Kann viel Wasser trinken gegen Verstopfung wirken?
Mein Opa hat mit Verdauungsproblemen zu kämpfen und er nimmt oft Dulcolax Zäpfchen oder Dragees. Aber nun meinte der neue Hausarzt, dass er das mal alles weg lassen soll und lieber viel mehr trinken soll. Mein Opa meint, dass er dadurch zwar viel Wasser lassen muss, aber die Verdauung immer noch nicht in Trab gekommen ist. Hilft mehr Wasser trinken wirklich gegen Verdauungsprobleme auf Dauer? Braucht mein Opa nun nur etwas Geduld?
Diese ganzen Medikamente sind nur immer mal für eine kurze Lösung gedacht. Auf Dauer ist das keine Lösung und man sollte auch davon absehen. Ich würde empfehlen, dass er mehr Obst zu sich nimmt. Es kommt zusammen mit viel Wasser zu einem Völlegefühl und dann kann es auch gut abtransportiert werden. Das Wasser ist also durchaus eine bessere Lösung als die Selbstmedikamentation. Obst und Gemüse sollte er aber auch zu sich nehmen und er sollte Sachen vermeiden, die verstopfen.
Wie lange hat dein Opa denn die Dulcolax Zäpfchen und Dragees schon genommen? Wenn er sie nur kurz genommen hat, kann es sein, dass viel trinken reicht, um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen. Auf jeden Fall ist es immer wichtig, viel zu trinken, wenn man Verdauungsprobleme hat. Wenn dein Opa aber diese Medikamente schon länger regelmäßig genommen hat, dann vermute ich, dass es nicht ausreicht, wenn er die Mitttel nun einfach weg lässt und einfach stattdessen viel trinkt.
Dulcolax ist ein Mittel, das den Darm bei seiner Bewegung unterstützt. Wenn man dieses Medikament länger eingenommen hat, kann es sein, dass der Darm selber nicht mehr so viel arbeitet und faul wird, weil er einfach damit rechnet, durch das Medikament unterstützt zu werden. Wenn dieses Mittel nun einfach nach längerer Zeit abgesetzt wird, dauert es seine Zeit, bis der Darm wieder selber anfängt, zu arbeiten. Vielleicht sollte dein Opa mal mit seinem Arzt Alternativen besprechen.
Der Arzt hat auf jeden Fall recht, dass man dieses Medikament nicht einfach so über längere Zeit nehmen sollte. Aber trotzdem denke ich, dass der Darm in der Übergangszeit vielleicht Unterstützung benötigt, bis alles wieder richtig in den Gang kommt. Vielleicht wäre Macrogol eine Möglichkeit. Dies ist ein Mittel, das die Darmmotorik nicht beeinflusst, was aber für einen weicheren Stuhl und mehr Volumen durch Wassereinlagerung sorgt. So wirkt es einfach ganz natürlich. Wenn er genug trinkt, sind auch Leinsamen vielleicht eine Zeit lang sinnvoll.
Wasser allein wird das Problem nicht helfen. Zumal man da eigentlich recht schnell eine positive Veränderung merken sollte. Es kommt auch auf die Ernährung an. Wenn diese sehr stopfende Wirkung hat, dann sollte es hier auch Umstellungen geben. Auch Bewegung regt die Verdauung an.
Ich selbst merke es gleich am nächsten Tag, wenn ich mal recht wenig Flüssigkeit zu mir genommen habe. Allerdings stellen sich die positiven Veränderungen auch zum nächsten Tag ein, wenn ich meinen Flüssigkeitshaushalt wieder auf Normalstand gebracht habe.
Ausschließlich Wasser wird gegen Obstipation nichts bewirken, ist aber irgendwo auch obligat, um eine Verstopfung zu bekämpfen. Unsere Nahrung setzt sich nämlich aus X vielen Stoffen zusammen, die entweder obstipierend wirken oder eher Weichmachereigenschaften besitzen. Wichtig ist hier mittels Wasser den Stuhl weich zu halten und gleichzeitig die verstopfenden Lebensmitteln bzw. Nahrungsstoffe möglichst zu vermeiden. Dazu gehören u.a. viel Konsum an Kaffee, schwarzer Tee, Fleisch oder Medikamente, insbesondere Opiate.
Demgegenüber stehen Ballaststoffe an erster Stelle, wenn es darum geht, einen weichen Stuhl zu erzielen - aber auch hier sei gesagt, dass Ballaststoffe ohne Wasser wie ein Auto ohne Räder aussehen wird, sprich gar nichts bringen wird, eher im Gegenteil: Dadurch, dass Ballaststoffe relativ lange im Magen-Darm-Trakt verbleiben, unter anderem auch die Aufnahme von Nährstoffen verzögern (was beispielsweise bei Diabetiken erwünscht ist), kann es durch Wassermangel dazu kommen, dass dem Stuhl immer mehr Wasser entzogen wird und der Stuhl noch fester und härter wird als sonst. Damit hätte man einen kontraproduktiven Effekt erzielt, den man eigentlich ganz leicht mit Wasserzufuhr hätte vermeiden können. Dasselbe Phänomen erlebt man übrigens auch bei Macrogol. Macrogol braucht Wasser, damit es seine Weichmacherqualitäten zeigen kann, ansonsten braucht man das Medikament nicht zu nehmen.
Ich finde übrigens die Aussage des Arztes auch sinnvoll, aber leider zu oberflächlich. Es ist damit sicherlich nicht getan, dem Patienten zu sagen, dass er mehr Wasser trinken soll, so einfach ist es dann doch wieder nicht. Es gibt beispielsweise auch Flohsamen, die in Kombination mit Wasser sowohl gegen Verstopfung als auch gegen Durchfall helfen. Ich selbst habe es noch nie praktiziert, weiß daher nicht, wie gut es wirkt, aber in der Theorie klingt es vielversprechend und auch nachvollziehbar.
Link dieser Seite https://www.talkteria.de/forum/topic-228718.html
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr 4053mal aufgerufen · 18 Antworten · Autor: anlupa · Letzter Beitrag von Wibbeldribbel
Forum: Alltägliches
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft 2167mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: merlinda · Letzter Beitrag von Hufeisen
Forum: Alltägliches
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft
- Welche Bindung habt oder hattet ihr zu euren Urgroßeltern? 1388mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: Ampelmännchen · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Familie & Kinder
- Welche Bindung habt oder hattet ihr zu euren Urgroßeltern?
- Spazieren - In der Stadt oder auf dem Land? 2701mal aufgerufen · 19 Antworten · Autor: damomo · Letzter Beitrag von bambi7
Forum: Freizeit & Lifestyle
- Spazieren - In der Stadt oder auf dem Land?
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien 3425mal aufgerufen · 16 Antworten · Autor: Federmäppchen · Letzter Beitrag von mittenimleben7
Forum: Film & Fernsehen
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien
