Warum bekommt man so schwer eine Pflegestufe?

vom 12.12.2013, 14:58 Uhr

Nehmen wir mal an, dass A ein alter Mann ist, der dement ist und derzeit von seiner Schwiegertochter B gepflegt wird, die aber einen Ganztagesjob hat und das eigentlich nicht mehr machen kann. Nun wollte B für A eine Pflegestufe beantragen, damit er auch eine Pflege vom Fachpersonal bekommen kann. Immerhin kostet diese ja auch und das kann sich A sonst wahrscheinlich nicht leisten. Die Pflegeversicherung schickte jemanden vorbei. A hatte sich bestens vorbereitet und wusste, wie er heißt, wie alt er ist und wo er wohnt. Mehr Fragen wurden nicht gestellt. Nun hat B genau erklärt, was er alles nicht machen kann und dass er wirklich auch Hilfe braucht. Die Pflegestufe wurde aber abgelehnt.

Selbst ein ärztliches Schreiben lag vor, dass er dement ist und dass das eben auch zunehmend schlechter wird. Im Leben hat A auch noch nie selber etwas gemacht. Das hat alles seine Frau gemacht, die verstorben ist und weswegen nun die Schwiegertochter versucht zu helfen. Sie kann das alles aber ja nicht abdecken und möchte eigentlich nur Hilfe für den Mann. Bekommt man immer so schwer eine Pflegestufe? Ist das nicht total unfair, dass man ewig einzahlt und dann nichts bekommt, wenn man es braucht? In diesem Fall ist ja klar, dass er Hilfe braucht.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Pflegegeschichten sind nicht einfach, gerade Demenz ist ein Ausnahmefall, weil die Menschen zwar Pflege bedürfen, aber halt auf einer anderen Ebene wie jemand, der körperliche Defizite hat, also im Rollstuhl sitzt oder bettlägerig ist. lies mal hier So ist es beispielsweise auch gar nicht gut, wenn A gut drauf ist und alle Fragen sinnvoll beantwortet werden. Da entsteht das Bild, dass A doch noch ganz gut klar kommt und so traurig es klingt: je dusseliger sich der zu Pflegende anstellt, desto besser.

Die Schwiegertochter muss da jetzt einfach am Ball bleiben. Die Krankenkasse noch mal ansprechen. Meine Krankenkasse hat beispielsweise eine Pflegeberatung. Da ja eh geplant ist, Fachpersonal zu beauftragen, sollte sie mit Pflegediensten Kontakte knüpfen und mit einem Auftrag winken. Die verfügen da auch über ein gewisses KnowHow.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Es hört sich so an, dass A. Hilfe bei den Hausarbeiten braucht. Dafür ist aber eine Pflegekraft nicht da. Nur weil die Frau früher gekocht hat, heißt das nicht, dass A. jetzt eine Pflegekraft dafür bekommt. Solange A. noch körperlich fit ist, sich anziehen, baden, auf Toilette gehen und essen kann, bekommt er keine Pflegestufe. Aber die Schwiegertochter sollte dran bleiben und erst mal Pflegestufe 0 beantragen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 12.12.2013, 15:44, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Also nur zum Kochen wird da niemand benötigt. Die betreffende Person macht beispielsweise immer in die Hose, wäscht sich alleine nicht und isst auch noch Sachen, die abgelaufen sind. Mit dem Essen kochen ist es da nicht getan, weil er wirklich gar nichts mehr alleine kann. Nicht mal so Sachen wie Zahnpasta auf die Zahnbürste machen hat er mal alleine gemacht. Das hat immer alles komplett die Frau gemacht, selbst die Sachen heraus legen und so etwas, was natürlich keiner Pflege bedarf und was man noch so hinbekommen würde. Er nimmt aber auch seine Medikamente nicht oder nur wenig und hat eben das Problem, dass er nichts selber machen kann.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



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