3 Familienmitglieder an Lungenkrebs gestorben und geraucht
Ich habe letztens eine Frau kennen gelernt, ihr Mann und beide Söhne sind an Lungenkrebs verstorben. Als erstes wohl beide Söhne, und dann vor kurzem der Mann. Was mich wundert, niemand von ihnen hat irgendwann mal aufgehört zu rauchen, nachdem jemand verstorben ist.
Der Vater meines Stiefvaters ist auch an Lungenkrebs verstorben und mein Stiefvater hat danach sofort aufgehört zu rauchen, denn was kann einen mehr schocken, als wenn ein Familienmitglied an einer solchen Krankheit stirbt.
Würdet ihr auch aufhören zu rauchen oder würdet ihr wie vorher weiter rauchen?
Ich denke, dass ein Todesfall schon sehr an das Bewusstsein appelliert und die Einstellung bei mir ändern würde. Ich selbst bin auch Raucher, habe noch keinen Todesfall in der Familie an Lungenkrebs gehabt, Gott sei Dank. Jedoch denke ich, dass es mich wachrütteln würde. Denn momentan muss ich einfach sagen, dass ich gar nicht aufhören will, so schlimm es ist!
Ich rauche nicht und würde niemals auf die Idee kommen zu rauchen. Ehrlich gesagt finde ich es schon ein bisschen erbärmlich, wenn einem erst durch einen Todesfall im Familienkreis bewusst wird, dass Rauchen tödlich sein kann. Ich meine, ist ja auch nicht so, dass auf jeder Packung drauf stehen würde, dass Rauchen tödlich ist und das heute eigentlich jeder weiß und sich Raucherlungen im Internet oder bei Körperwelten ansehen kann. Wenn man dem allem keine Beachtungen schenkt und erst jemand sterben muss, damit man es kapiert, dann tut es mir Leid, so jemandem kann man dann auch nicht helfen.
Man kann die Menschen eben nicht zu ihrem Glück zwingen. Ich finde es unter den heutigen Umständen schon dumm und naiv genug, überhaupt mit dem Rauchen anzufangen. Aber es muss eben jeder selbst wissen, was er vom Leben will. Die Frau eines Bekannten von uns hat nur noch einen Teil ihrer beiden Lungen, weil der Rest entfernt werden musste und sie lag bereits zweimal deswegen im Koma. Und sie raucht auch noch weiter. In einem solchen Fall denkt man sich vielleicht auch, dass man sich von der Krankheit nicht mehr erholt und einem nichts gutes damit getan ist, wenn man in so späten Jahren noch mit dem Rauchen aufhören muss.
Ich will das Rauchen keineswegs verharmlosen. Aber in meiner Verwandtschaft gab es auch drei Todesfälle, die angeblich mit dem Rauchen in Verbindung gebracht wurden. Dabei haben zwei der Leute niemals geraucht. Einer hat sogar schon damals selbst das Passivrauchen vermieden und ist jeden Tag auf dem freien Feld joggen gegangen. Er hat sich gesund ernährt und starb an Lungenkrebs. Zwei andere hatten Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei einem haben die Ärzte gesagt, dass es vom Rauchen kommt. Auch dieser Mann hat nie in seinem Leben geraucht, was die Ärzte nicht glauben wollten. Bei dem Dritten wurde zum Bauchspeicheldrüsenkrebs auch noch Durchblutungsstörungen festgestellt. Dieser Mensch hat tatsächlich geraucht.
Ich rauche jetzt seit einigen Jahren nicht mehr. Seit dem ich nicht mehr rauche geht es mir gesundheitlich nicht gut. Ich habe Stoffwechselstörungen und körperlich geht es mir einfach schlecht. Selbst der Arzt meinte zu mir, dass die Beschwerden mit dem Rauchen wieder aufhören könnten. Er würde mir aber dennoch nicht dazu raten. Ich habe 30 Jahre geraucht und der Körper hat sich daran gewöhnt.
Keiner hört dauerhaft auf zu rauchen, weil man den Tod vor Augen hat. Man muss es selber wollen und es muss von Innen kommen und nicht durch andere Menschen. Ich kenne sehr viele Menschen, die einen qualvollen Tod gestorben sind und nie geraucht oder getrunken haben. Dennoch Lungenkrankheiten oder Leberkrankheiten hatten. Der Vater einer Freundin hatte Lungenkrebs und war starker Raucher und die ganze Familie raucht auch weiter.
Natürlich findet man Beispiele von Menschen, die nie geraucht haben und trotzdem an Krebs erkrankt sind und Beispiele von Menschen, die ihr ganzes erwachsenes Leben lang Kette geraucht haben und mit 92 bei einem Autounfall gestorben sind. Und natürlich verharmlost man damit das Rauchen, selbst wenn man betont, dass das ja gar nicht die Absicht ist. Solche Fälle sind nämlich nicht die Regel sondern Ausnahmen, aber da es Leute gibt, die ständig solche Geschichten erzählen entsteht schnell der Eindruck, dass solche Fälle sehr häufig vorkommen.
Tatsache ist jedenfalls, dass es für eine ganze Reihe von Krebsarten eine genetische Disposition gibt. Auch für Lungenkrebs gibt es bestimmte Gene, die bei den Betroffenen dazu führen, dass ihre Gefahr an Lungenkrebs zu erkranken sehr viel höher als normal ist, wenn noch weitere Faktoren dazu kommen und Rauchen ist nun mal der größte, aber nicht der einzige, Risikofaktor. Wenn man also schon mehrere Fälle in der Familie hatte kann man stark davon ausgehen, dass man selber auch zur Risikogruppe gehört und wenn diese Erkenntnis nicht "von innen kommt" dann weiß ich auch nicht, wie jemand noch mehr motiviert sein könnte sein Verhalten zu ändern.
Auf der anderen Seite sind viele Menschen eben nicht besonders rational wenn es darum geht lieb gewordene Gewohnheiten zu ändern und gesünder zu leben. Rauchen ist da ja wirklich nicht das einzige Beispiel. Man wird sicher auch genug Diabetes Typ 2 Patienten finden, die sich weiterhin ungesund ernähren und keinen Sport treiben. Denen wird der Arzt auch gesagt haben, dass ihre Krankheit ein Resultat ihrer Lebensweise ist und, dass es ihnen besser gehen würde wenn sie ihre Gewohnheiten ändern.
Ich kann es vielleicht nicht so beurteilen, weil ich nicht rauche und noch nie geraucht habe, aber ich denke schon, dass ich durch ein solches Schockerlebnis mit dem Rauchen aufhören würde. Ich kenne aber auch Fälle, in denen das nicht funktioniert hat. In unserer Kundschaft gibt es einen Kunden, der einen Lungeninfarkt hatte und trotzdem weiter raucht und ein anderer Kunde hat schwere Atemnot und wenn der keuchend vor einem steht, riecht man den kalten Rauch.
Das sind so Fälle, die ich einfach nicht verstehen kann, aber wenn diese Menschen von eigenen gesundheitlichen Problemen nicht überzeugt werden, denke ich, dass vielleicht auch ein familiärer Todesfall durch das Rauchen keine Überzeugungsarbeit leistet.
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