Phoniatrie - wer war dort schon einmal und wie war es?

vom 15.11.2013, 10:14 Uhr

Mein zweieinhalbjähriger Sohn spricht noch sehr wenige richtige Worte. Das meiste, was er derzeit spricht sind Silben und Laute, die mein Mann und ich und sogar unser großer Sohn zwar inzwischen verstehen, aber es sind keine richtigen Worte, geschweige denn richtige zusammenhängende Sätze, wie sie ein Zweijähriger eigentlich schon sprechen können müsste.

Ich war deshalb diese Woche bei unserem Kinderarzt, der meinen Sohn angeschaut hat und gleichzeitig das weitere Vorgehen mit mir besprochen hat und mir dann auch gleichzeitig eine Überweisung in die Phoniatrie ausgedruckt hat, wohin wir demnächst dann wohl gehen werden, um ausschließen zu können, dass mein Sohn schlecht hört.

Kennt ihr diese Abteilung einer Klinik? Musstet ihr mit eurem Kind auch schon dorthin aufgrund einer Sprachverzögerung? Was wird dort gemacht und wie kann festgestellt werden, ob Kinder gut oder schlecht hören und alles verstehen, was die Eltern ihm sagen?

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Die Phoniatrie ist ein Sonderbereich in der Medizin, der viel mit der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) gemein hat. Hier beschäftigt man sich insbesondere mit kindlichen Sprach- und Sprechstörungen; Man hat also oft mit Kindern zu tun und ist auch auf die Kleinsten vorbereitet.

Ihr könnt euch entscheiden hierfür zu einer Praxis für Phoniatrie oder in eine Sprechstunde im Krankenhaus zu gehen. Wenn ihr an eurem Wohnort die Wahl habt ist eine Praxis vermutlich übersichtlicher und ruhiger. Eventuell sind nicht alle Sonderuntersuchungen sofort machbar aber davon würde ich mich nicht abschrecken lassen (und erst auf Empfehlung des Phoniaters gezielt zu Sonderuntersuchungen ins Krankenhaus gehen).

Unabhängig von Praxis oder Krankenhaus gibt es 4 bis 5 Stationen zu durchlaufen. Hierzu werden mit Sicherheit gehören: Arztgespräch, Untersuchung der Ohren und des Halses, Fragebögen für euch als Eltern, mehrere Hörtests sowie verschiedene Stimm- und Sprechtests.

Ich will versuchen kurz die Ziele der unterschiedlichen Untersuchungen zu erklären:

    1. Ärztliche Untersuchung: Beurteilung der Anatomie von Gehörgang und Trommelfellen, dasselbe für den Hals und Rachen.
    2. Hörtests: hier wird mit verschiedenen Methoden untersucht ob alle Teile des Hörorgans funktionieren. Meist geht es mit Hörverstehen los (Beispiel: Ich sage "Flugzeug", auf welches Bild zeigt das Kind?). Danach kommen optional eine Druckmessung im Mittelohr, eine Messung der feinen Härchen im Innenohr bis hin zur Nervenleitung vom Ohr ins Gehirn.Diese Tests sehen alle sehr ähnlich aus; Fast immer gibt es einen Kopfhörer und eine Tafel zum Zeige. Die Tests tun nicht weh, es gibt nur Geräusche jeder Art auf Ohr (Piepen, Brummen, Rauschen, Sprechen).
    3. Fragebögen: Hiermit wird versucht einzuschätzen in welchen Situationen die Probleme besonders auftreten. Manchmal gibt es auch einen Fragebogen für die Erzieher im Kindergarten oder die Tagesmutter.
    4. Stimm- und Sprechtests beinhalten viel "Bilder zeigen" und "Was ist das?"-Fragen. Oft sollen auch Geräusche vom Kind nachgemacht oder Worte nachgesprochen werden.

Alles in allem ist es oft ein langer Tag, es lohnt sich also genug Essen, Trinken und Spielzeug dabei zu haben. Manche Praxen / Krankenhäuser teilen diese Erstuntersuchung auch auf mehrere Tage auf. Aus meiner Erfahrung ist es wichtig, dass man sich als Elternteil auf die Situationen einlässt und gut "mitmacht". Es hilft auch dem Kind die Tests als Spiel nahezubringen. Das macht die ganze Situation viel entspannter, vor allem für euren Kleinen.

Ich wünsche Euch mit eurem Sohn viel Erfolg und alles Gute! Wenn noch Fragen übrig sind, schreib einfach hier im Thema!

» samu.el » Beiträge: 16 » Talkpoints: 12,54 »


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