Was beinhaltet eine Patientenverfügung in der Regel?
Seit dem Michael Schumacher den Unfall hatte, beschäftigt mich, was denn so in einer Patientenverfügung drin steht. Wenn ich nicht will, dass ich künstlich am Leben gehalten werde, dann schreibe ich ja eine Patientenverfügung. Kann man nun davon ausgehen, dass Michael Schumacher keine Patientenverfügung hat oder ist dieses künstliche Koma keine lebensverlängernde Maßnahme in dem Sinne? Oder würde Michael Schumacher beispielsweise nicht mehr leben, wenn er so eine Verfügung hätte?
Gibt es Vordrucke für so eine Verfügung oder kann man da reinschreiben was man will? Aber woher weiß man, was man will, wenn man die medizinischen Fähigkeiten gar nicht kennt und nicht weiß, was alles gemacht werden kann? Ich muss ehrlich sagen, dass ich nicht wüsste, was ich hineinschreiben würde.
Das Verfassen einer Patientenverfügung ist eine ziemlich knifflige Sache. Es gibt Vordrucke im Internet, aber wie du schon sagst, hat man als Laie ja gar keine Ahnung. Es wird daher immer dazu geraten, dass man sich beraten lässt. Es geht dabei ja um die Feinheiten. Einfach reinzuschreiben, dass man keine lebensverlängernden Maßnahmen will, ist eine zu schwammige Ausdrucksweise. Da stehen die Ärzte dann wieder mit tausend Fragen da.
Es ist ja nicht immer eine Sache von Ja oder Nein, Schwarz und Weiß. Ab welcher Überlebenschance, ab welchem Grad der Gehirnschädigung würde man denn gerne aufgegeben werden? Wann will man noch gerettet werden? Es gibt die Möglichkeit, eine Patientenverfügung mit Hilfe eines Juristen zu verfassen, aber dieser kennt den medizinischen Alltag zu wenig. Ärzte hingegen sind oft unsicher über die genaue juristische Situation. Es gibt aber Organisationen, die anbieten auf beiden Gebieten kompetent zu beraten.
Im Grunde gibt man an, wie man sich ein Leben vorstellt und mit welchen Schädigungen es einem nicht mehr lebenswert erscheinen würde. Wenn man also z.B. nicht mehr selbständig essen oder auf Toilette gehen könnte. Einige finden diese Vorstellung unerträglich, andere würden dennoch leben wollen. Meist geht es ja darum, Optionen auszuschließen. Denn ohne Patientenverfügung wird einfach alles getan, was möglich ist. Dann kann man auch 20 Jahre im Wachkoma am Leben gehalten werden.
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