Nach Unfalll wieder das tun, wodurch der Unfall passierte?

vom 20.01.2014, 19:41 Uhr

Man sagt ja oft, dass man, wenn man vom Pferd gefallen ist, sofort wieder aufsteigen soll und weiter reiten soll, wenn die Gesundheit es erlaubt oder man wieder genesen ist. Auch beim Autofahren wird davon gesprochen, dass man sofort wieder ans Steuer soll, wenn man einen Unfall hatte und es die Gesundheit zu lässt.

Was haltet ihr davon? Denkt ihr, dass man wirklich sofort wieder das machen sollte wo der Unfall passiert ist, also Auto fahren, wenn man einen Auffahrunfall oder mehr hatte oder aufs Pferd aufsteigen, wenn man vom Pferd gefallen ist? Habt ihr das schon gemacht oder denkt ihr, dass man sich da sehr viel Zeit lassen sollte?

Benutzeravatar

» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich denke, wenn man wirklich Wert darauf legt, die Tätigkeit wieder auszuüben, ist es psychologisch wirklich empfehlenswerter, wenn man möglichst wenig Gelegenheit hat, den Unfall gedanklich durchzuspielen und sich alle möglichen Horrorszenarien auszumalen. Wenn man möglichst schnell die Erfahrung macht, dass das Autofahren, Reiten, Skifahren oder was auch immer trotz Unfall wieder ganz gut klappt, macht man auch weiter. Außerdem kann man so besser aus seinen Fehlern lernen und zukünftige Gefahrensituationen vermeiden.

Außerdem gibt es ja Tätigkeiten, die man schon aus praktischen Gründen ausüben muss. Nicht jeder hat die Möglichkeit, beispielsweise auf das Autofahren dauerhaft zu verzichten. Und manche Hobbys beinhalten ein gewisses Risiko, das viele Leute aber in Kauf nehmen, weil es ihnen so viel Spaß macht. Was nützt es einem passionierten Reiter, erst mal ein halbes Jahr Pause zu machen, wenn er einmal spektakulär in den Sägespänen landet?

Dabei gehe ich natürlich davon aus, dass die Verletzungen nicht allzu schlimm sind. Ein paar blaue Flecken gehören zu vielen Hobbys, gerade im sportlichen Bereich, einfach mit dazu, und wer Erfolg haben möchte, muss diese eben wegstecken können. Wer sich z.B. beim Snowboardfahren jedoch beinahe umgebracht hätte und wochenlang im Krankenhaus war, versäumt vielleicht nicht so viel, wenn er oder sie um diese Sportart fürderhin einen weiten Bogen macht.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Das Problem ist doch, dass wenn man es nicht macht baut sich immer mehr Druck auf. Man denkt dann darüber nach, was passiert ist und was wieder passieren könnte. Es baut sich dann immer mehr Druck auf und man bekommt immer mehr Angst. Ich denke daher, dass man unbedingt wieder damit anfangen muss nach einem Unfall, wenn es eine Sache ist, die man mochte oder eben auch eine Sache ist, die man braucht.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Es gibt doch genug Beispiele, wo Leute nie wieder selbst Auto gefahren sind nach einem Unfall. Sie haben die erste Fahrt so lange vor sich hergeschoben, bis sie endgültig zu viel Angst aufbaut hatten. Zumindest kenne ich da recht viele Leute, wo es sich so entwickelt hat. Deswegen ist es schon richtig, wenn man so schnell wie möglich wieder das macht, wo man einen Unfall hatte. Ich selbst bin auch nach jedem Sturz gleich wieder auf´s Fahrrad, wenn auch manchmal etwas widerwillig. Aber es hat geholfen.

Auch nach meinem ersten Unfall mit dem Auto hat mein Vater einen Trick angewandt, damit ich noch am selben Tag wieder selbst hinterm Steuer sitze. Wenn es damals nur nach mit allein gegangen wäre, würde ich vermutlich heute auch kein Auto mehr fahren.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Ich kann da nur von meiner eigenen Erfahrungen schreiben. Ich hatte mit 14 Jahren einen schwereren Fahrradunfall. Das ereignete sich ausgerechnet während einer längeren Klassenfahrt. Genau genommen sogar am allerersten Tag.

Sobald ich aus dem Krankenhaus wieder raus war, drängte meine damalige Klassenlehrerin, ich müsse wieder an den Radtouren teilnehmen, zur Gewöhnung. Es war eine einzige Qual. Ich habe so gezittert, dass ich den Lenker kaum halten konnte und wäre einige Male fast umgekippt und erneut verunfallt. Psychisch war das auch alles andere als schön, zumal ich vom Unfall sowieso noch ein posttraumatisches Belastungssyndrom hatte. Ich würde heute sagen, oder zumindest empfinde ich es subjektiv so, dass dieses Aufdrängen des erneuten Radfahrens die psychische Belastung nur vergrößert und das Syndrom damit noch verschlimmert hat.

Nachdem ich wieder zuhause war, bin ich für viele Jahre nicht mehr Rad gefahren. So mit 21 Jahren habe ich es noch einmal versucht, es dann aber auch wieder sein lassen. Jetzt, mit 27, könnte ich es notfalls wieder, aber so wirklich Spaß habe ich daran auch nicht mehr.

Vermutlich ist das Radfahren für mich gedanklich einfach viel zu sehr an diese negativen Empfindungen gebunden. Ist ja klar, dass man dann daran keine Freude mehr hat, wenn man die ganze Zeit an diesen Mist denken muss, den man damit erlebt hat.

Benutzeravatar

» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^