Entsteht Schwarzer Hautkrebs auch durch Druckstellen?
Mittlerweile ist durch statistische Methoden ja ganz gut nachgewiesen, dass Schwarzer Hautkrebs unter anderem durch zu häufiges Sonnenbaden entstehen kann. Mein Onkel meinte neulich, dass diese Krebsart auch durch Druckstellen entsteht, bei Extremläufern beispielsweise gerne unter den Zehennägeln.
Mein Sohn betreibt Ultramarathon und ich habe ihn darauf hingewiesen, dass er besonders beanspruchte Stellen ab und zu auf Besonderheiten untersuchen soll. Könnt ihr euch vorstellen, dass Schwarzer Hautkrebs durch Druck entstehen kann? Wenn ihr das für möglich haltet, untersucht ihr eventuelle Druckstellen an eurem Körper besonders sorgsam, wie etwa die Haut unter BH-Bügeln oder Stellen, wo Kleidung gerne reibt.
Schwarzer Hautkrebs, auch Melanom genannt, entsteht unter anderem durch genetische Mutationen in bestimmten Genen. Förderung für die Entstehung kann die Sonnenexposition sein, das ist wissenschaftlich nachgewiesen, ebenso der eigene Hauttyp, über den man sich beim Hautarzt informieren und entsprechende Vorkehrungen treffen sollte, wenn man mal an den Strand geht oder zu lange in der prallen Sonne sich aufhalten möchte.
Die Häufigkeit der Sonnenbrände, die man gehabt hat, korrelliert mit der Entstehungswahrscheinlichkeit eines Melanoms. Das heißt allerdings nicht, dass Sonnebrand vorbeugend für die anderen Hautkrebsarten ist, im Gegenteil. Auch hier besteht ein sehr großer Zusammenhang, nur ist dieser beim Melanom recht typisch. Was ich aber nach meinem Wissensstand sagen kann, ist, dass das Melanom sicherlich nicht an Druckstellen entsteht bzw. Druck per se kein Risikofaktor für das Melanom darstellt.
Es stimmt schon, dass das Melanom auch an den Fußsohlen, unter den Nägel, etc. entstehen kann (akrolentiginöses Melanom, kurz ALM), wobei die Therapie aufgrund der meist späteren Diagnose etwas schwieriger ist, allerdings gelten hierfür dieselben Ätiologiemechanismen wie für das normale Melanom auch. Zu 30% entstehen Melanome aus gutartigen, meist seit der Kindheit bestehenden Nävuszellnävi (=Muttermal), die unter dauerhafter bzw. langjähriger Sonnenexposition entarten können. Gut 2/3 Drittel der Patienten mit einem Melanom haben übrigens eine Mutation im sogenannten B-RAF Gen. Nachgewiesenermaßen tritt diese Mutation in Familien mit gehäuften Melanomen häufig auf. Aber dass Druck ein Risikofaktor für das Melanom sein soll, halte ich für eine der schwachsinnigsten Thesen, die ich gehört habe. ![]()
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