Nasenscheidewand OP trotz geringer Beschwerden?
Meine Mutter hatte vor zwei Jahren eine akute Entzündung der Nasennebenhöhlen, also eine Sinuitis. Damals ist die Entzündung allerdings für längere Zeit unentdeckt geblieben und es kam zu einem Durchbruch, so dass sich die Entzündung auf ihre Gehirnhaut übertragen hat und sie einige Wochen mit einer akuten Meningitis auf der Intensivstation lag. Das war damals ein ziemlicher Schock für uns alle und leider war die Klinik, in die meine Mutter damals notgedrungen gebracht worden ist, auch nicht die allerbeste. Sie hat zwar einen guten Ruf, aber aufgehoben gefühlt hat man sich dort nicht gerade. Es war auch sehr lächerlich, dass sie Ärzte ziemlich lange gebraucht haben, die Diagnose zu stellen und sich danach auch nicht einig darüber waren, welche Behandlungsmaßnahme die Beste ist.
Nachdem die Operation und Reha zu Ende war und meine Mutter wieder arbeiten gehen konnte, schien erstmal alles in Ordnung zu sein, bis sich wieder ähnliche Beschwerden angekündigt hatten und meine Mutter ein CT machen ließ. Der Radiologe schlug natürlich direkt Alarm und empfahl eine weitere Operation, dass Krankenhaus sah es genauso, aber meine Mutter hatte keine so große Lust sich noch einmal einer solchen Operation zu unterziehen. Ich habe ihr dann später einen Termin bei der Uniklinik bei mir in der Stadt gemacht und nach einer längeren Unterredung mit dem Chef- und Oberarzt kam man dort zu dem Schluss, dass eine Operation absolut unnötig sei und man gar nicht nachvollziehen könne, was denn dort operiert werden solle.
Aufgrund leichterer Beschwerden beim Luftholen und einer häufig verstopften Nase empfahl man allerdings eine Operation der Nasenscheidewand, da diese etwas schief gewachsen ist und sich somit das eine Nasenloch häufiger mal zu ist. Zar vertrauen wir der Uniklinik auf jeden Fall mehr, als der Klinik bei uns vor Ort, im ganzen ist das aber natürlich eine verwirrende Situation, weil einfach keiner so Recht weiß, was denn nun das Beste ist und ob nun eine Operation notwendig ist oder nicht. Zwar meinen die Ärzte, dass sich die schiefe Nasenscheidewand nicht auf die Lebensqualität auswirkt, aber wenn meine Mutter deswegen manchmal schlechter Luft bekommt, könnte man das problemlos machen lassen.
Was würdet ihr in einer solchen Situation tun? Würdet ihr euch der Operation unterziehen, auch wenn die Beschwerden eben eigentlich nicht so groß sind und die Operation natürlich weitere Risiken mit sich bringen könnte? Würdet ihr noch einen dritten Rat einholen? Hat hier vielleicht jemand selbst schon mal eine Nasenscheidewand Operation gehabt und kann dazu mehr sagen?
Ich stehe im Prinzip vor dem gleichen Problem, ich habe eine verkrümmte Nasenscheidewand was dazu führt, dass ich anfällig für Nebenhöhlenentzündungen bin und auch nicht so gut Luft bekomme, wie es sein sollte. Ich habe deswegen meinen HNO-Arzt um Rat gefragt, der mir sagte, dass die einzige Abhilfe eine Operation sei. Er erklärte mir sehr genau, wie diese ablaufen würde und nach diesen Erklärungen kommt eine OP derzeit nicht in Frage, weil sie a) sehr schmerzhaft sein würde und ich b) für einige Wochen ausfallen würde, was ich mir momentan nicht leisten kann.
Ein Bekannter von mir hat das gleiche Problem, seine Ärztin hat ihm ebenfalls gesagt, dass nur eine OP etwas ändern könnte. Allerdings hat sie auch gesagt, dass es nur eine 50%tige Chance gibt, dass eine solche OP dann letztendlich auch etwas ändern würde. 50% ist mir aber zu wenig, um diese OP auf mich zu nehmen.
Auf einer Verbraucherplattform habe ich vor einer Weile einen Erfahrungsbericht über diese OP gelesen und mich über persönliche Nachrichten danach noch weiter mit der Autorin ausgetauscht. Sie meinte, dass sie zwar etwas mehr Luft wie zuvor bekäme, die OP mit ihrem heutigen Wissen aber nicht mehr machen lassen würde.
Alles in allem muss also mein Leidensdruck noch erheblich größer werden, bevor ich die OP auch nur ansatzweise in Betracht ziehe.
Also so lange keine derartigen Beschwerden vorliegen, dass man im Alltag massiv eingeschränkt wird und selbst so nicht mehr weiterleben möchte, würde ich von einer Operation abraten. Zumal ja auch jede Operation eine Form von Risiko wegen der Narkose und möglichen Folgen birgt.
Klick
Hier ein weiteres Beispiel für einen sehr interessanten Artikel über die wirtschaftliche Motivation bei Operationen.
Ich habe auch mal eine Dokumentation über dieses Thema gesehen, darin ging es um Operationen an der Wirbelsäule, die gleichzeitig absolut unnötig waren, aber den Krankenhäusern sehr viel Profit gebracht haben. Ich habe auch mal gelesen, dass oft unnötigerweise ein Kaiserschnitt gemacht wird, weil da das Krankenhaus einen Gewinn von 7.500€ pro Frau macht. Bei einer normalen Geburt verdient das Krankenhaus "nur" etwa 300 bis 1000€ je nach Krankenkasse der Frau.
Wenn mir persönlich jemand zu einer Operation raten würde, würde ich nach Möglichkeit immer eine zweite oder sogar dritte Meinung einholen und mich selbst intensiv über das Thema informieren. Natürlich ist mir klar, dass das nicht immer geht. Es kann ja auch sein, dass der Blinddarm kurz vor dem Durchbruch ist, da hat man keine Zeit stunden- oder tagelang mit dem Arzt zu diskutieren, ob die Operation wirklich notwendig ist. Bei einer Geburt verhält es sich ähnlich: wer diskutiert schon großartig mit einem Arzt, wenn dieser wegen Komplikationen während des Geburtsvorgangs zu einem Kaiserschnitt rät? Manchmal hat man eben keine andere Wahl und kann auch nicht immer eine weitere Meinung einholen. Aber wenn man es kann und der Leidensdruck auch nicht so groß ist, würde ich das tun.
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