Unterscheiden sich die Grippeimpfstoffe von Jahr zu Jahr?

vom 09.09.2013, 20:56 Uhr

Ich wollte heute eigentlich zur Grippeimpfung gehen. Aber mein Hausarzt meinte, dass er in diesem Jahr noch keine Impfstoffe hat. Sie wurden noch kommen. Er hat nur noch ein paar Ampullen von letztem Jahr, die aber entsorgt werden würden. Diese würden zwar noch haltbar sein, aber nicht mehr schützen. Unterscheiden sich die Grippeimpfstoffe denn von Jahr zu Jahr? Woher weiß man denn bei der Entwicklung des Impfstoffes schon, vor genau welchen Grippeviren der Impfstoff schützen muss?

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» Sherlock-Holmes » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Die Virenstämme unterscheiden sich von Jahr zu Jahr und werden immer wieder an die jeweils aktuell grassierenden Stämme angepasst. Die Anpassungen sind zwar meist nur leicht, aber die auf den aktuellen Stand gebrachten Impfungen schützen besser als die alten Impfstoffe. In dem Impfstoff sind auch Stoffe gegen die Schweinegrippe enthalten.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Die auf jeden Fall. So viel ich weiß, macht es sogar einen Unterschied, ob man sich sehr früh oder erst später impfen lässt, weil die Grippestämme dann schon bekannt sind und der Impfstoff modifiziert wurde. Auch ist es schon vorgekommen, dass nicht von den Leuten nicht so gut vertragener Impfstoff wieder zurückgeholt wurde. Ich selbst hatte aber nach Grippeimpfungen noch nie Beschwerden, nur ein einziges Mal einen Tag lang 38,5 Fieber.

» celles » Beiträge: 8677 » Talkpoints: 4,08 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Es ist in der Tat so, dass das Grippevirus sich von Jahr zu Jahr ändert. Dem liegt das Phänomen des sogenannten antigenic drift zugrunde: Durch Punktmutationen im Genom kann sich das Virus neue Antigene schaffen, die der Impfung vom Vorjahr entkommen können. Das erfordert dann letzlich jährlich einen neuen Impfstoff, der auf das Antigen abgestimmt ist.

Dieses Phänomen ist typisch für das Influenzavirus, zumal es 8 segmentierte Genome beinhaltet. Bei 8 Genomen ist die Wahrscheinlichkeit von Mutationen oder sonstigen Veränderungen hoch, in Anbetracht der Tatsache, dass den Viren Reparationsmaschinerien fehlen, sogar sehr hoch.

Ein etwas schlimmeres Szenario ist das sogenannte antigenic shift: Hierbei liegen nicht nur Veränderungen innerhalb eines Virus vor, sonern es kommt zu einem Genomaustausch zweier Influenzaviren. Dafür muss der Wirt allerdings mit beiden Viren infiziert sein, sodass es zu einem Genomaustausch kommen kann. Je nachdem, in welchem Wirt dieses neue Virus das Licht der Welt erblickt, nennt man die Grippe dann entsprechend Schweinegrippe, Vogelgrippe, etc. So wirklich unterscheiden tut es sich von den üblichen Influenzaviren kaum, der Unterschied ist nur der, dass das Virus ein komplett neues Influenzavirus ist, gegen das die üblichen Impfstoffe der Vorjahre nicht wirken. Aber die Symptomatik der Erkrankung ist die Grippe, wie man sie kennt: Bei immunsupprimierten, alten und sehr jungen Patienten kann sie tödlich enden, wie die normale Grippe auch.

Die Frage, wie man auf den Impfstoff überhaupt kommt, kann man folgendermaßen beschreiben: In der Südhalbkugel kommt das "neue" Influenzavirus zuerst vor. Dort wird es registriert, extrahiert und untersucht. Dementsprechend wird dann für die Nordhalbkugel ein entsprechender Impfstoff produziert, der dafür sorgen soll, dass durch die Wanderung des Virus Richtung Norden keine Pandemie ausbricht.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Selbst wenn dein Arzt den Grippeimpfstoff da gehabt hätte, hätte er dich wahrscheinlich nicht geimpft. Die Grippeschutzimpfung hält nur ein paar Monate. Ich meine es sind drei Monate. Wenn er dich heute geimpft hätte, wärst du ab spätestens Januar ohne Grippeschutz. Man achtet an sich darauf, dass man so impft, dass die Hauptgrippezeit abgedeckt ist. Meine Hausärztin impft deshalb frühestens im Oktober.

Der Grippeimpfschutz wird jedes Jahr neu zusammen gesetzt. Eben weil sich die Erreger auch verändern. In der Regel wird geschaut, mit welchen Erregern man in der Saison vorher die meisten Probleme hat und gegen diese wird dann geimpft. So ist zum Beispiel in den letzten Jahren im normalen Grippeschutzimpfstoff ein Impfstoff gegen die Schweinegrippe enthalten. Die wurde ganz zu Anfang als extra Impfung verabreicht.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ja die Viren ändern sich und jedes Jahr gibt es einen neuen Impfstoff. Jedes Jahr ist ja auch genau das das große Problem für die Pharmahersteller! die schaffen es ja häufig nicht genug Impfstoff zu produzieren, weil die zeit zu knapp ist. und jedes Jahr gibt es die gleich Panik.

» Kaffeebecher » Beiträge: 2 » Talkpoints: 0,54 »


Es stimmt, dass sich der Grippeimpfstoff jährlich unterscheidet, weil die Viren eben mutieren und entsprechend der Impfstoff aus dem Vorjahr nicht mehr wirksam ist. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass der Impfstoff, den der Arzt aus dem Vorjahr noch da hat, noch haltbar ist. Die Impfstoffe verfallen meistens im Juni oder Juli. Bei uns in der Apotheke sind heute die ersten Impfstoffe angekommen, im Moment werden sie also von den Firmen verschickt und sicher hat auch dein Arzt bald aktuelle Impfstoffe für die Saison 2013/2014 da. Allerdings würde ich mich auch frühestens Ende September impfen lasen, damit der Schutz auch bis in die Grippezeit reicht.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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