Wie wird die richtige Diagnose zum Hirntod gestellt?
A hat einen Angehörigen, der im Koma liegt. Die Ärzte haben gesagt, dass er Hirntod ist. Das Herz schläft aber noch und er wird nur beatmet, weil der Arzt den Angehörigen die Zeit lässt darüber nachzudenken, ob die Organe entnommen werden können.
Da das Herz noch schlägt und der Patient nur beatmet wird, frage ich mich, wie denn ein Hirntod diagnostiziert werden konnte. Das Gehirn gibt doch die Information ans Herz, dass es schlagen soll. Das Gehirn steuert doch den Körper. Wie also wird das genau festgestellt? Welche Tests werden gemacht? Was genau wird untersucht? Kann man wirklich sicher sein, dass dieser Mensch nie wieder aufwachen wird und gesund sein kann?
Der Hirntod ist ein Zustand des irreversiblen Erloschenseins des Großhirns und des Kleinhirns in allen, ihren Funktionen. Dass das Herz trotz des ausgeschalteten Gehirns weiterschlägt, liegt am Sinusknoten, der autonom den Puls generiert. Über entsprechenden Bahnen vom Gehirn kann die Pulsfrequenz variiert werden, aber die eigentliche Pulsgenerierung erfolgt am Sinusknoten.
Bei der Diagnostik ist es immens wichtig, dass sekundäre Ursachen für den komatösen Zustand ausgeschlossen werden. Vergiftungen, metabolische Entgleisungen, traumabedingte Zustände und ähnliches müssen dringend ausgeschlossen werden, weil diese Sachen behoben werden können und nicht zwingend mit einem irreversiblen Schaden einhergehen. Steht Frage nach der Entnahme von Organen zur Transplantation im Raum, so darf die Diagnose nicht von Ärzten gestellt werden, die dem Transplantationsteam angehören. Ebenso muss die Diagnose durch mehrmalige Tests zu verschiedenen Zeitpunkten gesichert werden.
Die entsprechenden Tests möchte ich hier nicht benennen, die kann man sich auch auf wikipedia.de durchlesen. Bei den besagten Tests handelt es sich jedoch um mehr oder weniger strikt cerebral gesteuerte Tests (unter anderem Reflexbögen, die unwillkürlich immer funktionieren), die eigentlich negativ sind, wenn der Mensch schläft, unter Narkose ist oder das Gehirn eben in Sparflamme noch weiterarbeitet. Ist dies nicht der Fall, sind die Tests positiv und die Diagnose kann mit Hilfe apparativer Diagnostik (EEG) gesichert werden.
Nein, du kannst nicht sicher sein, dass ein von den Ärzten diagnostizierter Hirntoter nie wieder aufwacht. Hier prallen verschiedene Meinungen angesehener Ärzte aufeinander. Es kommt darauf an, welches Interesse an dem Hirntoten jeweils vorliegt. Es gab Fälle, wo ein Hirntoter wieder erwachte und solche, wo er tatsächlich hirntot ist, aber trotzdem noch etwas spüren kann. Die Erklärung, wie das passieren kann, muss dir ein Fachmann geben. Aber lies dir diesbezüglich mal den Thread und vor allem die verschiedenen Stellungnahmen durch.
Hier. So wie es von getku erklärt wurde, sollte ein Hirntoter wirklich tot sein. Warum dann einige Aussagen namhafter Ärzte das Gegenteil behaupten, gibt jedoch zu denken.
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