Kein Facharzttermin bekommen - bei Krankenkasse beschweren?

vom 12.05.2014, 08:32 Uhr

Ich war heute morgen bei meinem Hausarzt und habe die Blutergebnisse bekommen. Leider ohne Ergebnis. Nun hat dieser mich an einen Hautarzt verwiesen, der ein paar Straßen weiter seit und ich sollte dort vorbei gehen. Also habe ich das gemacht, mit einer Überweisung in der Tasche und den Blutergebnissen. Leider hatte die Praxis noch geschlossen und ich hätte eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen müssen, bis sie öffnet. Also habe ich dann von zu Hause dort angerufen. Man sagte mir, die Termine seien alle bis nächstes Jahr im Sommer vergeben und auch dazwischen schieben ginge nicht. Ich sollte es in einer anderen Praxis versuchen.

In der nächsten Praxis sagte man mir, dass erst im Oktober wieder Termine frei wären und ich es doch woanders versuchen soll. In der dritten Praxis nun das gleiche Spiel. Ich habe nun alle Praxen im Umkreis durch. Würde es vielleicht etwas bringen, wenn ich mich bei der Krankenkasse beschweren würde? Oder was kann ich nun tun?

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



So etwas musst du dir auf keinen Fall gefallen lassen und ich würde mich bei deiner Krankenkasse auf alle Fälle beschweren. Ich hatte im letzten Jahr mal einen ähnlichen Fall und habe sofort meine Krankenkasse angerufen und die haben mir gesagt, man solle derartige Praktiken der Terminvergabe ihnen unbedingt melden und sie würden sich die Ärzte dann "vornehmen".

Wie weit die Ärzte dann tatsächlich sanktioniert werden, weiß ich nicht. Aber ich finde es schon wichtig das man sich mal bei der Krankenkasse darüber mal etwas Luft macht und je mehr Beschwerden da über die ein und dieselbe Arztpraxis aufschlagen um so besser.

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» utebar » Beiträge: 177 » Talkpoints: 10,59 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich habe das auch mal erlebt. Da brauchte ich einen Termin beim Hautarzt und musste mehrere Monate darauf warten. Das war natürlich auch nicht gerade angenehm und ich habe es aber letztlich in Kauf genommen. Bei der Krankenkasse angerufen habe ich nicht.

Nun frage ich mich aber auch, warum denn keine Termine frei sind. Denn wenn es helfen würde, sich zu beschweren, dann würde das doch bedeuten, dass die Ärzte durchaus Termine frei haben, aber die nicht mitteilen. Kann denn das sein?

Vielleicht ist der Plan tatsächlich so voll und die geplanten Zeiten sind wirklich alle vergeben. Wenn der Arzt sein Budget überzieht, dann bekommt er das meines Wissens nach auch gar nicht mehr bezahlt oder? Dann müsste er ja gewissermaßen nach Feierabend kostenlos arbeiten, um allen Anfragenden Termine anbieten und das würde ich auch nicht machen.

Eine Alternative ist es vielleicht, sich in ein Krankenhaus zu begeben, wenn es dort eine dermatologische Station gibt. Die machen mitunter auch ambulante Behandlungen oder Kontrollen. Oftmals werden ja etwa Röntgenuntersuchungen oder Endoskopien nur im Krankenhaus durchgeführt, also würde ich annehmen, dass man für andere Untersuchungen auch dorthin kann.

Ich habe es ja ähnlich gemacht. Ich war wegen meiner Fußverletzung auch nicht bei einem niedergelassenen Orthopäden, sondern bei einem Arzt, der in einer Klinik arbeiten. Der Nachteil war nur, dass er mir keine Rezepte hätte ausstellen können, aber ich brauchte ja auch keine.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Es ist doch kein Geheimnis, dass wir in Deutschland einen Fachärztemangel haben. Was soll dann bitte eine Beschwerde bei der Krankenkasse bringen? Bei uns in der Stadt geht es noch halbwegs, so dass ich selbst beim Orthopäden nur rund vier Wochen zwischen Anruf und Termin habe. Zumindest bei Dingen die nicht akut sind. Als Notfallpatient kann man immer während der Sprechstunde hinkommen.

Und das wird auch bei Hautärzten so sein. Gewisse Lücken werden sie im Terminplan haben, weil man eben auch immer mit einem Notfall rechnen muss. Aber ansonsten muss man sich eben entscheiden, ob man so lange warten will, bis man in der Praxis behandelt werden kann oder ob man dann lieber einen weiteren Fahrtweg in Kauf nimmt, wenn man in einer anderen Praxis früher dran kommen kann.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Natürlich bringt eine Beschwerde bei der Krankenkasse keinen Termin. Aber man darf nicht vergessen, dass es wohl mehr und mehr Ärzte gibt, welche die gewöhnlichen Kassenpatienten lieber "schieben" und sich bevorzugt um Privatpatienten kümmert. So halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass eine Praxis nachweislich alle Termine über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten vergeben hat.

Ohne jetzt Details zu wissen, würde ich behaupten, dass Nelchen problemlos und zeitnah einen Terminvorschlag bekommen hätte, wenn angegeben worden wäre, privatversichert zu sein. Und das ist einfach ein Zustand, der nicht tragbar ist. Und jetzt kommt das Gewicht der gesetzlichen Kassen ins Spiel. Denn wenn es ein Arzt entsprechend bunt treibt, droht ihm im schlimmsten Fall der Ausschluss der Vereinigung. Dann könnte er keine gesetzlich versicherten Patienten mehr abrechnen. Und bei Privatpatienten kann es zu Problem bei der einen oder anderen Krankenkasse kommen. Hat ein Arzt jetzt ein entsprechend breites Fundament an Privatpatienten, kann er das riskieren. Wenn nicht, dann wird er wohl zurückschrecken.

Für den Einzelfall wird die Beschwerde sicher weniger bringen und wenn man schnell einen Termin braucht, muss man wohl den Suchkreis vergrößern. Aber grundsätzlich ist es nicht verkehrt, solche ärgerlichen Vorkommnisse zu melden. Wobei man natürlich nicht bei der ersten Absage auf die Barrikaden gehen muss.

» derpunkt » Beiträge: 9898 » Talkpoints: 88,55 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


In dem Fall würde ich mich auf jeden Fall bei der Krankenversicherung melden und beschweren. Den Ärzten könnte dann unter anderem ein Verfahren drohen, in dem es um seine Krankenkassenzulassung geht. Schließlich haben auch die Krankenkassen ein Interesse daran, dass ihre Kunden behandelt werden. Denn wenn ich erfahren muss, dass ich mit meiner Krankenkasse nur als drittklassiger Patient warten gelassen werde, könnte ich ja sonst wechseln, was wiederum der Kasse nicht recht ist.

Um einen Termin zu bekommen, würde ich dann einfach meinen Hausarzt bitten, dass der einen Termin bei einem Facharztkollegen macht. Meistens geht es dann plötzlich und es ist doch ein Termin frei. Auch wenn man "aus Versehen" erst mal behauptet, man sei Privatpatient, dann sind urplötzlich Termine frei. Es ist dann nur fraglich, wie gut die Behandlung bei einem Arzt ist, der einen eigentlich nicht behandeln will.

» SonjaB » Beiträge: 2710 » Talkpoints: 6,28 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich habe ein akutes Problem, dass mich teilweise nachts nicht schlafen lässt, weil es so stark juckt und nichts wirklich dagegen hilft. Sonst hätte ich ein paar Monate Wartezeit auf einen Termin durchaus in Kauf genommen. Nach der ganzen Telefoniererei, habe ich dann noch eine Praxis gefunden, die auch eine sogenannte Notfallsprechstunde hat. Da kann ich dann auch jetzt schon hingehen, nur muss ich eben mit Wartezeit rechnen. Aber die nehme ich dann gerne in Kauf, wenn ich irgendwann dran genommen werde.

Mir wurde gesagt, dass es durchaus etwas bringen kann, wenn man solche Fälle der Krankenkasse meldet. Zwar nicht, dass ich dann dort schneller einen Termin bekomme, aber vielleicht ändert sich dann an der Einstellung oder Arbeitsweise der Praxis etwas.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Facharztmangel ist hier schon das richtige Stichwort. Allerdings kommt es auch darauf an, was man nun hat und ja, wenn Du nun akut ein Problem hast und der Hausarzt an sich nicht weiter weiß, ist es in er Regel auch sinnvoll, sich nochmal an die Krankenkasse zu wenden. Ich weiß aktuell nicht, wie sich eine Beschwerde auswirkt, aber ein Versuch ist es schon wert.

Ich hatte auch einmal den Tipp bekommen, mich bei der Krankenkasse zu melden und das habe ich auch getan. Zwar habe ich dann auch nicht so schnell einen Termin bekommen, aber mir hat es schon geholfen, dass man mir zuhören konnte und ich Frust ablassen konnte. Es ging damals um eine Behandlung, die ich selbst bezahlen sollte und der Behandlungstermin wurde immer und immer wieder verschoben. Das sah ich dann als Anlass, konnte aber die gleiche Behandlung woanders bekommen.

Eventuell musst Du es im weiteren Umkreis versuchen und drück ruhig ein wenig auf die Tränendrüse, mach der Arzthelferin klar, dass es nun ein akutes Problem ist und nichts, was sich großartig auf die lange Bank schieben lässt. Ansonsten frag nach einer offenen Sprechstunde, wohin man ohne Termin gehen kann. Dort sitzt man unter Umständen zwar eine Weile, aber man wird wenigstens angenommen.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Ich finde das recht schwierig, da ich auch nachvollziehen kann, warum der Arzt irgendwann keine Kassenpatienten mehr dran nehmen kann. Immerhin müsste der Arzt das dann aus eigener Tasche bezahlen und das ist nicht eben wenig. Er hat ja nur ein bestimmtes Budget für das Quartal. Zudem haben wir einfach auch zu wenig Fachärzte.

An deiner Stelle würde ich zunächst mal Google bemühen. Ich habe auch ein Problem gehabt und musste zum Hautarzt. Dann habe ich mir bei Google Bewertungen angesehen und tatsächlich einen Arzt gefunden, bei dem man sogar am selben Tag noch dran kommt. Dieser hatte fachlich auch wirklich etwas drauf und konnte mir weiterhelfen.

Ob eine Beschwerde bei der Krankenkasse was bringt weiß ich nicht, aber ich denke, dass man an der Situation damit auch nichts ändern kann. Immerhin haben diese Ärzte ja keine Termine mehr frei und selbst wenn sie dann Ärger bekommen, können sie ja keinen anderen Menschen dafür absagen. Einen Versuch ist es aber sicherlich wert. Bisher habe ich mich noch nie bei der Krankenkasse beschwert, kann dir daher auch nicht sagen, ob das etwas bringt.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Bei akuten Problemen kommt man auch bei Fachärzten recht schnell dran. Das kenne ich aus Thüringen so, wo dann der überweisende Arzt beim Facharzt anruft. Und auch hier in Sachsen wird das so gemacht, wenn es wirklich schnell gehen muss, dass man einen Befund benötigt. Das habe ich erst letzte Woche bei meiner Tochter erlebt. Da hätten wir am selben Nachmittag noch in die andere Praxis kommen können, was aber mit unseren anderen Termin nicht gepasst hat.

Auch in meiner Schwangerschaft hatte ich über Nacht ein Hautproblem bekommen. Morgens hatte ich eh einen Termin bei meiner Frauenärztin und dort wurde dann gleich telefoniert, bei welchen Hautarzt ich am selben Tag noch untersucht werden kann. Es liegt also nicht allein am Facharzt, wie schnell man dran kommt.

Übrigens glaube ich auch kaum, dass man bei Beschwerden allen Fachärzten mit Ausschluss aus der Vereinigung der Kassenärzte drohen kann. Immerhin haben sie doch noch genug Alternativen, um es darauf ankommen zu lassen. Und das geht am Ende zu Lasten der gesetzlich versicherten Patienten.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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