zahnarzthelferin mit ihm etwa an einen Computerbildschirm, wo ähnlich wie ein Stundenplan aufgelistet ist, welcher Raum wann belegt ist.
Allerdings kann A auf diesem Bildschirm auch gut lesen, welcher Patient wann in welchem Raum und von welchem der Ärzte behandelt wird und was gemacht werden soll. Er kann also genau lesen, dass etwa Frau X am Freitag um 9.30 Uhr einen Termin hat, damit ihr zwei Zähne gezogen werden. Dazu kommt, dass beim Eintreten von A in den Behandlungsraum mehr als einmal noch die gesamte Patientenakte des vorherigen Patienten auf dem Bildschirm am Behandlungsstuhl zu sehen war, also direkt vor seinen Augen der Bildschirm zu sehen war. Erst als A darauf hinwies, dass das nicht seine Akte sei, löschte die Assistentin den Bildschirm, ist sich dabei aber offenbar nicht bewusst, dass das ein Verstoß gegen die Schweigepflicht war.
Und genauso waren auch immer mal wieder Röntgenaufnahmen von anderen Patienten noch auf den Bildschirmen an der Wand sichtbar, gut lesbar beschriftet mit dem Namen und dem Geburtsdatum der Patienten. A hat auch schon bei anderen Ärzten erlebt, dass sie es mit der Schweigepflicht nicht so genau nehmen. Da werden Diagnose und Therapie oder auch Medikamente am Tresen vor allen anderen Patienten besprochen. Oder den Eltern einer erwachsenen Frau wird am Telefon die Diagnose von ihrem Frauenarzt mitgeteilt.
Wie gut achten Eure Ärzte auf die Einhaltung der Schweigepflicht? Theoretisch unterliegt der Arzt sogar der Schweigepflicht darüber, wer ihn überhaupt aufsucht, müsste also die Wartenden eigentlich sogar alle separat setzen und dürfte keinen laut vernehmbar mit Namen aufrufen. Und würdet Ihr Konsequenzen aus einem solchen Verhalten der Arztpraxis ziehen? Falls ja, welche?
Na das hört sich ja mal nicht sehr kompetent an. Das würde mich definitiv auch stören und wären Gründe nicht mehr zu diesen Ärzten zu gehen.
Also die Tatsache, dass man die Termine anderer Patienten an sich sieht, finde ich nicht schlimm. Wäre man zu derselben Zeit auch in der Praxis, würde man den Leuten ja auch begegnen. Allerdings sollte natürlich nicht sichtbar für jeden sein, was an diesen Terminen gemacht wird. Das fände ich auch nicht in Ordnung. Das ist privat und geht nur Patienten und Arzt etwas an.
Die Sache mit Frauenarzt. Kann es da nicht vielleicht auch sein, dass es vielleicht eine Vereinbarung gibt, dass den Eltern der erwachsenen Frau Auskunft gegeben werden darf?
Also meine Ärzte halten sich eigentlich an die Schweigepflicht. Einzig beim Hausarzt finde ich es immer etwas befremdlich, dass man ja vorne am Tresen sagen muss, weswegen man da ist und was man eben hat. Als ich einen HIV-Test machen wollte, fand ich das wirklich gar nicht witzig. Das ist ja schon sehr privat und da stehen dann so viele Patienten herum, die dies eben mithören könnten. Das ist aber auch das Einzige. Ansonsten habe ich überhaupt keine Probleme mit meinen Ärzten. Es liegen nie Daten, Akten, oder Fakten anderer Patienten herum. Und es wird so auch nie offen über Diagnosen gesprochen, sondern lediglich neue Termine vereinbart.
Ich finde es nun auch nicht schlimm, wenn man die Termine der anderen Patienten sieht. Nun ist es ja wirklich so, wenn man zur selben Zeit einen Termin bei dieser Arztpraxis hat, dass man den Leuten persönlich begegnet. Was nun aber wirklich nicht geht, dass ein Patient sehen kann, weshalb ein anderer Patient dort einen Termin hat. So etwas fällt auch unter der Schweigepflicht und dürfte für keine andere Person ersichtlich sein.
Wenn ich eine Arztpraxis besuchen muss, aus welchen Gründen auch immer. Und ich kann sehen, dass die Angestellten dort in der Arztpraxis es mit der Schweigepflicht nicht so ernst nehmen. Das heißt, dass für mich ersichtlich ist, wann ein anderer Patient eine Behandlung hat, vor allem, was für eine Behandlung der Patient bekommt. Ich zu dem die Röntgenbilder, Akten und desgleichen sehen kann mit dem vollständigen Namen und dem Geburtsdatum, dann würde ich mir die Frage stellen, wenn ich fremde Daten einsehen kann, welche Leute können denn bitte meine Daten sehen? Das wäre definitiv ein Grund für mich, diese Arztpraxis in Zukunft nicht weiter aufzusuchen.
Wenn ich das alles so lese, kann es natürlich wirklich sein, dass der Angestellte den Eltern einer Patientin, am Telefon, einfach Auskunft gegeben hat. Natürlich möchte ich nicht davon ausgehen und hoffe, dass vorher abgesprochen wurde, dass die Patientin den Arzt von seiner Schweigepflicht entbunden hat und der Arzt Auskunft über die Patientin an die Eltern weiter geben darf.
Ich habe solche Fälle in einer Arztpraxis noch nicht miterlebt. Wenn ich in ein Behandlungszimmer komme, werden die ganzen privaten Patientendaten des vorherigen Patienten gerade weggeräumt oder, sie sind schon weggeräumt wurden und meine Akte liegt dort schon auf dem Tisch. Es ist auch noch nie vorgekommen, dass ich am Tresen einer Arztpraxis mein Anliegen laut vor anderen Patienten schildern musste. Da ich meist mein Termin vorher schon telefonisch abgefragt habe, brauche ich nur noch zum Tresen gehen und sagen, dass ich einen Termin habe. Und schon kann ich mich in das Wartezimmer setzen.
Also mein Arzt ist hält sich sehr stark an seine Schweigepflicht. Ich gehe in eine Praxis in der ich wirklich jeden Mitarbeiter kenne, teilweise sogar aus dem Freundeskreis. Allerdings habe ich noch nie erlebt das mein Arzt dort irgendetwas zu meinen Erkrankungen gesagt hat. Natürlich könnten die Mitarbeiter einfach in den Computer schauen, aber das habe ich bisher auch noch nicht so mitbekommen. Ich war vor einigen Wochen dort und habe mich wegen einer psychischen Erkrankung untersuchen lassen. Dabei hat der Arzt dann meine Überweisung zu einem Kollegen sogar persönlich ausgedruckt und unterschrieben. Damit meine Bekannten vorne an der Anmeldung davon nicht unbedingt etwas mitbekommen. Das fand ich einfach sehr toll von ihm
Ich finde so sollte das jeder Arzt handhaben. Es ist für sein Image und seine Praxiswirkung einfach sehr wichtig das allen Mitarbeitern in der Praxis vertrauen kann. Wenn ich mitbekommen würde das an anderen Personen etwas aus meiner Krankenakte weitergegeben wird, würde ich definitiv das letzte mal in dieser Praxis gewesen sein. Die Schweigepflicht ist meines Erachtens nach auch etwas, dass bei Missachtung sogar vor dem Richter landen könnte und das kann sich eigentlich kein Arzt leisten.
Ich denke, dass in dem Fall das Problem bei den Sprechstundenhilfen liegt, die hier scheinbar die Rechtslage nicht kennen. Also sollte man es noch mal dem Arzt mitteilen und ihn darauf hinweisen, was passiert ist und dass dann eine Verletzung der Schweigepflicht ist. Er muss sein Personal dann eben schulen lassen, was sich langfristig gesehen sicherlich lohnen wird, weil eine Klage wegen Verletzung der Schweigepflicht kann als Arzt wirklich das Aus bedeuten.
Bei meinem Arzt wird da sehr darauf geachtet. Wenn andere beispielsweise schildern, was sie haben, dann muss der Rest vor der Tür warten um sich anzumelden. Die Einsicht in andere Termine würde man da nie bekommen. Der Bildschirm wird auch ausgeschaltet, wenn nur der Patient im Raum ist und die neue Akte wird dann vom Arzt geöffnet.
Ich kann das nicht ganz beurteilen. Mir ist jedenfalls noch nie bekannt geworden, dass mein Hausarzt die Schweigepflicht gebrochen hätte. Bei mir gibt es aber auch keine Krankheiten, die man unbedingt verschweigen müsste. Dass meine Zähne große Probleme machen, ist kein Geheimnis und hier würde mir ein Bruch der Schweigepflicht nichts ausmachen, wenn ich dadurch endlich mal keine Beschwerden mehr hätte.
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