In der Schwangerschaft in geringen Mengen Alkohol trinken
Eine Bekannte von mir ist wieder schwanger, und trinkt, wie in ihrer ersten Schwangerschaft wieder Wein. Natürlich betrinkt sie sich nicht, es bleibt dann bei zwei bis drei Gläsern, aber ich selber, habe nie nur einen Schluck getrunken, sobald ich wusste, dass ich schwanger bin, und kann mich damit auch nicht anfreunden. Sie meinte, das hätte beim ersten Kind ja auch nicht geschadet. Ob es schädlich ist, oder nicht, da gehen die Meinungen ja auch weit auseinander.
Wie seht ihr das, würdet ihr während der Schwangerschaft trinken, oder verzichten?
Das ist mal wieder ein kontroverses Thema. Ich selber würde während der Schwangerschaft keinen Tropfen Alkohol trinken, da ich in dieser Zeit ja nicht nur für mich selber verantwortlich bin, sondern für einen anderen Menschen, der von meinen Entscheidungen völlig abhängig ist. Außerdem möchte ich mir keine Vorwürfe machen, falls doch etwas "sein sollte", was man eventuell auf Alkohol während der Schwangerschaft zurückführen kann. Manchmal muss man sich eben ein bisschen zusammenreißen. Ich finde außerdem, dass drei Gläser Wein gar nicht so wenig sind. Alkohol ist nun mal ein Nervengift, das dem Körper auch in geringen Mengen nicht gut tut, egal, ob man nur leicht angesäuselt oder völlig blau ist.
Das Argument, dass "früher" oder beim ersten Kind ja auch alles in Ordnung war, zieht bei mir auch nicht. Noch "früher" haben Frauen in der Schwangerschaft geraucht, weil sie es nicht besser wussten oder bis zum letzten Tag auf dem Feld geschuftet, weil ihnen nichts anderes übrig blieb. Da sind auch genug Kinder halbwegs gesund auf die Welt gekommen, aber ich verstehe nicht, wieso man das Risiko eingeht, einem Ungeborenen zu schaden, wenn es sich doch so leicht vermeiden lässt.
Um noch weitere Beispiele anzuführen: Die Prügelstrafe in der Schule wurde doch auch abgeschafft und die Anschnallpflicht im Auto eingeführt, auch wenn es immer noch Leute gibt, die sagen: Uns hat es doch auch nicht geschadet. Das ist kein Argument, da ist nur jemand zu faul zum Dazulernen.
Ich sehe es so, dass man alle Faktoren abschaffen sollte, die dem Kind auch nur in irgendeiner Weise schaden könnten. So würde ich in der Schwangerschaft auch keinen Tropfen Alkohol trinken, meinem Kind zuliebe und ich denke auch, dass es nur so richtig ist. Es kann immer etwas passieren in der Schwangerschaft und ich möchte mir nicht vorwerfen wollen, dass etwas nicht geklappt hat, weil ich getrunken habe. Außerdem möchte ich mein Kind nicht einer solchen Droge aussetzen, wenn es sich nicht mal wehren kann. Es ist einfach nur unfair dem Kind gegenüber und da finde ich, dass die Menge egal ist.
Das Argument, dass es beim ersten Mal ja gut geklappt hat finde ich so etwas von schwachsinnig. Immerhin ist nicht jede Schwangerschaft gleich, nicht jedes Kind gleich und was dem einen Kind vielleicht nicht schadet, kann das andere schon töten oder Schäden verursachen. Ich würde da einfach kein Risiko eingehen wollen und denke auch, dass man das nicht machen sollte, wenn man mit den Konsequenzen nicht leben kann. Wenn das Kind dann deswegen behindert wird, muss man dann eben dafür sorgen, weil man dann selber Schuld ist.
Als ich schwanger war, habe ich zwei oder drei Mal einen Schluck Sekt getrunken. Das war bei Feierlichkeiten und eben auch nur zum Anstoßen. Da bin ich aber auch der Meinung, dass ein kleiner Schluck nicht wirklich beim Kind ankommt. Bei zwei bis drei Gläsern Wein sieht das aber schon anders aus. Vor allem weil es scheinbar recht oft beziehungsweise regelmäßig getrunken wird.
Das Argument, dass es beim ersten Kind auch keinen Schaden angerichtet hat, ist auch typisch für Menschen, die einfach nicht wahr haben wollen, dass sie was falsch machen. Zumal es mittlerweile auch Langzeitstudien gibt, die nachweisen, dass zu viel Alkohol in der Schwangerschaft er später zu Problemen führen kann. Lernschwächen sind da nur eine Folge davon.
Ich finde es ist ein Unterschied, ob man während der Schwangerschaft jetzt häufiger Alkohol trinkt oder eben nur einmal in 9 Monaten mal am Sektglas nippt bzw. nur ein kleines Schlückchen trinkt. Die oben beschriebene Frau scheint aber nun regelmäßig zu trinken und 2-3 Gläser finde ich auch sehr viel. Man muss ja auch bedenken, dass das Baby einen nicht unerheblichen Teil davon ja auch abbekommen wird. Unter diesen Aspekten finde ich ein derartiges Verhalten total verantwortungslos und egoistisch. Mutterliebe sieht in meinen Augen anders aus.
Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass es heute keine Zweifel mehr daran gibt, dass Alkohol einer Schwangerschaft schaden kann und sich auf das Kind auswirken kann. Vielleicht wird das Kind dennoch gesund geboren, aber wer weiß, welche Folgeschäden auftreten können und welche Krankheiten oder Eigenschaften das Kind später mal aufzeigen wird, die auf den Alkoholkonsum zurückgehen, auch wenn keiner das sofort vermuten würde?
Ich muss sagen, dass ich es schon ziemlich heftig finde, wenn man nicht einmal in der Schwangerschaft auf Alkohol verzichten kann. Das sagt ja dann schon einiges über den Menschen aus. Ich selbst trinke, wenn ich mal Wein trinke, vielleicht ein halbes Glas oder maximal eines und diese Frau ist schwanger und trinkt bis zu drei? Naja. Gesund ist das sicherlich nicht und ich würde das nicht tun, wenn ich schwanger wäre. Aber wenn sie meint, dass sie ohne Alkohol nicht leben kann, dann bitte schön. Eine gute Mutter würde ich das dann aber auch nicht nennen.
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