Warum gelingt es den Schmerz weg zu schreien?

vom 14.11.2013, 14:43 Uhr

Kennt ihr das auch? Man schneidet sich in den Finger und ist ganz alleine zu hause und dennoch flucht und schreit man Wörter, die man eigentlich in der Öffentlichkeit nicht unbedingt sagt. Autsch und Mist laut geschrien ist da noch das harmloseste. Bei mir ist es jedenfalls so, dass ich dann auch laut fluche und dann geht es auch mit dem Schmerz.

Warum gelingt es aber den Schmerz quasi weg zu schreien? Ich habe auch schon mal versucht einfach ruhig zu bleiben. Aber es hilft mehr, wenn man seinen Gefühlen da freien Lauf lässt und einfach mal laut herum schreit. Macht ihr das auch? Gelingt es euch den Schmerz weg zu schreien?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Das kenne ich nicht. Selbst beim größten Schmerz fange ich nicht an zu schreien. Wenn du sagst, dass es dir hilft, ist es vielleicht die Energie, die du zum Schreien verschwendest. Dadurch dass du schreist, denkst du nicht mehr an das, was gerade passiert ist. Mir ist nur bekannt, dass die werdenden Mütter bei der Entbindung sehr schreien vor Schmerzen. Ansonsten habe ich einmal beim Orthopäden erlebt, dass eine Patientin laut und durchdringend schrie. Was der Arzt mit ihr gemacht hatte, weiß ich nicht. Aber es konnte einem Furcht einjagen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Ich finde, es hat einen evolutionären Vorteil zu schreien, wenn man sich verletzt hat. So wird sofort jeder in der Nähe verständigt, der einem helfen könnte. Vielleicht hat es sich daher so entwickelt, dass es einem besser geht, wenn man diesem Drang nachgeht. Der Körper hat ja viele solcher Tricks auf Lager. Bei größeren Verletzungen fällt man ja in den Schockzustand, der einen die Schmerzen nicht spüren lässt. Da schreit dann auch niemand. Das Schreien hilft ja nur bei kleineren Verletzungen. Und da praktiziere ich das schon auch.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ehrlich gesagt hat mir ein Schnitt in den Finger noch nie so weh getan, dass ich das Bedürfnis gehabt hätte, zu schreien. Meistens spüre ich nicht viel, auch wenn es etwas stärker blutet. Schmerz wegschreien kann ich eigentlich nicht. Mit dem Schienbein irgendwo dagegen zu laufen oder sich im Vorbeigehen die Finger irgendwo anzuschlagen, finde ich persönlich meistens schmerzhafter, als einen Schnitt. Schreien hilft mir aber nicht.

Ich denke eher, dass der Schmerz so oder so nach einer kurzen Zeit wieder nachlässt, sofern man sich nicht gerade etwas gebrochen hat. Schreien lenkt da vermutlich nur ab und man denkt, man hätte den Schmerz weg geschrieen. In Wirklichkeit hätte er innerhalb der Zeit, die man mit Schreien verbraucht hat, aber wahrscheinlich auch so nachgelassen.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Bei mir ist es auch so, dass ich Schmerzen besser aushalten kann, wenn ich danach fluchen darf. Es ist wohl so, dass durch das Schreien und Fluchen das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet wird, was die Schmerzempfindlichkeit senkt. Ich finde es auch befreiend, wenn ich mich auf das Fluchen konzentrieren kann. Dadurch habe ich auch das Gefühl, dass ich den Schmerz nicht so stark merke.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Es ist vielleicht sogar angeboren oder antrainiert, dass Menschen bei Schmerzen fluchen oder auch schreien. Der stärkere Schmerz unterdrückt den Schwächeren. Es tut weh, wenn man mit dem Schienbein wogegen haut und der Schmerz ist unangenehm. Da hilft es, sich zu kneifen, sodass der Schmerz des Kneifens stärker ist als der des Schienbeins. Dazu kann der Schmerz des Kneifens auch angenehmer sein als der am Schienbein, auch wenn er stärker ist.

Das Ähnliche kann ja auch durch das Fluchen verursacht werden. Es ist eine Art Schutzreaktion des Körpers. Dadurch, dass man Schmerz empfindet, lenkt man sich mit lautem Gebrüll oder Geschrei ab. Demzufolge ist der Körper beschäftigt und die Signale, dass man Schmerzen hat, gelangen langsamer zum Gehirn, weil man ja noch anderweitig beschäftigt ist. So hält man Schmerz auch viel länger aus, wenn man schreit, als wenn man ihn stillschweigend hinnimmt. Der Körper kann sich so gezielt auf den Schmerz konzentrieren, weil er keine andere Beschäftigung hat. Warum die meisten dabei fluchen, weiß ich nicht, aber ich gehöre auch zu denen. :lol:

» eldora » Beiträge: 210 » Talkpoints: 39,01 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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