Übersicht und Unterschiede verschiedener Leukämiearten

vom 10.11.2013, 23:33 Uhr

Die Tochter meiner Nachbarn hat wahrscheinlich Leukämie. Noch werden verschiedene Tests gemacht und man ist sich noch nicht sicher, welche Form es ist. Allerdings sind die Ärzte wohl sehr zögerlich und weichen den Eltern einfach aus. Die Eltern vermuten, dass es doch eine ernsthaftere Form sein könnte, die schlecht zu behandeln ist. Eine Schwester hat wohl auch schon Andeutungen in die Richtung gemacht.

Nun suchen wir eine Übersicht über die verschiedenen Leukämieformen. Habt ihr da vielleicht eine gute Übersicht? Eine Übersicht, in der vielleicht auch die unterschiedlichen Symptome aufgezählt werden?

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Zunächst möchte ich auf eine Seite hinweisen, die Leukämien inhaltlich richtig und verständlich erklärt.

Nun zu dem von dir geschilderten Fall, LittleSister:
Wenn eine Diagnose wie Leukämie im Raum steht, insbesondere bei einem Kind, ist das immer eine schlimme Situation. Wenn man das Gefühl hat, die Ärzte halten mit etwas hinter dem Berg, sollte man um ein Gespräch bitten (evtl. mit Termin) und genau diese Sorge ansprechen. Nur wenige Ärzte werden einer solchen Bitte nicht folgen*.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Ärzte nicht selten erst alle Fakten auf dem Tisch haben wollen, bevor sie in so ein schwieriges Gespräch gehen. Durch lange Laufzeiten von Laborproben und anderen Untersuchungen dauert es zum Teil einige Tage bis diese Fakten auf dem Tisch sind. Meine Vermutung ist daher, dass das Gefühl des "Ausweichens" nur so lange andauert bis Sicherheit mit der Diagnose und Prognose besteht. Es mag sich also lohnen mit gutem Willen ein paar Tage durchzuhalten, auch wenn es immens schwierig ist.

Die oben verlinkte Übersicht (so gut sie auch sein mag) wird also nicht unbedingt weiterhelfen. Zwar kommt vor allem eine Leukämieart besonders häufig bei Kindern vor (die ALL), jede andere Art ist aber auch möglich, nur selten(er). Entscheidend für die Prognose - und darum geht es ja in deiner Frage nach dem "schlecht zu behandeln" - sind individuelle Ausprägungen der Leukämiezellen. Diese Ausprägungen (Zytogenetik genannt) sind nicht über Symptome sondern nur über sehr aufwändige Laboranalysen zu bewerten. Eben diese Ausprägungen bestimmen dann auch die angebotene Therapie.

Zum Abschluss in Kürze:
1. Leukämie lässt sich nicht eindeutig nur mit den Symptomen des Patienten einteilen. Eine genaue Einteilung anhand von verschiedenen Laborparametern ist für eine Prognose und Therapieentscheidung wichtig.
2. Leukämien bei Kindern verlaufen günstiger als bei Erwachsenen.
3. Jeder Patient (bzw. Sorgeberechtigter) hat ein Recht auf Wissen aber auch auf Nichtwissen. Dieses Recht sollte man (höflich) einfordern, wenn einem die Optionen nicht angeboten werden.

*)Stehen die Ärzte wider Erwarten nicht zur Verfügung kann man sich an den Patientenfürsprecher des Krankenhauses wenden (laut Gesetz muss jede Klinik einen solchen haben). Dieser kann dann vermitteln.

» samu.el » Beiträge: 16 » Talkpoints: 12,54 »


Es gab mal ein ähnliches Thema, das hier eröffnet wurde. Hier hatte ich in Kürze versucht das Wesentliche verständlich zu erläutern. Allerdings ist die hämatologische Onkologie echt ein spezielles Fach für sich, insofern sollte man darauf drängen, mit dem Arzt persönlich zu sprechen. Unabhängig von der definitiven Diagnose kann der Arzt diese Fragen mit Sicherheit beantworten - viele fürchten sich jedoch, dass die Patientin anschließend vom Schlimmsten ausgehen und sich unnötig verrückt machen.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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