Angst, dass das Herz plötzlich aufhört zu schlagen
Das Herz ist ein sehr kompliziertes, lebenswichtiges Organ, das auch nicht nur ein paar Minuten aufhören darf zu schlagen - und das ungefähr 80 Jahre lang. Mich beunruhigt diese Abhängigkeit des Körpers vom Herzen manchmal, weil man ja gar keinen Einfluss darauf hat. Die Atmung funktioniert zwar auch zu den meisten Zeiten unbewusst, aber man kann sie eben auch steuern, was beim Herzen für Normalbürger nicht möglich ist. Nur Menschen, die meditieren oder Autogenes Training betreiben, haben einen gewissen Einfluss auf den Herzschlag.
Manchmal habe ich Angst, dass mein Herz aufhört zu schlagen, so wie eine Spülmaschine oder Waschmaschine plötzlich nicht mehr funktioniert. Habt ihr auch solche Ängste? Sind sie völlig realitätsfern? Ist es schon einmal vorgekommen, dass ein Herz plötzlich aufgehört hat zu schlagen, ohne dass man ein Blutgerinnsel, also einen Herzinfarkt hatte? Habt ihr auch manchmal solche Ängste?
Man kann ja auch einiges für die Herzgesundheit machen und deswegen finde ich diese Ängste schon ein wenig unangebracht. Es kann immer alles passieren, man kann auch vor die Tür gehen und wird vom Blitz getroffen oder von einem Auto angefahren. So ein Herz kann eben auch Schaden davon tragen, aber ich würde mir deswegen nicht so viele Ängste machen. Wenn du regelmäßig Sport machst, dich gesund ernährst und dich immer mal durchchecken lässt, dürftest du das eigene Risiko mildern und selbst wenn man einen Herzinfarkt hat, kann man danach auch noch weiter leben, wenn man rechtzeitig zum Arzt kommt.
Ich glaube nicht, dass das Herz ohne Grund einfach aufhört zu schlagen. Es muss schon ein Herzinfarkt und damit irgendeine Vorgeschichte vorliegen. Es gibt doch durchaus Menschen, die weit über die 100 Jahre alt sind und dennoch ein gesundes Herz haben. Das Herz pumpt ja nicht ohne Grund, sondern weil der Blutfluss es dazu anregt und solange der Blutfluss dafür sorgt, dass Blut in die eine Herzkammer gelangt, wird das Herz pumpen, um es wieder herauszubekommen und solange das Herz pumpt, wird auch wieder Blut einfließen. Ich sehe da gerade eine Mühle vor mir. Solange der Fluss die Flügel bewegt, kann die Mühle gar nicht stehenbleiben. Und die Mühle bewegt den Fluss. Das ist ein geschlossenes System. Ohne Einwirkung von außen funktioniert es ewig.
Ich glaube schon, dass die Möglichkeit besteht, dass das Herz plötzlich aufhört zu schlagen. Es gibt einige Beispiele, in denen Menschen ohne Krankheit durch einen Herzstillstand umgekommen sind. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit äußerst gering und deswegen solltest du dir keine Sorgen darum machen. Deine Angst vor einem Herzstillstand ist auf Dauer wohl auch nicht wirklich förderlich für dein Herz und auch nicht für dein Wohlbefinden und deine Psyche. Das Herz wird im Regelfall bis ins hohe Alter einwandfrei funktionieren. Dank neuster medizinischer Kenntnisse, kannst du aber dein Herz zu jederzeit kontrollieren lassen. Natürlich besteht dabei immernoch die Chance, dass dein Herz einen nicht bemerkbaren Fehler hat.
Das Herz wird nicht vom Blut angetrieben, es ist ein Muskel, der sich zusammenzieht. Und wie bei all unseren Muskeln ist irgendwann die Haltbarkeitsgrenze erreicht, und dann ist Schluss. Dabei muss auch keine Krankheit oder Verletzung vorliegen. Sonst wären wir ja alle wie Tolkiens Elben, die nur getötet werden können, aber von sich aus eigentlich ewig leben.
Natürlich hört man immer wieder von eigentlich völlig gesunden Menschen, meistens Sportlern, die ohne Vorwarnung einfach tot umfallen, und oft ist auch ein unentdeckter Herzfehler schuld. Diese Fälle kommen aber bestimmt extrem selten vor und verunsichern nur, weil sie es immer wieder in die Schlagzeilen schaffen.
Völlig realitätsfern sind solche Ängste bestimmt nicht, aber wenn das Herz organisch gesund ist, besteht eigentlich kein gesteigerter Grund zur Sorge. Ich bin kein Fachmann, aber ich glaube, das Herz hält schon einiges aus. Man kann es mittlerweile zum Stehen bringen, operieren und wieder anwerfen. Ja, man kann es sogar herausnehmen, kaltstellen, woanders einbauen und wieder zum Schlagen bringen. Vielleicht hilft dir ja dieser Gedanke?
Ich selber mache mir da eigentlich keine Gedanken. Bis jetzt hatte ich noch nie Herzprobleme und so ungesund lebe ich nun auch wieder nicht. Ein paar Jahrzehnte wird der Muskel schon noch tuckern. Meiner Meinung nach darf man sich in Gesundheitsfragen nach Möglichkeit sowieso nicht zu sehr hinein steigern. Sonst wird jedes Kopfweh gleich zum potenziellen Hirntumor und man stresst sich nur unnötig.
Die Antworten auf deine Fragen sind recht einfach zu geben, der Grundproblematik, die diesem Thema zugrunde liegt, ist hingegen eher ein psychologisches Problem.
Ob ich auch solche Ängste habe? So speziell nicht, da wir alle irgendwann sterben und der Tod fast immer unerwartet kommt. Zudem gibt es nicht nur das Herz, das versagen kann. Wir haben auf keine Funktionen unseres Körpers, dessen Organe etc. einen Einfluss. Selbst mit autogenem Training kannst du vielleicht deinen Herzschlag kurzzeitig erhöhen und verringern, aber Herzversagen kannst du so nicht verhindern.
Sind diese Ängste realitätsfern? Ganz sicher nicht, jeden Tag sterben tausende von Menschen an Herzversagen und unzähligen anderen Gründen. Aber ich kann dich "beruhigen": Es gibt viele wesentlich schlimmere Tode als Herzinfarkt.
Ein spontaner Herzinfarkt kommt trotz guter Voruntersuchung durchaus vor. Jedes Herz gibt irgendwann einmal auf. Zudem sind manche Herzfehler trotz moderner Diagnostik nicht leicht zu entdecken und bleiben manchmal jahrelang unentdeckt.
Kann es sein, dass deine zeitweilige Angst daher kommt, dass du manchmal Herzstolpern hast? Das passiert schon mal, wenn man unruhig, nervös, gestresst ist oder zu wenig Schlaf bekommen hat. Wenn du organisch gesund bist, hat das weiter nichts zu bedeuten. Aber bevor du dir unnötig Sorgen machst, lass dein Herz einfach mal untersuchen, das kann nie schaden.
Natürlich ist es schon passiert, dass ein Herz einfach mal aufhört zu schlagen. Aber ohne Grund kommt das sehr selten vor. Aber ich kann schon verstehen, dass man sich manchmal Gedanken über solche Möglichkeiten macht. Versagt ein anderes Organ, wird man das meist vorab merken, das aber ist beim Herzen nicht unbedingt immer der Fall. Trotzdem solltest du diese Gedanken weit von dir weg schieben.
Ich denke, dass es immer wieder Leute gibt, die entsprechende Sorgen oder sogar richtige Ängste haben. Zumindest bist du nicht die erste, von der ich solche Äußerungen mitbekomme. Ich selbst kenne solche Gedanken durchaus auch. Mittlerweile habe ich keine Angst mehr davor, dass das Herz seinen Dienst von jetzt auf gleich einstellen könnte. Falls es passiert, was ja nicht komplett unwahrscheinlich ist, dann ist das eben so.
Man sollte sich ruhig ab und zu vor Augen halten, dass die eigene kleine Existenz von einer Sekunde auf die andere ausgelöscht werden kann. Das funktioniert nicht nur, wenn das Herz stehen bleibt. Man könnte auch ein unentdecktes Aortenaneurysma haben, welches reißt. Dann würde man innerhalb kürzester Zeit verbluten. Das Leben beinhaltet nun einmal gewisse Risiken und der eigene Körper birgt einige davon. Abgesehen davon könnte man auch auf anderem Wege von einer Sekunde zur anderen sterben, zum Beispiel durch einen Unfall. Letztendlich kann es für jeden von uns schneller vorbei sein als man denkt, ohne dass dies von echter Relevanz ist – außer für einen selbst.
Falls es dir hilft, könntest du ja sicherheitshalber mal einen Kardiologen aufsuchen und dich gründlich untersuchen lassen. Wird dabei nichts gefunden, solltest du dich an den Gedanken gewöhnen, dass dein Herz vermutlich die nächsten Jahre weiterhin funktionieren wird und du dich mit einem gewissen Restrisiko arrangieren musst. Ändern kannst du das ohnehin nicht, also ist es müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Das sollte dich aber dennoch nicht davon halten, dich gesund zu ernähren und Sport zu treiben, denn dadurch kannst du das Restrisiko ein wenig reduzieren.
Die Angst, dass mein Herz einfach so aufhört zu schlagen, habe ich absolut nicht. Immerhin ist es sehr unwahrscheinlich, dass das passiert und ich wüsste nicht, weshalb ich mir bei so einer geringen Wahrscheinlichkeit Sorgen darüber machen und mir den Kopf darüber zerbrechen sollte. Immerhin ist es wesentlich wahrscheinlicher, aus anderen Gründen zu sterben. So könnte man beispielsweise jederzeit von einem Auto überfahren werden oder bei einem Erdbeben oder einem Brand ums Leben kommen. Allerdings bringt es doch nichts, sich die ganze Zeit Sorgen darüber zu machen. Immerhin schränkt man sich doch selbst damit ein und vergeudet sein Leben damit, sich irgendwelche unnötigen Sorgen zu machen.
Wenn mein Herz einfach so aufhören würde zu schlagen, dann wäre es eben so. Immerhin könnte ich dann ohnehin nichts dagegen machen, wenn es so wäre und ich würde ja nichts mehr mitbekommen und auch absolut keine Schmerzen haben, weshalb ich mir absolut keine Sorgen deshalb mache. Immerhin würde ich es ja nicht merken, wenn ich nicht aufwachen würde und ehrlich gesagt, halte ich diesen Tod sogar für sehr angenehm, wobei ich natürlich noch nicht jetzt daran sterben wollen würde.
Wenn man sich aber tatsächlich so große Sorgen um seine Gesundheit macht, dann kann man ja auch einiges für sein Herz tun. So kann man seine Ernährung beispielsweise umstellen oder auch viel Sport machen und Stress vermeiden. Dazu gehört es aber auch, sich weniger Sorgen zu machen.
Je älter ich werde, desto mehr absurde Todesfälle habe ich mitbekommen. Sei es im Bekanntenkreis oder in der näheren Wohnumgebung von einem selbst oder von Bekannten. Während ich mir als junge Frau gar keine großartigen Gedanken gemacht habe, wie ich mal sterben könnte, kommt es mitunter schon gelegentlich mal vor, dass man sich darüber mehr und mehr Gedanken macht. Und ich denke, dass das altersentsprechend normal ist, dass solche Sorgen eine Weile zunehmen, bis man vielleicht hoffentlich in einem Alter angelangt ist, in dem man darüber steht.
Als in der Bekanntschaft von meiner Mutter innerhalb eines Jahres zwei Männer an plötzlichem Herztod starben, kam ich schon ins Grübeln. Der eine starb im Alter von etwa 40 aus anscheinend bester Gesundheit heraus mitten im Gespräch am Frühstückstisch innerhalb von Sekunden. Der andere einfach so beim Mittagsschlaf und war auch kaum älter. Bei beiden Männern waren die Blutwerte alle OK, ebenso der Blutdruck und die Ärzte hatten nie irgend welche Bedenken. Der Tod kommt manchmal schneller, als man sich das denkt.
Nach diesen Ereignissen habe ich schon eine Weile immer wieder mal gegrübelt, was dann wäre. Das verrückt ist aber, dass mich an der Vorstellung weniger stört, dass ich dann tot bin, sondern dass meine Kinder noch viel zu klein sind, als dass ich ihnen ein Leben ohne Mama irgendwie wünschen würde. Klar, man kann sich das nicht aussuchen. Aber ich hoffe schon, dass alle meine Kinder annähernd selbstständig sind, bis ich hier mal abtreten muss. Aber welche Mutter würde sich das nicht wünschen, die ihre Kinder liebt? Mittlerweile haben sich die Gedanken bei mir wieder gelegt, was den Herztod angeht. Aber mit jeder schweren Krankheit, die in der näheren Familie auftaucht, frage ich mich dann schon in ähnlicher Weise, was denn wäre, wenn man auch davon betroffen wäre? Trotzdem geht das Leben weiter und ich versuche es umso mehr zu genießen, so lange ich kräftig und gesund bin.
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