Nennt ihr dem Arzt immer die Krankheit, die ihr vermutet?
Wenn ich krank bin oder irgendwelche Beschwerden habe, dann informiere ich mich immer ganz gerne im Internet darüber, indem ich nach meinen Symptomen suche und nachlese, um was für eine Krankheit es sich dabei handeln könnte. Das finde ich immer ganz interessant und auf diese Weise kann ich dann auch immer gleich schauen, ob es überhaupt nötig ist, zum Arzt zu gehen, oder ob ich mich selbst behandeln kann.
Oftmals bin ich mir dann auch ganz sicher, eine bestimmte Krankheit zu haben, ohne dass ich die Bestätigung eines Arztes habe. So war es auch vor kurzem, als ich einen schlimmen Ausschlag im Gesicht hatte. Durch die Recherche im Internet, war ich mir hundertprozentig sicher, eine bestimmte Krankheit zu haben. Statt dem Arzt mühsam alle Symptome aufzuzählen, wollte ich ihm dabei gleich meine vermutete Krankheit nennen, wobei meine Mutter mir jedoch davon abriet.
Meine Mutter ist der Meinung, man solle dem Arzt auf keinen Fall gleich seine Vermutungen und auch keine Diagnose nennen, da ihn das sauer machen könnte. Immerhin würde er sich dann angegriffen fühlen, wenn man ihn selbst nicht die Diagnose stellen lassen würde. Der Arzt hat ja schließlich auch seinen Stolz, meinte sie und sie meinte eben auch, dass man ihn selbst die Krankheit herausfinden lassen sollte, was ich auch logisch finde. Jedoch ist es bei mir oftmals vorgekommen, dass die Ärzte rätselten, was ich haben könnte und im Endeffekt sogar eine falsche Diagnose nannten. Wenn ich jedoch gleich sagen würde, was ich bei mir vermuten würde, würde ich dem Arzt schließlich auch die Arbeit erleichtern und das wäre nicht unbedingt schlecht.
Nennt ihr beim Arzt immer die Krankheit, die ihr bei euch vermutet, auch wenn ihr euch nicht sicher seid oder lasst ihr das euren Arzt selbst machen? Denkt ihr, dass es eher Vorteile oder Nachteile hat, wenn man dem Arzt gleich die Krankheit nennt, die man bei sich vermutet?
Ich habe auch die Angewohnheit, vorher im Internet zu recherchieren und mit der fertigen Diagnose zum Arzt zu gehen. Oft stimmt diese Selbstdiagnose aber nicht. Der Arzt ist verständlicherweise auch nicht immer begeistert, wenn ich ihm statt der Symptome die Diagnose nenne. Ich gebe deiner Mutter recht, dass das Vorgehen nicht so günstig ist. Denn vielleicht ist der Arzt dadurch auch unbewusst nicht mehr so objektiv.
Selbstdiagnosen per Internet sind ziemlich unsicher. Schließlich gibt es etliche Symptome, die auf die verschiedensten Krankheiten hinweisen können, von harmlosen bis hin zu sehr ernsthaften. Von daher sollte man doch lieber einen Arzt die Diagnose stellen lassen. Wobei auch die nicht immer eindeutig entscheiden können, was für eine Erkrankung vorliegt, gerade bei noch nicht sehr eindeutigen Symptomen.
Dennoch würde ich nicht generell davon abraten, seine Vermutungen, um welche Erkrankung es sich handeln könnte, zu verschweigen. Wenn man sie total selbstsicher und als eindeutig identifiziert vorträgt, ist das eher nicht so gut. Aber eine Vermutung äußern und begründen, wieso es das sein könnte, kann man schon. Ich persönlich frage den Arzt in solchen Fällen aber eher "Könnte es vielleicht xy sein?", denn teilweise haben Ärzte auch nicht sofort alle möglichen Krankheiten zu den aufgetreten Symptomen im Kopf. Und bevor der Arzt eine Krankheit möglicherweise gar nicht bedacht hat, obwohl die Symptome sehr treffend erscheinen, frage ich doch gerne noch einmal gezielt nach. Allerdings tue ich das nicht gleich am Anfang des Termins, sondern frage eher noch gegen Ende einmal kurz nach. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass das bei mir persönlich auch einfach privates medizinisches Interesse ist. Ich bilde mich gerne mal über medizinische Themen weiter, lese auch Literatur dazu und besuche medizinische Museen. Wenn ich dann zusätzlich auch noch Informationen von meinem Arzt erhalte, dann ist mir das ganz recht.
Was nun die Frage betrifft, wieso ich nicht von Anfang an meinem Arzt meine persönliche Krankheitsvermutung nennen würde: Ich denke, da geht es weniger darum, dass der Arzt sich dadurch gekränkt fühlen könnte. Wobei es solche Ärzte natürlich auch gibt, aber ich finde, das ist dennoch nicht der Hauptgrund. Viel eher sehe auch ich die Gefahr, dass man den Arzt mit der Aussage direkt in eine einzelne Richtung lenken könnte, sodass er deswegen möglicherweise andere mögliche Erkrankungen, die eher in eine etwas andere Richtung gehen, direkt ausblendet. Das könnte dann natürlich kontraproduktiv sein.
Eine Anmerkung hätte ich dann aber auch noch zu wiederkehrenden Erkrankungen. Ich beispielsweise habe seit meiner frühen Kindheit regelmäßig Neurodermitis. Ab und zu ist sie über Monate oder Jahre sogar mal ganz weg, aber sie kommt leider irgendwann doch immer wieder. Allerdings weiß ich nun aus meiner Erfahrung heraus, dass ich Neurodermitis habe und wie dieser Ausschlag bei meinen persönlichen Hauteigenschaften aussieht. Wenn ich nun also mit einem Ausschlag zu einem Hautarzt gehe, dann würde ich definitiv erwähnen, dass es möglicherweise Neurodermitis sein könnte, da ich diese schon oft hatte. Letztendlich sollte der Arzt natürlich trotzdem seine Untersuchung durchführen, aber ich finde, in so einer Situation kann eine Anmerkung nicht verkehrt sein. Sowieso ist es manchmal sinnvoll, Vorerkrankungen zu nennen, denn diese können bei der Diagnosestellung manchmal auch sehr hilfreich sein.
Prinzessin_90 hat geschrieben:Wenn ich krank bin oder irgendwelche Beschwerden habe, dann informiere ich mich immer ganz gerne im Internet darüber, indem ich nach meinen Symptomen suche und nachlese, um was für eine Krankheit es sich dabei handeln könnte. Das finde ich immer ganz interessant und auf diese Weise kann ich dann auch immer gleich schauen, ob es überhaupt nötig ist, zum Arzt zu gehen, oder ob ich mich selbst behandeln kann.
Und was machst du, wenn du zufällig die Symptome einer schweren Krankheit hast, die du nicht im Internet findest? Vielleicht hast du dann etwas, was du komplett falsch behandelst, wenn du es nicht beim Arzt abklären lässt. Durch solche Fahrlässigkeit kannst du schwere Krankheiten verschlimmern oder verschleppen.
Prinzessin_90 hat geschrieben:Oftmals bin ich mir dann auch ganz sicher, eine bestimmte Krankheit zu haben, ohne dass ich die Bestätigung eines Arztes habe.
Da kann man sich nie sicher sein. Es gibt vielleicht ein Symptom, das erst später kommt oder sonst sich irgendwie anders äußert, so dass du Diagnosen stellen lieber dem Arzt überlassen solltest anstatt dir selber eine Krankheit auszudenken. Schließlich sind genau dafür die Ärzte da!
Prinzessin_90 hat geschrieben:Statt dem Arzt mühsam alle Symptome aufzuzählen, wollte ich ihm dabei gleich meine vermutete Krankheit nennen, wobei meine Mutter mir jedoch davon abriet.
Da muss ich deiner Mutter entschieden Recht geben! Sag dem Arzt, was dir fehlt und nicht die Diagnose. Wie gesagt, er ist dafür zuständig, nicht du als vollkommener Laie. Dass ein Arzt allerdings sauer ist, wenn man als Patient die Diagnose schon sagt, ist vollkommener Unsinn. Wieso sollte ein Arzt sauer sein? Er weiß schließlich besser, dass ihr eigentlich keine Ahnung habt und nur aufgrund von Vermutungen aus dem Internet eine bestimmte Diagnose vermutet bzw. zu wissen glaubt.[/quote]
Auch wenn ich in der Apotheke habe und oftmals weiß, an was ich leide und auch weiß, wie man diese Krankheit behandelt, würde ich nie dem Arzt vorgreifen. Er ist der Fachmann für Krankheiten und er weiß am besten, was Sache ist.
Selbstdiagnosen stimmen in der Regel nicht, weil keine vollständige Anamnese stattfinden kann. Es sei denn, dass es sich um eine chronische Krankheit handelt, die immer wieder auftaucht. Ich würde vorschlagen, wenn man schon unbedingt selbst recherchieren muss, die Ergebnisse dieser Recherche zunächst für mich zu behalten und den Arzt seinen Job machen zu lassen. Am Ende der Untersuchung könnte man dann vielleicht einen Hinweis oder eine Frage in Richtung der eigenen Prognose geben.
Ein Arzt studiert ja nicht aus Jux und Langerweile so viele Semester Medizin, wenn jeder das eigentlich im Internet nachlesen könnte. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es fast frech finde, wenn man zum Arzt geht und sagt: ich habe die und die Krankheit und dann nur noch die Bestätigung hören will. Warum geht man dann zum Arzt? Weil der einem gnädiger Weise eine Krankschreibung ausstellen darf oder Medikamente verschreiben soll? Also da sollte man schon vorsichtig sein.
In der Regel erhebt der Arzt eine Anamnese und dazu gehört nun einmal das Abfragen der Symptome, Dauer der Beschwerden usw. und eine körperliche Untersuchung bei Bedarf. Und nicht selten ist es dann auch etwas anderes. Das diagnostizieren sollte man ehrlich einem Arzt überlassen. Klar kann man sich informieren, aber bringen tut das nicht wirklich etwas.
Manchmal ist es auch so, dass Leute im Internet recherchieren und sich dann Symptome dazu mogeln, ohne das die wirklich vorhanden sind. Die geben sie dann beim Arzt an und das verfälscht auch die Diagnose. Man sollte bei Beschwerden einfach zum Arzt gehen und diesem den Rest überlassen.
Ich frage vorher meinen Partner, was es sein könnte. Beziehungsweise sagt er es mir, wenn ich Probleme habe, die nicht so leicht weggehen. Er studiert Medizin und hat daher schon ein ganz gutes Wissen. Bisher lag er damit auch immer richtig. Ich erwähne dann schon beim Arzt, dass ich das und das haben könnte und zu ihm gekommen bin, weil ich das ja nicht selber behandeln kann mit Medikamenten aus der Apotheke. Bei unserem Arzt kommt das nicht negativ an. Er ist wirklich sehr modern eingestellt und weiß auch, dass die meisten Leute erst mal googlen und das ich eben vorher auch jemanden frage.
Warum sollte das auch negativ bei einem Arzt ankommen? Er kann sich doch ruhig die Meinung anhören, ein eigenes Urteil wird er sich nur selber bilden können und eine Behandlung kann man ja auch nur vom Arzt erwarten und nicht immer selber starten.
Selbstdiagnosen im Internet zu suchen, mache ich eher weniger, weil ich in der Regel immer dasselbe habe. Ich habe sehr empfindliche Atemwege und habe als Kind deswegen häufiger mal eine Lungenentzündung bekommen. Als Erwachsene bekomme ich ziemlich schnell Bronchitis. Ich vertrage wegen dieser Empfindlichkeit auch keine Feinstaubbelastung oder (Zigaretten-)Rauch.
Vor einigen Jahren ging es mir nicht gut und ich ging zum Arzt. Ich teilte ihm auch gleich meinen Verdacht auf eine Bronchitis mit, weil es sich auch genauso anfühlte wie sonst. Der Arzt hörte meine Lungen ab und ließ direkt eine Blutprobe auf die Anzahl der Leukozyten untersuchen. Da die Anzahl nicht erhöht war, wusste sie gleich, dass es keine Bronchitis sein konnte. Es war nur eine normale Erkältung, allerdings saß der Schleim betonfest in den Lungen und Bronchien, sodass ich schon Schmerzen hatte vom vielen Husten. Sie verschrieb mir ein Nicht-Antibiotikum und das Problem war erledigt.
Ich finde gar nicht, dass es schlimm ist, einem Arzt die Verdachtsdiagnose mitzuteilen. In manchen Fällen kann er da doch viel gezielter Nachforschungen anstellen.
Es kommt darauf an. Jedes Mal sage ich nicht was ich vermute und warte ab was er sagt. Wenn mir dann etwas noch nicht passt kann es schon sein das ich ihn darauf anspreche und frage ob es nicht so etwas auch sein könnte. Oder ich sage ihm direkt was ich vermute und das ich gerne seine Meinung dafür hätte. Bis jetzt war er noch nicht sauer, ganz im Gegenteil. Meine Schilddrüsenerkrankung ist nur so zum Vorschein gekommen. Von selber wäre er vermutlich nicht darauf gekommen weil die Symptome einfach so extrem waren. Aber es kommt sicher auch auf den Arzt darauf an ob er sich auf so etwas einlässt oder nicht.
Einmal bin ich zu meinem Arzt gegangen und habe diesem gesagt, dass ich "anscheinend wieder eine Bronchitis" hatte, was ja auch gestimmt hat. Als ich noch geraucht hatte, habe ich öfters eine Bronchitis gehabt und kannte die Symptome eigentlich auch ganz gut, deswegen war mir das auch nicht unbekannt gewesen. Ich würde zu meinem Arzt gehen und sagen, dass ich vielleicht bestimmte Symptome aufgrund von einer bestimmten Ursache habe, jedoch würde ich meinen Arzt dann schon eher fragen, ob es sich um diese Krankheit handelt und das nicht selbst diagnostizieren oder feststellen. Ich finde es nicht schlimm, wenn man seinem Arzt etwas von den eigenen Vermutungen erzählt, denn er ist ja auch der Experte und weiß eher, ob das nun stimmt oder nicht.
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