Im Schlaf durch jedes Geräusch aufwachen - was dagegen tun?

vom 03.12.2013, 15:07 Uhr

Früher bin ich abends immer sehr schnell eingeschlafen. Und wenn ich erst einmal geschlafen habe, dann hätte um mich herum das Haus einstürzen können, ich hätte es nicht bemerkt, sondern hätte seelenruhig weiterschlafen können. Lärm machte mir nichts aus, Licht auch nicht. Als Kind schlief ich schon so tief und fest, da bin ich teilweise sogar mal aus dem Bett gefallen und bin davon nicht aufgewacht. Wobei das nur sehr selten vorkam. Allzu oft bin ich zum Glück nicht aus dem Bett gefallen.

Seit einigen Wochen kann ich allerdings leider nicht mehr so tief und fest schlafen. Ich weiß nicht, woher es kommt. Meine Schlafgewohnheiten haben sich nicht geändert und es gibt auch nichts, was mich besonders sorgen oder stressen würde. Trotzdem werde ich derzeit vom kleinsten Geräusch wach. Egal, zu welcher Tageszeit.

Im Alltag ist das insofern blöd, als dass ein neu eingezogener Nachbar hier wohl im Schichtsystem arbeitet. Jedenfalls klappert das Gartentor wochentags oftmals mitten in der Nacht, weil er gerade das Gelände verlässt oder aber auch erst nach Hause kommt. Falls ich zu dem Zeitpunkt schlafe, bin ich dann sofort wach und es fällt mir auch schwer, wieder einzuschlafen.

Aber auch an Tagen, an denen ich frei habe, ist es manchmal sehr unangenehm. Ich bin nämlich ein ziemlich nachtaktiver Mensch und gehe an Tagen, an denen ich keine Termine habe, auch gerne mal gerne erst früh morgens ins Bett. Außerdem ist es der Fall, dass ich meine Arbeitszeiten frei einteilen kann, wenn ich beispielsweise an irgendwelchen Texten für Publikationen schreibe. Auch dann bin ich meistens nachts am Schreiben, weil ich das Gefühl habe, dass es mir da besser gelingt und ich da einfach ruhiger bin, und gehe dann eben erst schlafen, sobald es langsam hell wird. Das Problem ist nur: Meistens bin ich dann aber auch schon um acht oder neun Uhr wieder wach, weil die Briefkästen draußen klappern, weil der Postbote gerade Post einwirft.

Habt Ihr Tipps, was man dafür tun könnte, wieder fester schlafen zu können und nicht mehr bei jedem kleinen Geräusch wach zu werden? Schön wäre es, wenn das auch ohne die Einstellung meines nachtaktiven Verhaltens ginge. Darauf möchte ich ungern verzichten, weil ich mich nachts einfach wohler fühle. Aber meinen gesamten Alltag auf das Wachsein nachts umzustellen, geht aus beruflichen Gründen ja auch nicht. ;)

Zumal ich früher auch schon oft diese wechselnden Schlaf- und Wachzeiten hatte. Wenn ich frei hatte, war ich immer sofort wieder nachtaktiv, im Grunde denke ich sogar, nur aufgrund gesellschaftlicher Verpflichtungen auch mal tagaktiv zu sein, eben, weil es sein muss. Aber was ich eigentlich schreiben wollte: Auch früher wechselten meine Schlafzeiten regelmäßig. Probleme mit zu leichtem Schlaf hatte ich da aber über Jahre nie. Oder kann so etwas vielleicht doch erst nach Jahren kommen?

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Hat sich möglicherweise etwas vertrautes in deiner Umgebung geändert, sodass du nicht mehr so gut schlafen kannst? Manchmal reicht eine derartige Kleinigkeit schon aus.

Als ich noch bei meinen Eltern wohnte, hatte ich mein Zimmer direkt zur Hauptstraße ausgerichtet. Mein Vater ist sehr Renovierungfreudig und hat manchmal schon Sonntag morgens um 7 direkt unter meinem Zimmer gewerkelt, was das Zeug hält. Einmal nachts wurde sogar mal bei uns sturmgeklingelt. Die ganze Familie ist deswegen morgens um 2 wach geworden und konnte danach stundenlang nicht mehr schlafen. Ich hab allerdings friedlich weitergeschlafen, als wäre nie etwas gewesen. Das lag aber unter anderem auch daran, weil ich oft nicht sofort einschlafen konnte. Wenn ich richtig müde bin, schlafe ich überall ein, egal wo ich bin. Zumindest damals.

Als ich dann studieren ging, zog ich in ein Studentenwohnheim mit Blick auf die Stadtautobahn. Obwohl ich Krach eigentlich gewöhnt war und der mir eigentlich nichts ausmachen müsste, konnte ich deswegen lange Zeit nicht schlafen. Ich fand erst Schlaf zwischen 2 und 4, wenn die Autobahn nicht befahren wurde und absolut windstill war. Das ging monatelang so. Bis irgendwann (ich weiß selbst nicht warum oder wodurch bedingt) es ins Gegenteil umkehrte. Ich konnte plötzlich nur noch schlafen, wenn die Stadtautobahn wütete und zwischen 2 und 4 als es totenstill war, konnte ich nicht schlafen. Das war total komisch und ich finde keine Erklärung dafür. Nach weiteren Monaten normalisierte sich das und ich konnte normal durchschlafen, absolut Lärmunabhängig.

Vielleicht hatte die neue Umgebung mir keine Ruhe gelassen. Wenn man auszieht und studiert fängt ein neuer Lebensabschnitt an, den man ohne die Familie gehen muss. Möglich, dass es ein wenig die Aufregung war, ich weiß es nicht.

Bist du vielleicht wegen irgend etwas gestresst oder aufgeregt? Hat sich irgendetwas in deiner Umgebung geändert, was dir vorher vertraut und selbstverständlich war? Meine Schwester hat beispielsweise die Angewohnheit, dass sie ohne Kuschelkissen nicht schlafen kann und dann auch wegen jeder Kleinigkeit aus dem Schlaf schreckt.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Gestresst oder aufgeregt bin ich derzeit absolut nicht. Jedenfalls fiele mir kein Grund dafür ein und eigentlich fühle ich mich auch ganz okay. Da war ich oftmals schon gestresster. Oder könnte das auch ein Grund sein, also, kann man möglicherweise ohne Stress plötzlich schlechter schlafen, als mit Stress?

Eine Veränderung in der Schlafumgebung hat es aber definitiv auch nicht gegeben. Kuschelkissen oder ähnliche Dinge habe ich nicht. Früher war es außerdem so, dass ich immer mit unterschiedlich vielen Kissen im Bett schlief. Außerdem hatte ich einzelne Decken, die ich nur ab und zu, je nach Temperatur, mit ins Bett genommen habe. Dass ich irgendein Kissen oder eine Decke ganz dringend zum Einschlafen brauchte, hatte ich noch nie. Wobei sich solche Dinge vielleicht auch ändern können. Aber so oder so, es hat in letzter Zeit keine Veränderungen in dem Bereich gegeben.

Richtig tief und fest schlafe ich mittlerweile übrigens nur noch, wenn ich total übermüdet bin. Also, wenn ich beispielsweise mal eine Nacht gar nicht geschlafen habe, oder nur zwei Stunden. In der folgenden Nacht schlafe ich dann auch schnell ein. Aber da bin ich tatsächlich auch so übermüdet, dass ich richtig merke, wie es an den Nerven zehrt. Wenn ich hingegen nur "normal" müde bin, weckt mich leider jedes Geräusch. :(

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Bei mir war das eine Zeit lang auch so, dass ich Kummer in mich hinein gefressen und verdrängt habe und sich das dann irgendwann psychosomatisch manifestiert hat, eben in Form von Schlafstörungen. Ich konnte damals auch nur schlafen, wenn ich richtig übermüdet war. Deswegen bin ich gerne bis nach Mitternacht wach geblieben, auch wenn ich morgens um 6 aufstehen und zur Uni gehen musste. Einige Male hat das sogar funktioniert. Oder aber ich bin nach ein paar Stunden wach geworden und lag dann bis in die frühen Morgenstunden wach bis ich dann morgens um 8 oder 9 todmüde eingeschlafen bin.

Hatte damals extra die Schilddrüse untersuchen lassen, weil derartige Probleme bei mir in der Verwandschaft häufiger vorkommen. Depressionen wirken sich auch aus auf das Schlafverhalten, weil sie die Produktion der Schlafhormone genauso beeinflussen können wie die Schilddrüse. Das soll jetzt keine Unterstellung sein, dass du eins von beidem möglicherweise haben könntest. Ich wollte es nur mal der Vollständigkeit halber erwähnen.

Letztes Jahr hatte ich wieder diese Schlafstörungen, aber es hat sich herausgestellt, dass das stressbedingt war. Ich hatte längere Zeit Probleme mit meiner Mutter, da sich die Beziehung zu ihr massiv verschlechtert hat. Ihr darauffolgendes Verhalten hat mir daraufhin auch sehr zugesetzt, dass ich nicht schlafen konnte und selbst wenn ich es konnte, fühlte ich mich trotzdem chronisch müde, egal zu welcher Tageszeit. Die Schlafprobleme hatten sich erledigt, als ich mehrere Monate keinen Kontakt zu ihr hatte. Bis vor kurzem bestand für einige Wochen lang wieder etwas Kontakt, aber da fingen die Schlafprobleme wieder subtil an.

Hast du schonmal an so etwas wie eine Schlaftherapie gedacht? Ich habe mal im Internet eine Datei gefunden, die als Hypnose gedacht ist. Man hört sie sich an, wenn man einschlafen will, manche Menschen lassen sie auch die ganze Zeit nachts durchlaufen. Sie könnte dir möglicherweise helfen, abzuschalten und deinen Kopf frei zu kriegen, vorausgesetzt es ist nichts hormonellen Ursprungs und es liegt wirklich daran, dass es dir schwer fällt, abzuschalten.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Treten Schilddrüsenerkrankungen denn einfach mal so im Erwachsenenalter neu auf? Und müsste es da nicht auch noch andere Symptome abgesehen von Schlaflosigkeit oder Durchschlafproblemen geben? Diese wären mir bislang jedenfalls nicht unbedingt aufgefallen.

Stress würde ich ebenfalls eher ausschließen. Ich habe zwar nicht das beste Verhältnis zu meiner Verwandtschaft, aber das war noch nie anders, und früher konnte ich trotzdem schlafen, wie tot. Abgesehen davon habe ich mit ihnen nicht mehr so viel zu tun. Eigentlich müsste es mir dadurch aktuell sogar noch besser gehen, als noch vor zwei Jahren. Ach so, und vielleicht sollte ich erwähnen, dass es diesbezüglich bei mir keinerlei Veränderungen mehr seit ungefähr einem Jahr gab, also wirklich gar keine.

Gegenüber irgendwelchen "Therapien" aus dem Internet bin ich schon ziemlich skeptisch. Eine Hypnose-Tondatei, die auf irgendeiner Website anhörbar oder downloadbar ist, erscheint mir etwas unseriös. Man weiß letztendlich nicht, was da möglicherweise noch für Botschaften untergebracht sein könnten. Also wenn überhaupt, würde ich, falls die Beschwerden zu schlimm werden, mal einen Arzt damit aufsuchen. Allerdings habe ich mir aktuell eben noch überlegt, ob es nicht vielleicht auch noch andere, einfache Lösungsmethoden geben könnte.

Ach so, und nein, das Problem ist ja auch nicht, dass ich gedanklich so beansprucht wäre, dass ich deswegen nicht einschlafen könnte. Das Problem mit einer nicht enden wollenden Gedankenspirale kenne ich von vor 10 Jahren, wo es mir wirklich nicht sonderlich gut ging. Aber das habe ich jetzt schon seit Jahren nicht mehr. Tatsächlich kann ich auch tagsüber relativ gut ins Träumen kommen. Außerdem kann ich auch wirklich minutenlang an gar nichts denken, und alle anderen Gedanken, die sich aufdrängen könnten, gekonnt ignorieren. Also irgendwelche Gedanken sind es wohl eher nicht, die mich wach halten. Und das größere Problem ist ja nicht einmal, dass es mir schwer fallen würde, einzuschlafen, sondern, dass ich bei dem kleinsten Geräusch wieder wach werde. Das kommt auch vor, wenn ich zuvor sehr schnell und problemlos eingeschlafen war.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Wenn das so ist, dann bleibt ja nicht mehr viel übrig. Baldrian würde helfen, aber soweit ich weiß ist die Wirkung ziemlich stark und man ist am ganzen nächsten Tag ein wenig weggetreten und hat eine verlangsamte Reaktionszeit. Ob das die optimalste Lösung wäre, ist jedem selbst überlassen, für mich jedenfalls wäre das nichts. Ich denke, der Gang zum Arzt wäre wirklich der vernünftigste Vorschlag. Auch wenn Ärzte leider nicht immer etwas finden. Aber hoffen wir in deinem Fall das Beste.

Meine Cousine hatte eine vergrößerte Schilddrüse, ich weiß aber nicht, ob sie die schon immer hatte, oder ob die durch Stress oder andere Dinge bedingt wurde. Nach der Schwangerschaft entwickelte sich daraus aber eine Autoimmunerkrankung. Meine Mutter hatte mal eine extreme Stresssituation und seitdem eine vergrößerte Schilddrüse. Ob diese also extern bedingt sind oder sich nach der biologischen inneren Zeitschaltuhr der Gene richten weiß ich leider auch nicht.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Inwiefern wirkt Baldrian denn eigentlich? Ich dachte bisher, dass es lediglich eine beruhigende Wirkung hätte, oder aber, dass es stressmindernd wirkt. Also müsste es bei Durchschlafschwierigkeiten, die nicht durch Stress oder innere Unruhe bedingt sind, nicht wirken können. Oder macht es tatsächlich durch irgendwelche Wirkstoffe schläfrig und müde? Abgesehen davon habe ich vor etlichen Jahren bei Schlafschwierigkeiten schon einmal ein Präparat mit Passionsblumenextrakt, Baldrian und Hopfen genommen, und das wirkte absolut gar nicht.

Was die Schilddrüsen-Problematik betrifft, werde ich vielleicht mal zur Sicherheit meinen Arzt ansprechen, wenn ich das nächste Mal dort bin. Wenn eine Schilddrüsen-Erkrankung auch durch vorhergehenden Stress auftreten kann, sollte man das vielleicht mal prüfen. Stress hatte ich in meinem Leben noch vor einigen Jahren wirklich mehr als genug.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Baldrian wirkt insofern beruhigend, dass es auch das Einschlafen erleichtert. Ich habe es einige Male genommen, als ich vor einer wichtigen Prüfung panisch war und tagelang nicht schlafen konnte. Das ist mittlerweile Jahre her. Man ist wirklich noch den ganzen nächsten Tag sehr ruhig und man kann im Prinzip durch nichts aus der Ruhe gebracht werden. Man muss es glaube ich eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen einnehmen und kein Geräusch der Welt kann einen noch aufwecken.

Allerdings bin ich bei sowas ehrlich gesagt vorsichtiger geworden. Mag sein, dass es nicht physisch abhängig macht, aber es kann doch durchaus sein, dass man glaubt, dass man nicht mehr ohne normal schlafen kann.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ist es denn wirklich nachgewiesen, dass Baldrian ruhig macht? Wobei das damals dann wohl auch das Problem war, weshalb ich trotz dieses Präparats nicht schlafen konnte. Ruhig war ich nämlich vorher schon. Ich bin meistens die Ruhe selbst. Und kann trotzdem nicht schlafen, beziehungsweise sehr tief schlafen. Aber wenn Baldrian tatsächlich nur beruhigt, dann dürfte es auch bei der aktuellen Problematik fehl am Platz sein. Schließlich liegt es keineswegs an irgendeiner Unruhe, dass ich so oft wach werde.

Woran es nun aber überhaupt wirklich liegt, kann ich schwer sagen. Ich bin an sich schon ziemlich Geräuschempfindlich, schon immer. Ich nehme sehr schwache Töne war, die viele andere Menschen nicht mitbekommen. Auch kann ich auf weitere Distanzen erstaunlich gut hören. Aber das war schon immer so bei mir, und früher beeinträchtigte es meine Durchschlaffähigkeit nicht im Geringsten.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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