Wurden euch oder euren Kindern schon mal Drogen angeboten?
Haben euch Fremde schon einmal angesprochen und euch Drogen irgendwelcher Art angeboten? Oder haben eure Kinder davon berichtet, dass sie angesprochen wurden, vielleicht sogar in der Schule von älteren Schülern? Wie habt ihr reagiert? Dealer tummeln sich ja überall. Ich habe mal in einem Dokufilm gesehen, wie sich die Dealer in Berlin in einem Parkstück zwischen Büschen und Bäumen Verstecke für ihre Ware gesucht haben. Wenn sie dann erwischt wurden, hatten sie nichts bei sich.
So wird es auch in anderen Städten üblich sein, dass sich die Dealer immer wieder neue Opfer suchen. Aber besonders schlimm ist es für Schulkinder, wenn sie dann angesprochen werden. Ich hoffe nicht, dass ihr das schon erlebt habt, aber möglich ist natürlich alles.
Komplett fremde Personen haben mich noch nicht wegen Drogen angesprochen, aber einige Bekannte haben mir schon Drogen angeboten. Ein Mädchen aus meiner Schule wollte mich auf eine Party mit elektronischer Musik einladen und hat mich gefragt, ob ich chemische Drogen konsumieren würde, wenn sie mir diese ausgibt, woraufhin ich aber auch abgelehnt habe. Eine völlig fremde Person, die ich vorher noch nie gesehen habe, hat mir noch keine Drogen angeboten und wahrscheinlich hätte ich in diesem Moment auch Angst, wenn mich eine fremde Person ansprechen würde und es um Drogen geht.
Ich habe auch schon öfters gehört, dass Dealer auch fremde Leute ansprechen und diesen Drogen anbieten, eine Freundin war in einer Großstadt unterwegs gewesen und wurde von einem fremden Mann gefragt, ob sie einen "Stein" haben möchte, worauf sie völlig verwirrt war und auch gefragt hat, was er für einen Stein denn meinte. Ich habe im Internet nachgeschaut und wahrscheinlich meinte dieser Mann wohl Crack, so wird diese Droge wohl auch noch bezeichnet.
Mir wurden in der Stadt bereits Drogen angeboten. Ich war noch Schülerin an einer ausländischen Schule und die höhere Schule befindet sich halt in der Landeshauptstadt, so dass ich täglich dorthin fahren musste. Auf jeden Fall haben sich im Bereich der Schule immer irgendwelche komischen Gestalten gestanden, die den Schülern Drogen verticken wollten. Ich habe sie immer bewusst ignoriert, einige Freundinnen ebenfalls. Angst hatten wir nicht unbedingt, wir haben uns nur nie auf ein längeres Gespräch eingelassen.
Den Kindern einer Freundin werden auf dem Schulweg ständig Drogen angeboten. Aber, was ich bald noch schlimmer finde, sie werden auch von aufdringlichen Prostituierten angesprochen, die schon Grundschülern ihre Dienste anzubieten versuchen. Sie wohnt in Berlin / Tiergarten und in ihrer Straße hält sich hartnäckig der Straßenstrich. Die Anwohner sind machtlos. An der Ecke haben sie jetzt auch noch ein mehrstöckiges Flatrate- Bordell mit riesigen aufdringlichen Werbungen hingestellt. Zur "Freude" aller Eltern, die da täglich mit ihren Kindern langlaufen.
Ich denke mal, dass sie ein wirklich gutes Verhältnis zu ihren Kindern hat und solche Themen auch offen anspricht. Das ist bestimmt eine gute Vorbeugung und ein gewisser Schutz. Die Kids sehen ja jeden Tag runtergekommene Junkies, die sich für ein paar Euro auf der Straße prostituieren. Das kann durchaus abschreckend wirken. Wer so was täglich sieht, überlegt sich bestimmt reiflich, ob er auch zu harten Drogen greift..
Wirklich vermeiden kann man sicher nicht, dass Kids auch mal Drogen angeboten werden. Auch nicht auf dem Land. Ob sie dann stark genug sind, diese abzulehnen, liegt wohl eher an der Persönlichkeit des Kindes. Erfahrungsgemäß würde ich eher sagen, dass jüngere Kinder da nicht so anfällig sind. Jedenfalls nicht, wenn sie eine gute Bindung zum Elternhaus haben. Gefährdet sind da eher Kids, die zu Hause Vernachlässigung, Gewalt und Lieblosigkeit erleben. Die neigen häufig dazu, sich von Fremden ansprechen zu lassen, weil sie verzweifelt nach Aufmerksamkeit suchen. Denen geht es ja meist gar nicht um die Drogen, sondern sie freuen sich, dass sich mal jemand "für sie interessiert". Solche Kinder werden ja auch nicht selten Opfer von sexuellem Missbrauch durch Erwachsene.
Bei Jugendlichen ist das schon problematischer. Aber auch da hilft es, wenn das Kind schon früh gelernt hat, auch mal Nein zu sagen. Jugendlichen, die auch zu Hause mal widersprechen durften und nicht zum blinden Gehorsam erzogen wurden, beugen sich auch später nicht so schnell dem Gruppenzwang. Das habe ich bei meiner Arbeit mit Jugendlichen häufig beobachtet. Der beste Schutz ist meiner Ansicht nach ein gutes Vertrauensverhältnis mit den Eltern, ein gesundes Selbstwertgefühl und eine starke Persönlichkeit. Die Gefährdungen von außen kann man leider nicht wirklich abstellen. Aber man kann für sein Kind da sein und es stark machen, damit es solchen Versuchungen widersteht und Krisensituationen nicht mit Drogenkonsum zu lösen versucht.
Mir selbst wurde einmal ein Joint angeboten von einem Bekannten. Wir hatten dessen Geburtstag gefeiert und weil es so spät, mitten im Winter und er auch noch ziemlich betrunken war, habe ich mich angeboten, ihn mit dem Auto nach Hause zu bringen. Er fiel dann mehr durch seine Wohnungstür als dass er noch richtig gehen konnte und schmiss sich dann gleich aufs Bett, wo er sich einen Joint drehte. Und in seiner Dankbarkeit bot er mir auch einen an. Mir fiel dazu nicht mehr viel ein und ich habe ihn dafür nur recht wütend angeschrien, ob er noch alle Tassen im Schrank hätte. Schließlich kannte er meine Einstellung zu Drogen.
Als ich mit einer Gruppe dann mal in Schottland war und wir in kleinen Grüppchen durch Edinburgh wandelten, wurden einigen Jugendlichen aus unserer Gruppe auch Joints angeboten von einigen Fremden, die völlig stoned zu sein schienen. Dabei hatten "unsere" Jugendlichen nur nach dem nächsten Burgerladen gefragt, denn sie hatten Hunger. Wir waren recht erschrocken darüber und hätten nicht gedacht, dass die Jugendlichen, für die wir verantwortlich waren, am helllichten Tag in einem öffentlichen Park so leicht an Drogen kommen könnten.
Ich war vor kurzem mit einem Freund in Frankfurt am Main und als wir durch die Innenstadt gegangen sind hat ein an eine Hauswand lehnender junger Mann, als wir an ihm vorbeigegangen sind, "Marihuana?" leise und schnell gesagt. Ein paar hundert Meter weiter an einer Ampel wieder das gleiche. Wir haben die beiden einfach nicht weiter beachtet und sind weitergegangen. Ansonsten wurden mir noch nie Drogen angeboten.
Den Ausdruck „Stein“ hatte ich bisher auch noch nicht für Crack gehört. Ja, auch bei Bekannten und Freunden muss man aufpassen, dass man hart bleibt. Mit einmal kostenlos probieren fängt es an und dann wollen sie dir weitere Drogen verkaufen. Ich finde es schon klasse, wenn du nein sagst, soulofsorrow, und damit anderen mit gutem Beispiel vorangehst.
Wibbeldribbel, genau von solchen komischen Gestalten hatte ich auch gelesen und es wird immer wieder gewarnt. Wenn du und deine Freundinnen sie ignoriert haben, ist es ja gut. Aber meistens lassen solche Typen nicht locker und versuchen es immer wieder. Da gehört der Lehrer angesprochen und auch die Polizei.
Sonja B., dann scheint genau dass, was ich von Berlin schrieb, auch in anderen Städten so zu sein. Das ist verführerisch für manche Jugendliche und sehr gefährlich. Ich wünschte nur, dass man da mehr Polizeikontrollen machen würde. Diese Dealer werden es aber nie lassen und an anderer Stelle weiterhin versuchen, ihre Ware an den Mann zu bringen. Wenn dein Bekannter deine Einstellung zu Drogen kannte, kann man das Angebot nur seinem durch Alkohol vernebeltem Gehirn zuschreiben.
Doublek, wenn es dir gleich zweimal an einem Tag in Frankfurt passiert ist, dass dir Drogen angeboten wurden, kann man schon fast von gehäuft sprechen. Es ist das Beste, diese Menschen einfach zu ignorieren. Ein Gespräch mit ihnen bringt nichts und führt nur zu Ärger. Diese Menschen versuchen mit voller Absicht, andere zum Drogenkonsum zu bewegen, was schlimm ist. Vielleicht sind auch sie so zu Drogen gekommen und das finde ich ganz traurig.
ANNA67, ich kenne leider Berlin nicht, dachte aber immer, dass Tiergarten ein anständiger Stadtteil ist, in dem sich gut wohnen lässt. Das Anbieten von Drogen an Schulkinder ist für mich genau so schlimm, wie die Angebote, die sie von Prostituierten bekommen. Unverständlich für mich ist auch, dass dort ein auffälliges, großes Flatrate-Bordell hingestellt wurde und zusätzlich noch der Straßenstrich dort sein Unwesen treibt. Als Anwohner würde ich auch in die Luft gehen. Verstehen kann ich nicht, dass dort ein Bordell die Baugenehmigung erhielt und zusätzlich der Straßenstrich geduldet wird von den Aufsichtsbehörden.
Ich hoffe, dass die Junkies den Kids das Gefühl geben, niemals so werden und enden zu wollen. Probieren werden die meisten von ihnen mal Drogen. Wenn es dabei bleibt, ist ja alles in Ordnung. Das Sicherste ist natürlich ein gutes Elternhaus, in dem die Kinder nicht nur Gewalt und Vernachlässigung kennen lernen. Das ist schon alles richtig, was du geschrieben hast. Bleiben Kinder sich selbst überlassen, sacken sie schneller ab.
Der Gruppenzwang spielt heute die wichtigste Rolle. Wer nicht mithält wird gemobbt oder sollte sich selbst entscheiden, sich abzusondern. Aber die Zeit des blinden Gehorsams ist schon lange her. Das kannst du heute nicht mehr mit Kindern und Jugendlichen machen. Starke Charaktere haben tatsächlich die größte Chance, sich vor solchen Versuchungen selbst zu schützen.
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