Nebenwirkungen von Blutdrucksenkenden Mitteln
Da mein Vater wohl leichten Bluthochdruck hat (beim Arzt ist er immer normal), wollte er sich blutdrucksenkende Mittel in der Apotheke holen. Er merkt, wenn er sich sehr anstrengt einen hochroten Kopf und das Blut pulsiert in den Adern. Nun überlegt er, welche Nebenwirkungen diese Mittel wohl haben könnten. Auch pflanzlich und rezeptfrei muss ja nicht nebenwirkungsfrei sein,
Wie ist das, wenn er sich welche verschreiben lässt, mit welchen Nebenwirkungen muss er dann rechnen? Medikamente, die für ein und das gleiche helfen sollen haben ja oft auch die gleichen Nebenwirkungen.
Auf keinen Fall sollte man blutdrucksenkende Mittel ohne ärztlichen Rat nehmen. Wenn dein Vater wirklich Bluthochdruck durch eigene Messungen feststellt, muss er diesen vom Arzt behandeln lassen. Es ist eigentlich untypisch, dass der Blutdruck beim Arzt normal ist, aber ansonsten zu hoch. Es ist eher umgekehrt zu beobachten. Wenn der Verdacht auf Bluthochdruck besteht, wird der Arzt eine 24-Stunden-Messung veranlassen. Nur so sind verlässliche Aussagen möglich.
Manche Arten von Bluthochdruck bekommt man durch Ernährungsumstellungen und Sport in den Griff, aber eben nicht immer. Oft ist Bluthochdruck auch angeboren. Die Medikamente dagegen sind gut verträglich und zeigen meist bei richtiger Dosierung gar keine Nebenwirkungen. Auf keinen Fall sollte man sich ohne ärztliche Diagnose rezeptfreie Mittel aus der Apotheke holen oder pflanzliche Präparate einnehmen.
Dass man nach einer Anstrengung einen roten Kopf bekommt, ist normal bzw. zeigt an, dass die Durchblutung im Gesichtsbereich gut funktioniert. Wie man daraus auf einen erhöhten Blutdruck zurückschließt, erschließt sich mir nicht, zumal erhöhte Werte unter körperlicher Anstrengung durchaus physiologisch sind und keinesfalls behandlungsbedürftig. Dafür bedarf es schon eher einer 24-Stundenmessung, wie anlupa bereits erwähnte.
Es ist auch so, dass nicht jeder Bluthochdruck mit Medikamenten behandelt werden muss. Es gibt eine gewisse Stadieneinteilung, angefangen von optimal (< 120 mmHg systolisch/ < 80 mmHg diastolisch) bishin zum Stadium III (> 180 mmHg systolisch/ > 110 mmHg diastolisch). Prinzipiell sagt man, dass selbst Stadium I nicht zwingend mit Medikamenten behandelt werden muss, die üblichen Allgemeinmaßnahmen im Sinne von Sport, mediterrane und kochsalzarme Ernährung, Vermeidung blutdrucksteigernder Medikamente, Behandlung weiterer Risikofaktoren wie Diabetes Mellitus, Hypercholesterinämie, etc. führen bei rund 25% aller Hypertoniker zu normotonen Werten, sofern sie umgesetzt werden.
Die heutigen Antihypertonika sind in der Regel gut verträglich, die in erster Linie eingesetzten Medikamente ACE-Hemmer haben als häufige Nebenwirkung trockenen Reizhusten. Allerdings gibt es inzwischen mit den sogenannten Sartanen Ausweichspräparate, die genauso gut wirken, jedoch teurer sind. Darüber hinaus kann man aber auch auf Diuretika (=Förderung der Flüssigkeitsausscheidung) und/oder beta-Blocker zurückgreifen, die ebenfalls als Mittel der Wahl in der Behandlung des Hypertonus gelten. Es ist jedoch individuell für jeden Patienten zu überprüfen, welches Medikament er kriegt, deswegen sollte man um Gottes Willen bloß nicht selbstständig auf irgendwelche blutdrucksenkende Mittel (und generell Medikamente) zurückgreifen.
Mag sein, dass man solche Mittel nicht ohne Absprache mit dem Arzt nehmen sollte, aber um ehrlich zu sein haben manche Ärzte auch keine Ahnung davon, selbst wenn sie solche Mittel verschreiben.
Mein Großvater hat schon lange Probleme mit dem Blutdruck und von seinem Arzt hat er ein passendes Mittel verschrieben bekommen. Leider hatte der Arzt nicht nachgedacht, was er da tut und offensichtlich das falsche Mittel und die falsche Dosierung verordnet. Der Puls ging nämlich soweit runter, dass es schon lebensbedrohlich wurde und mein Großvater für einige Wochen im Krankenhaus landete.
Im Krankenhaus selbst sprachen die Ärzte nur davon, dass wir loslassen sollen und versuchten uns die ganze Zeit auf seinen Tod vorzubereiten, obwohl er noch lebte. Er hat es aber überlebt, weil glücklicherweise die Ursache gefunden wurde: eben die falschen Medikamente. Als mein Großvater das Krankenhaus verließ, hat ihm sein Hausarzt aber wieder dieselben Medikamente verschrieben, die meinen Großvater fast umgebracht hätten obwohl er vom Krankenhaus eigentlich eine Mitteilung erhalten hat. Manchen Ärzten sollte man definitiv die Approbation entziehen!
@Olly173: Deswegen habe ich ja auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jeder Patient individuell beraten und behandelt werden sollte. Es gibt nämlich folgende Substanzklassen bei den Antihypertonika: ACE-Hemmer, beta-Blocker, Diuretika, Kalzium-Antagonisten und Angiotensin-Rezeptor-Antagonisten (Sartane). Kalzium-Antagonisten sollten bei KHK-Patienten möglichst vermieden werden, Z.n. Herzinfarkt ist beispielsweise eine typische Kontraindikation. beta-Blocker hingegen wären bei solchen Patienten das Mittel der Wahl. Allen ist jedoch gleich, dass sie niedrig dosiert begonnen und auch langsam gesteigert werden, nach dem Motto "start low, go slow".
Was ich damit sagen möchte ist, dass jedes Medikament, das eine Wirkung hat, auch Nebenwirkungen besitzt. Bei erfahrenen (Haus-)Ärzten sollte man meinen, dass sie zumindest die gängigsten Nebenwirkungen kennen sollten und ihre Patienten auch entsprechend den Vorerkrankungen beraten und behandeln. Leider gibt es aber auch solche Fälle wie der deines Großvaters, was bei einer anständigen Anamnese, Diagnostik und Wahl des richtigen Medikamentes durchaus vermeidbar gewesen wäre, behaupte ich mal. Auf der anderen Seite gibt es aber auch unentdeckte, unbehandelte "Vorerkrankungen", die erst im Rahmen einer Nebenwirkung eines Medikamentes erst entdeckt werden - solche Fälle gibt es letzten Ende auch.
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