Medikamente mit krassen Nebenwirkungen einfach nicht nehmen?

vom 20.09.2013, 21:07 Uhr

Ich nehme eigentlich jedes Medikament, welches ich verschrieben bekomme, weil ich meinen Ärzten vertraue. Allerdings habe ich vor circa einem Jahr von meiner Neurologin sogenannte Triptane für meine sehr starke Migräne mit Sprachstörungen, Taubheitsgefühlen und Orientierungsverlust verschrieben bekommen. Auch wenn mir diese Tabletten helfen könnten, werde ich sie bestimmt nicht einnehmen. In unserer Familie gibt es viele Leute mit Herzproblemen, und sogar schon einen Todesfall, bei dem der Tod durch genau dieses Mittel eingetreten ist.

Ich habe dann ehrlich gesagt lieber ein paar Mal im Monat meine Migräneattacken, die ich mit anderen Mitteln bekämpfe, als einmal in meinem Leben Tabletten zu nehmen und dann mit dem Risiko leben zu müssen, dass ich eventuell an diesem Medikament sterbe. Dann lass ich lieber einen Arzt kommen, der mir eine Art "Beruhigungsspritze" setzt, von der ich müde werde, einschlafe aber dann auch wieder lebendig aufwache!

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» gob » Beiträge: 102 » Talkpoints: 0,82 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Jedes Medikament, das wirkt, hat auch Nebenwirkungen. Das gilt für Blutdruck-, Schmerz-, Herztabletten und so weiter. Die Liste kann man endlos weiterführen. Letzlich ist die Anwendung eines Medikamentes eine Sache der Abwägung, auch für den Arzt. Lehnt der Patient aufgrund von Nebenwirkungen das Medikament ohnehin ab, erledigt sich die Sache von selbst. Ansonsten stellt der Arzt Überlegungen an, wie riskant die Einnahme des Medikamentes ist.

Einem Patienten mit Niereninsuffizienz beispielsweise wird man kaum Medikamente verschreiben, die eine Niereninsuffizienz induzieren. Liest man sich die Beipackzetteln der Medikamente mal durch, wird einem aber auch auffallen, dass selbst die seltensten Nebenwirkungen aufgelistet sind - einfach, um sich juristisch abzusichern. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich mit der einwöchigen Einnahme von Schmerztabletten beispielsweise sofort einen plötzlichen Herztod erleiden werde oder meine Leber damit irreversibel schädige - es sei denn, man ist multimorbide hat noch weitere Baustellen, aber das habe ich oben ja angeführt.

Ich nehme generell sehr wenig Medikamente ein, das letzte Medikament war letztes Jahr ein Antibiotikum gegen eine hartnäckige Sinusitis mit drohender Pneumonie. Das habe ich auch zu Ende genommen, ohne ein einziges Mal den Beipackzettel gelesen zu haben. Diese lese ich ohnehin nur, um bei mir unbekannten Wirkstoffen die Anwendungsgebiete anzuschauen. Aber abgesetzt habe ich bisher kein einziges Medikament, alle von meinem Hausarzt verschriebenen Medikamente habe ich bisher eingenommen.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Gut, in diesem Fall, ist es jetzt vermutlich nicht so dramatisch, wenn dein Bruder die Diclofenactabletten einfach von sich aus abgesetzt hat. So hören eben nur seine Rückenschmerzen nicht auf und er muss sie weiter ertragen. Diclofenac wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend. Eine Entzündung wird vermutlich nicht vorliegen, so dass er sie nur aufgrund der Schmerzen verordnet bekommen hat.

Aber bei anderen Medikamenten ist es wichtig, dass man vor dem Absetzen Rücksprache mit dem behandelnden Arzt hält, denn manchmal kann es zu größeren Problemen kommen bei einem plötzlichen Absetzen wie wenn man die Tabletten einfach weiter einnimmt.

Zu dem Beipackzettel kann ich nur so viel sagen, dass eben jede noch so unwahrscheinliche Nebenwirkung, die auftreten kann, aufgeführt werden muss. Es gibt sicherlich kein einziges Medikament, wo man sich nicht erschreckt, wenn man den Beipackzettel liest. Die sind immer so lang und eben ausführlich. Wer ein Medikament verordnet bekommen hat und sehr panisch auf Beipackzettel reagiert, sollte diese am besten gar nicht lesen, sondern sich im Vorfeld darüber beim Arzt erkundigt haben, mit was für Nebenwirkungen hauptsächlich zu rechnen ist und wie das Medikament sich mit den anderen einzunehmenden Medikamenten verträgt. Zusätzlich kann man sich noch erkundigen wie das Medikament überhaupt wirkt und was es an Nutzen für einen mitbringt.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich würde nie einfach so ohne Rücksprache mit dem Arzt, die Medikamente absetzen. Wenn man die Medikamente wirklich nicht mehr nehmen möchte, dann sollte man vorher mit dem Arzt besprechen, ob dies sinnvoll ist und was es für alternativen gibt. Ein Absetzen der Medikamente kann sicherlich auch schwerwiegende Folgen haben. Dies ist natürlich immer abhängig vom Medikament. Aber man sollte Grundsätzlich eine solche Vorgehensweise immer mit dem Arzt vorher absprechen.

» Helmut989 » Beiträge: 256 » Talkpoints: 57,20 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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