Sind Mensch und Pferd durch den Wohlstand ähnlich gefährdet?
EMS – Equine metabolisches Syndrom bei Pferden, eine Wohlstandskrankheit der Pferde nimmt immer mehr zu. Beim Menschen ist diese Krankheit schon zu einer Pandemie geworden. Hier kann sie den Herzinfarkt auslösen und bei jüngeren Pferden die Hufrehe. Bei beiden ist die Krankheit eine Folge von Übergewicht und sehr hoher Fettspeicherung. Während beim Menschen die Fettablagerungen im Bauchraum dazu beitragen, sind es beim Pferd Fettdepots an den Schultern, am Nacken usw. Die Hormone, die das Fettgewebe produziert, sind verantwortlich für die Krankheit. Eine Entgleisung des Stoffwechsels durch Überernährung und Überfütterung begünstigt das metabolische Syndrom. Es ist somit bei Menschen und Pferden eine Wohlstandskrankheit.
Es kann sich um einen Defekt im Gehirn handeln, dass die „Fressbremse“ bei beiden versagt. Energie verbrennt der Körper bei ausreichender Bewegung. Der Mensch sitzt im Büro oder zu Hause und bewegt sich nicht viel. Pferde werden viel zu wenig bewegt. Da reicht nicht eine Stunde am Tag. Also kann man festhalten, dass zu viel und zu gutes Essen und natürlich zu wenig Bewegung für Mensch und Pferd Gift sind.
Der Mensch kennt sein Problem, ist aber in den meisten Fällen zu faul und zu träge, Abhilfe zu schaffen. Das Pferd ist aber auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Es wird Unwissenheit beim Menschen sein, dass er es zu gut mit seinem Pferd meint, aber auch Zeitmangel, um es öfter zu bewegen. Genauso wie beim Menschen, muss auch für sein Pferd ein Umdenken stattfinden. Auf die richtige Ernährung und Haltung kommt es beim Pferd an. An die Möglichkeit einer Hufrehe sollte immer gedacht werden, wenn man dem Pferd anmerkt, dass es sich nicht wie üblich bewegt und vorsichtiger geht, weil es Schmerzen hat. Beachtet man das nicht und das Pferd bekommt nur Schmerzmittel, wird es irgendwann zu spät sein, ihm zu helfen und es muss sterben. Genau wie auch der Mensch an einem Herzinfarkt sterben kann.
So haben Mensch und Pferd doch etwas Gemeinsames: Beide sind sehr gefährdet durch die Art, wie sie leben. Beides kann nur der Mensch ändern. Für sich kann er entscheiden, dass er sein Leben ändert und für sein anvertrautes Pferd kann er ebenfalls eine grundlegende und nicht krank machende Änderung herbeiführen. Viele von euch haben Pferde oder nehmen Reitunterricht. Wie gesund sind eure Pferde? Haben sie in der Vergangenheit mal ein Problem mit ihren Hufen gehabt? Wurde vom Tierarzt eine Hufrehe diagnostiziert? Wenn ja, was habt ihr dagegen gemacht?
Das metabolische Syndrom besteht ja aus verschiedenen Einzelsymptomen; zu schwer, zu hoher Blutdruck, beim Menschen Diabetes oder Herzbeschwerden, zu hohe Cholesterin-Werte usw. Und bei einigen dieser Punkte gibt es ja bezogen auf den Menschen auch die Diskussion, ob da der Einzelne überhaupt eine Schuld trägt. Z.B. ist man sich gar nicht so sicher, ob hohe Cholesterin-Werte unbedingt an der falschen Ernährung liegen oder ob es nicht eher auch eine Frage der Veranlagung ist, wenn der Fettstoffwechsel dazu neigt, aus den Fugen zu geraten.
Ähnlich ist es bei dem zu hohen Blutdruck. Sicherlich spielt da etwa Übergewicht eine Rolle, wer mehr wiegt, hat eine höhere Tendenz zum zu hohen Blutdruck. Aber manchmal haben auch ganz schlanke Menschen Blutdruckprobleme. Das kann man gar nicht immer auf „zu faul“ verallgemeinern. Auch früher gab es schon dicke Menschen, obwohl das Nahrungsangebot anders war. Es ist wirklich manchmal eine Frage ungünstiger Gene. Natürlich wird jemand mit der ungünstigen Veranlagung dennoch schlank bleiben, wenn er kaum was zu essen bekommt, aber sobald man nicht hungert, kann dann eben die Veranlagung durchschlagen. Warum sollte das bei Tieren anders sein?
In der freien Natur leben ja die Tiere eigentlich einen Mangel. Ein Wildpferd muss ja immer um sein Leben fürchten, denn hinter dem nächsten Gebüsch könnte ein Raubtier warten. Zudem findet es sicherlich nicht immer genug zum Fressen, muss auch mal hungrig bleiben usw. In der menschlichen Obhut sorgen wir ja dafür, dass unsere Tiere nicht hungern müssen. Das hat vielleicht gar nicht so sehr mit einer Fressbremse zu tun, denn wenn der Magen voll ist, ist er voll. Aber bei uns haben Tiere eben wirklich die Möglichkeit, satt zu werden und nicht hungern zu müssen.
Bei den typischen Haustierrassen sieht man es ja; es gibt dicke Hunde und Katzen, moppelige Kaninchen und Meerschweinchen oder übergewichtige Kanarienvögel. Kein Wunder also, dass man das auch bei Pferden oder Eseln beobachten kann. Ich selbst hab etwa Kaninchen, auch übergewichtig. Warum weiß ich aber nicht. Ich füttere Grünfutter, wie vom Tierarzt empfohlen, kein Getreide, keine „Leckerchen“. Hinzu kommt ganztägiger Auslauf in der Wohnung, der auch zum Herumhoppel genutzt wird. Keine Ahnung, warum da trotzdem ein Übergewicht entstanden ist. Manchmal liegt es vielleicht doch nicht an der Haltung.
Und die meisten Pferdebesitzer halten ihre Tiere ja auch auf einer Koppel oder Weide, wo sie sich eigentlich viel bewegen können. Das ist dann auch schwer nachzuvollziehen, warum einige Tiere zunehmen und andere schlank bleiben, warum einige Hufkrankheiten bekommen und andere nicht. Dass man die behandeln sollte, ist ja klar, aber ich denke nicht, dass die Leute ihre Pferde massenhaft unter schlechten Bedingungen halten.
Davon ist und war auch keine Rede, dass die Tierbesitzer ihre Tiere unter schlechten Bedingungen halten. Natürlich haben sowohl Menschen als auch Pferde manchmal eine entsprechende Veranlagung oder einen Defekt im Gehirn, aber bei weitem nicht in allen Fällen. Bei Mensch und Pferd sind einige Erkrankungen zu vergleichen: bei beiden Übergewicht, abnorme Fettspeicherung, Blutzucker erhöht, Insulinresistenz, Gefäßerkrankung?. Hinzu kommen beim Menschen erhöhte Blutfette, Bluthochdruck und HDL erniedrigt.
Unter Fressbremse verstehe ich das natürliche Sättigungsgefühl, das manchen Menschen zu fehlen scheint, da sie einfach weiter essen, bis der Magen übervoll ist. Vielleicht ist es auch so bei Pferden. Schlanke Menschen mit Bluthochdruckproblemen haben auch keine Bauchfett-Speicherungsprobleme, davon war keine Rede. Ihr Bluthochdruck hat eine andere Ursache.
Bei den Pferden geht es ja nicht um Wildpferde, sondern um Pferde, die vom Menschen betreut werden, ihr Futter bekommen und ausgeritten werden. Pferde dürfen kein Kraftfutter bekommen, wenn sie zu dick sind. Richtig ist Heu und Kräuter. Pferdemüsli, Getreide, Silage, Leckerli, Gras im Herbst und Frühjahr, Zucker, Fruktan können Auslöser der Hufrehe sein. Es handelt sich nicht nur einfach um eine Hufkrankheit, Zitronengras, sondern um etwas, dass bei nicht richtiger Behandlung zum Tode (Einschläferung) führen kann.
Natürlich gibt es noch mehr Haustiere, die überfüttert und auch gefährdet sind. Aber mir ging es um eine mögliche Gemeinsamkeit zwischen Tier und Mensch, die beim Pferd gegeben ist. Dein Kaninchen hält da keinem Vergleich stand, sorry.
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