Fitness zu Hause - Grund für Vereinsamung?
Ich selbst mache sehr gerne zu Hause Fitnessübungen. Auch gerne mal vor dem Fernseher, wenn ich eine entsprechende DVD eingelegt habe. Ich finde das wunderbar und kann so auch mal eine halbe Stunde schnell nutzen, obwohl ich gar keine Zeit habe. Die Zeit, die ich bräuchte, um einen Kurs zu besuchen, dauert längst. Ich gehe aber trotzdem noch in normale Kurse. Dennoch genieße ich die Fitness, die ich zu Hause für mich alleine mache auch sehr und finde das gar nicht schlimm.
Ich habe aber eine Freundin, die meinte, sie fände das ganz schlimm und es sei der erste Schritt in Richtung Vereinsamung. Denn die Menschen würden irgendwann nur noch alle alleine vor dem Fernseher ihre Übungen machen statt sich in der Gruppe zu treffen. Ich kann es zwar etwas verstehen, sehe da bei mir aber keine Gefahr. Ich finde es einfach klasse, dass es so was gibt und ich auch mal kurze Zeiten für ein Workout nutzen kann ohne direkt aus dem Haus zu gehen. Seht ihr das auch als Grund für Vereinsamung? Kennt ihr Menschen, die Fitness nur zu Hause machen und die deshalb einsam geworden sind?
Also diese Aussage finde ich einfach nur schwachsinnig und muss auch sagen, dass deine Freundin irgendwie sehr übertrieben hat. Es ist ja nicht so, dass du die einzige Person ist, die solche Videos nutzt um Sport zu treiben. Und jeder Mensch, der diese Variante bevorzugt ist doch nicht automatisch einsam.
Ich zum Beispiel habe mein Fitnessraum in unserem Keller. Er ist sehr gut ausgerüstet, persönlich auf mich abgestimmt und ich trainiere fast jeden Tag in diesem Raum, sofern es mein Fußballtraining zu lässt. Ich bin auch so einer, der lieber alleine trainiert und nicht in Gruppen, da sonst zu viel geredet wird und ich mich nicht auf das Training konzentrieren kann. Und ich gehe ja schließlich zum Sport, um zu trainieren und nicht um meine Freundschaften zu pflegen. Deswegen mache einfach dein Ding weiter und lasse dich wegen solchen Aussagen nicht demotivieren.
Das klingt ja fast so als wären die Besuche im Fitnessstudio für deine Freundin die einzige Gelegenheit, bei der sie mal unter Leute kommt. Wenn das wirklich so ist tut mir das Leid für sie und dann kann ich auch ihre Angst vor Vereinsamung vor dem Fernseher verstehen. Die meisten Menschen sind aber sicher nicht auf den Sport angewiesen um soziale Kontakte zu pflegen, denn sonst wären ja alle Leute schon längst "vereinsamt", die überhaupt keinen Sport treiben. Oder die sich für einen Sport entschieden haben, den man alleine betreibt und bei dem man kein Schwätzchen halten kann.
Ich beneide ja jeden, der es konsequent schafft zu Hause DVDs nachzuturnen, denn dafür habe ich absolut keine Disziplin. Ich kann mich gut motivieren Sport außer Haus zu betreiben, aber wenn ich vor dem Fernseher stehe fällt mit spätestens bei der zweiten Übung irgendwas ein, was ich noch erledigen möchte.
Wenn Fitness die einzige Gelegenheit ist, unter Leute zu kommen, dann stimmt das wohl, dass man mit Hometraining ganz einsam wird. Aber man ist dann vorher auch schon ziemlich einsam, wenn man sonst gar nicht unter Leute geht. Außerdem ist ja ein Fitnesscenter nicht gerade die optimale Location, um Leute kennenzulernen, sondern man geht doch primär dort hin, um sich auf seinen eigenen Körper zu konzentrieren.
Die Meinung, dass man durch Fitness die man alleine zu Hause macht vereinsamt, kann ich überhaupt nicht teilen. Ganz im Gegenteil: ich finde es teilweise sogar förderlich, wenn man einfach auf sich alleine gestellt ist und sich total auf jegliche Übungen und den ganzen Sport konzentrieren kann.
Natürlich kann man auf der anderen Seiten damit argumentieren, dass die Atmosphäre in einer Gruppe gelöster und besser ist als wenn man zu Hause vor dem Fernseher steht und keinen um sich hat, mit dem man kurz einen Smalltalk führen kann.
Aber dennoch kann ich aus meiner eigenen persönlichen Erfahrung nur sagen, dass das ganze für den Sport den man ausübt nur förderlich ist. Wenn man ins Fitnessstudio an die Geräte geht ist das ja nichts anderes: wenn du jemanden neben dir hast, neigt man schnell dazu, sich nicht mehr richtig zu konzentrieren und in Gesprächen zu versinken. Da kommt es dann ganz auf dich selber an, was deine Ziele sind und was eben nicht. Wenn du wirklich das bestmögliche aus dir und deinem Körper rausholen willst, ist es sicherlich sehr förderlich auch mal Trainings alleine durchzuziehen, in denen man sich voll auf sich konzentrieren kann. So gerät man nie in die Versuchung viel zu lange Pause zu machen, was beim Muskelaufbau im Übrigen Gift ist. Zwischen seinen Sätzen sollte man ca. 30 Sekunden Pause, aber auch nicht mehr machen, damit man eben den Muskel voll ausreizt und nicht eben nur etwas reizt. Meine persönlich Erfahrung war ab und an, dass ich bei Trainings wo Freunde dabei waren, weniger Möglichkeiten hatte, dass Maximum aus herauszuholen und wirklich kontrolliert zu trainieren.
Deswegen würde ich ganz offen und ehrlich sagen: nimm dir die Zeit die du für dich und deinen Körper brauchst, Zeit um mit Freunden etwas zu unternehmen oder unter Leute zu kommen bietet sich noch bei ganz vielen anderen Gelegenheiten, dafür muss nicht der Sport sein. Wenn du es natürlich schaffst, dass Training trotz deiner Freunde um dich herum voll durchzuziehen und dich nicht ablenken zu lassen, kannst du das ganze natürlich auch mit Freunden machen.
Wie schon gesagt, ist diese Aussage schwachsinnig. Man kann zudem auch im Fitnessstudio für sich trainieren ohne das man die große Sprechstunde dort einlegt. Also mach dir keine Probleme und trainiere so wie es dir am besten passt.
Ich finde es auch extrem weit hergeholt, wenn jemand der Meinung ist, man würde vereinsamen, wenn man alleine zu Hause Sport macht, anstatt diesen im Fitnessstudio auszuüben. Immerhin gibt es doch noch andere extrem viele Gelegenheiten, um sich mit Freunden zu treffen oder um aus dem Haus zu kommen. Nur weil man alleine Sport macht, muss das doch nicht heißen, dass man generell gerne alleine ist oder dass man auch keine Lust hat, sich mit Freunden zu treffen. Stattdessen ist es einfach so, dass man sich die Zeit viel besser einteilen kann, wenn man alleine trainiert und man kann es sich auch ganz einfach aussuchen, wann man Sport macht, während das nicht der Fall ist, wenn man mit Freunden oder gar mit einer ganzen Gruppe gemeinsam Sport macht.
Ich muss gestehen, dass ich selbst überhaupt keinen Sport mache und trotzdem ist es nicht so, dass ich die ganze Zeit nur zu Hause sitze und nie etwas mit Freunden unternehme. Stattdessen bin ich sogar die meiste Zeit über unterwegs und ich mag es auch überhaupt nicht, alleine zu sein. Trotzdem macht mir Sport einfach keinen Spaß und bevor ich mich im Fitnessstudio anmelden würde, würde ich tatsächlich eher alleine zu Hause Sport machen.
Wenn man zu Hause Sport macht, dann hat man auch viel mehr Freiheiten. Immerhin kann man die Zeit auch für Sport nutzen, wenn man nur eine halbe Stunde Zeit hat. Das geht beim Fitnessstudio natürlich nicht und man braucht da auch mindestens zwei Stunden, wenn man auch noch mit dem Auto eine weitere Strecke fahren muss. Zudem ist man dann auch an feste Zeiten gebunden, während es zu Hause auch jederzeit möglich ist, an Feiertagen zu trainieren. Dabei finde ich sogar, dass es sich auch positiv auf Freundschaften auswirken kann, wenn man immer zu Hause Sport macht. Immerhin kostet das ja viel weniger Zeit und somit hat man dann auch mehr Zeit für den Partner und für Freunde. Außerdem kann man sich dann auch eher nach ihnen richten, wenn sie einem einen Termin für ein Treffen vorschlagen. Den Sport kann man ja nach allen anderen Terminen richten, was im Fitnessstudio ja auch nicht so einfach möglich ist.
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