Reichen Schmerzmittel und Kühlen bei Kniegelenkerguss?

vom 22.09.2013, 21:13 Uhr

Unser Nachbar hat einen schmerzhaften Kniegelenkerguss und er war heute beim ärztlichen Notdienst. Dort bekam er Schmerzmittel und er soll das Knie nun kühlen. Aber reicht das wirklich aus? Er soll, wenn es Ende der Woche nicht weg ist zu seinem Hausarzt gehen. Die Schmerzmittel haben den Wirkstoff Ibuprofen und kühlen soll er mit einem mit kaltem Wasser getränktem Waschlappen.

Denkt ihr, dass das ausreicht oder sollte er Anfang der Woche zum Hausarzt? Was kann der Hausarzt machen oder was kann man überhaupt gegen einen Kniegelenkerguss machen?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich denke mal schon dass es reichen wird. Immerhin ist es ja auch erst mal einen Versuch wert und wenn das nicht reicht kann man immer noch höher dosierte Schmerzmittel beim Hausarzt bekommen. Vielleicht bekommt man da auch Therapien verschrieben, das weiß ich nicht so genau. Jedoch sollte er erst mal abwarten und es auch wirklich so machen, wie es gesagt wurde.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Es kommt darauf an was man unter "ausreichen" versteht. Rein grundsätzlich wird fast jeder Erguss durch Hochlegen und Kühlen auch wieder weggehen, wenn es sich um einen reinen Erguss ohne weitere Verletzung handelt. Allerdings kann das bei einem sehr prallen Erguss schon mal sehr lange dauern, durchaus mehrere Wochen bis der ganz weg ist und solange hat man dann auch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

So muss man dann eben sehen, ob der Nachbar mit den Schmerzen klar kommt und sein Knie einigermaßen bewegen kann. Ich weiß ja nun auch nicht wie groß der Erguss ist. Wenn er wirklich prall ist, dann sollte man schon allein zur Verbesserung der Beweglichkeit und zur Schmerztherapie versuchen den Erguss abzupunktieren.

Dazu sticht man unter örtlicher Betäubung (teilweise auch ohne) in das Knie und versucht dabei den Erguss zu treffen. Gerade bei kleinen Ergüssen ist das oft schwierig den zu treffen. Dann kann man den Erguss abziehen und auch sehen wie dieser aussieht. Wenn da Blut oder Fettaugen bei sind spricht das schon für weitere Verletzungen oder gar Knochenbrüche oder knöcherne Bandausrisse. Man kann dann auch etwas Betäubungsmittel ins Knie spritzen.

Dabei sollte man aber bedenken, dass so ein Gelenk ein abgeschlossener Raum ist und wenn man da nicht wirklich sauber arbeitet und Keime ins Gelenk verschleppt werden, ist es oft schwer diese Infektion ausreichend und erfolgreich zu therapieren. Daher muss man dann auch gut abwegen, ob man das machen lässt oder es erstmal konservativ versucht. So eine Punktion sollte mal nicht einfach nebenbei im Vorbeigehen gemacht werden.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Es kommt ganz darauf an, welche Ursachen der Erguss hat. Bei Bandverletzungen beispielsweise kann man primär nichts Weiteres machen. Eine Punktion käme zwar auch infrage, sollte aber bei sehr starken Bewegungseinschränkungen durchgeführt werden, weil es keine risikoarme Prozedur ist - bei sonst gesunden Menschen kann man schnell mal eine intraartikuläre Infektion induzieren, die wiederum wesentlich schlimme, im Grunde genommen vermeidbare Komplikationen nach sich ziehen kann.

Mit Schmerzmitteln, sei es in Form von Salbe oder Tabletten, versucht man logischerweise die Schmerzen zu kontrollieren, falls welche bestehen. Möglich wären auch Injektionen, aber auch die sind nicht unproblematisch. Die einfachste und meines Erachtens kompikationsärmste Methode sind nunmal oral verabreichte Medikamente oder Salben, die man lokal aufträgt. Kühlen ist bei jedem Erguss eigentlich indiziert und sollte gemacht werden, bis sich der Erguss resorbiert und organisiert hat. Insofern gibt es an beidem nichts auszusetzen.

Sollten die Schmerzen allerdings persistieren und der Erguss sich nicht zurückbilden, ist auf jeden Fall eine weitere Diagnostik notwendig, insbesondere um Bandverletzungen oder Frakturen auszuschließen. Aber auch maligne Prozesse am Knochen können harmlos beginnen und monatelang nicht erkannt werden.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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