Habt ihr Kontaktlinsen mit Fernbereich und Nahbereich?
Ich war neulich bei einem Bekannten, der mir erzählte, dass er gerade für einen seiner Freunde, der sich mit dem Entwickeln von Kontaktlinsen beschäftigt, neuartige Kontaktlinsen mit zwei Sehbereichen testet, die sowohl einen Bereich für das Sehen in die Ferne wie auch für das Sehen in der Nähe haben, ähnlich wie es bei einer Gleitsichtbrille der Fall ist. Ich kann es mir zwar nur schwer vorstellen, dass das funktioniert, aber anscheinend wird das vom Gehirn gesteuert und das weiß dann eben, ob man gerade in die Ferne oder in die Nähe sieht.
Mich würde nun interessieren, ob ihr solche Kontaktlinsen kennt und ob sie gut funktionieren. Kommt ihr mit solchen zweigeteilten Kontaktlinsen klar und sieht man dann wirklich in allen Bereichen scharf?
Ich habe von meinem Optiker Tageslinsen zur Probe bekommen, die für die Nähe und die Ferne sind. Es sind 5 Paar und ein Paar habe ich erst probiert. Ich bin nicht gut damit zurecht gekommen und da sich das Auge erst dran gewöhnen muss, werde ich die 4 Paar Tageslinsen, die ich noch habe an 4 Folgetagen testen. Dafür darf ich aber auch nicht viel vor haben. Denn Auto fahren möchte ich mit den Linsen nicht.
Ich denke, dass diese Art Linsen noch nicht so ausgereift sind. Denn diese sind auch sehr davon abhängig, wie groß die Pupille ist. Denn der Mittelbereich ist für die Ferne und der Außenbereich für die Nähe und das ist schwer zu koordinieren für das Auge. So richtig zufrieden war ich bisher nicht mit den Linsen und ich glaube auch nicht, dass ich mir diese kaufen werde. Du darfst sie dir nicht zweigeteilt in dem Sinne vorstellen. Die Linsen schwimmen auf dem Auge und wenn du deine Augen bewegst, dann bleiben sie im Prinzip stehen. Und wenn du nach unten schaust, schaut die Pupille durch den äußeren Rand, der für die Nähe ist.
Das hört sich aber trotzdem recht interessant an. Wenn aber nun der Mittelbereich der Linse für die Ferne gedacht ist und der äußere Bereich dann für die Nähe, dann sind die Linsen ja doch irgendwie zweigeteilt. Ich dachte, dass die Bereiche irgendwie ineinander übergehen (der Vergleich mit der Gleitsichtbrille war wohl etwas falsch beschrieben) und das Gehirn dann von sich aus entscheidet, wohin die Person gerade sieht und die Sehschärfe dann sich entsprechend einstellt.
Aber so ist es ja dann nicht. Wenn man nach unten schauen muss, um in der Nähe scharf zu sehen, dann sind die Linsen wohl doch recht gewöhnungsbedürftig. Ich glaube, dass ich damit eher nicht klar kommen würde, weil ich es eben gewohnt bin überall scharf zu sehen, egal ob ich in die Weite oder die Nähe schaue. Das muss bei mir fließend ineinander übergehen.
Ich benutze schon seit längerem solche Kontaktlinsen und bin damit wirklich sehr zufrieden. Vor allem, weil ich mit Brillen nicht so gut zurechtkomme. Ich verlege sie ständig und fühle mich damit nicht wirklich wohl.
Am Anfang dauert es ein bisschen, bis man sich daran gewöhnt hat. Inzwischen merke ich aber kaum noch, dass ich sie drin habe. (Außer natürlich durch das klarere Sehen
) Bei Fielmann wurde ich sehr gut beraten und man kann von Zeit zu Zeit auch einen Sehtest machen, um die Stärke anzupassen. Mir wurde auch erklärt, dass es ganz normal ist, dass man anfangs noch nicht gleich perfekt damit sieht, weil das Sehzentrum im Gehirn sich erst einmal darauf einstellen muss. Es funktioniert ja etwas anders, als beim "normalen" Sehen oder mit einer Brille. Bei mir ist zum Beispiel das rechte Auge das "Führungsauge".
Ehrlich gesagt bin ich ziemlich begeistert davon, dass so etwas heutzutage überhaupt schon möglich ist. Der einzige Nachteil ist der hohe Preis. Deshalb trage ich sie manchmal länger als vorgegeben, was ja auch nicht so optimal sein soll. Wenn ich mal knapp bei Kasse bin, steige ich auch vorübergehend mal wieder auf eine günstige Lesebrille um. Die gibt es ja heute schon in jeder Drogerie für ein paar Euro. Damit kann ich aber nur im Nahbereich was sehen. Draußen laufe ich dann rum wie ein blindes Huhn und fühle mich total verunsichert. Ich bin dann immer richtig glücklich, wenn ich meine neuen Kontaktlinsen abholen kann und mich wieder als "normaler Mensch" fühle.
Vielleicht gibt es ja auch Leute, die Kontaktlinsen generell nicht vertragen? Für meine Mutter wären sie zum Beispiel nichts, weil sie einen Horror davor hat, sich ins Auge zu fassen. Daher wird das Einlegen und Entfernen zum Problem. Für mich dagegen ist das ganz selbstverständlich. Nur, wenn ich mal zu lange wach bin oder die Linsen eben schon ein bisschen alt, spüre ich sie überhaupt. Ansonsten fühle ich mich damit sehr wohl und komme super damit zurecht. Für die Besserverdienenden unter euch: Es gibt ja sogar schon Linsen, die man nicht einmal zum Schlafen mehr herausnehmen muss.
Die sind aber leider extrem teuer. Wenn ich mehr Geld hätte, würde ich die bestimmt auch mal ausprobieren. Dann entfällt diese lästige abendliche Prozedur und man muss nicht noch mal aufstehen, wenn man vor dem Einschlafen im Bett noch ein bisschen Lesen will. Ich habe auch schon mal meinen Behälter und die Aufbewahrungslösung zu Hause vergessen, als ich woanders übernachtet habe. Da hat man am nächsten Tag ganz verklebte Augen und sieht natürlich auch nicht mehr so optimal. Ansonsten finde ich es aber eine tolle Erfindung. Es sei denn, man lässt sich die Augen lasern, was man sich eben auch erst einmal leisten können muss.
Ein Bekannter von mir, den ich nur mit einer dicken Brille kannte und der unbebrillt wirklich blind wie ein Maulwurf war, hat sich vor einigen Jahren in der Türkei einer Laseroperation unterzogen. Seitdem musste er nie wieder eine Brille tragen und ist auch viel selbstbewusster geworden. Ich glaube allerdings, dass das nicht bei allen Sehfehlern möglich ist. Außerdem besteht natürlich, wie bei jedem Eingriff, auch ein Restrisiko. Ich weiß nicht, ob es Patienten gibt, die durch so eine OP schon mal ganz das Augenlicht verloren haben? Das wäre natürlich bitter... Wenn ich könnte, würde ich das Lasern aber in Erwägung ziehen, denn die Kontaktlinsen und Brillen sind auf Dauer auch ganz schön teuer.
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