Beipackzettel von Medikamenten ordentlich abheften?
Eine Bekannte hat zu hause mehrere Ordner, wo sie alphabetisch und auch nach Krankheiten sortiert die Beipackzettel der verordneten und auch frei verkäuflichen Medikamente abheftet um auch später noch nachzusehen, was sie genommen hat, was geholfen hat und auch wegen den Wechselwirkungen. sie schreibt dann auf einen Zettel, den sie mit abheftet immer die Wirkung und die Verträglichkeit und ob sie die Medikamente vertragen hat oder nicht genau auf.
Sie hat sich das extra angewöhnt, weil sie schon Medikamente hatte, die sie nicht vertragen konnte und wenn sie dann zu einem anderen Arzt geht und er fragt, was sie nicht vertragen kann, kann sie genau antworten. Diese "Buchführung" macht sie schon seit 20 Jahren und sie empfiehlt es jedem, der ab und an mal Medikamente nehmen muss, damit man weiß, was geholfen hat.
Bewahrt ihr auch die Beipackzettel auf und führt ihr Buch über eure vergangenen Krankheiten? Meine Bekannte weiß genau, wann sie welche Krankheit hatte und welche Medikamente sie bekommen hat. Findet ihr das gut oder übertrieben? Würdet ihr das machen?
Nein, das ist überhaupt nicht übertrieben. Ich dachte immer, dass das jeder macht. Ich hebe mir ja auch Gebrauchsanleitungen auf. Ich besitze sogar noch die Gebrauchsanleitung für meine allererste Waschmaschine.
Meine Beipackzettel sortiere ich allerdings nicht alphabetisch, sondern chronologisch. Ich führe auch ein genaues Krankheitstagebuch, mit Fieberkurve und so. Das machen die Schwestern im Krankenhaus ja auch. Das scheint also wichtig zu sein. Anhand der Fieberkurven kann ich die Entwicklungen meiner Krankheiten genau vorhersagen, so wie ich auch versuche, Aktienkurse anhand der Charts zu prognostizieren.
Als ich mit meinem Ordner neulich zu einem neuen Arzt kam, schaute der ein bisschen verwundert. Mein alter Arzt kannte das ja schon und hat mich auch immer motiviert, das weiter zu machen. Ich schaue mir auch genau die Inhaltsstoffe der Arzneien an und merke, wenn sich die Zusammensetzung auch nur wenig geändert hat. Ich mache dann immer gleich einen roten Vermerk. Beim nächsten Arztbesuch frage ich, ob die neue Zusammensetzung für mich kritisch sein könnte.
Ich bin der Meinung, dass man sich nicht genug aufheben kann. Ich habe Regale voller Ordner. Wer weiß, wozu ich es einmal brauche. Alleine für Beipackzettel habe ich schon fünf Leitz-Ordner voll.
Ich habe auch noch solch einen Ordner hier herumstehen. Ich habe damals während der Krankenpflegeausbildung auch solch einen Ordner angelegt, weil wir die einzelnen oft verwendeten Wirkstoffe lernen sollten. Diesen Ordner habe ich auch weitergeführt und auch die Beipackzettel meiner aktuellen Medikamente abgeheftet und so alle paar Jahre erneuere ich die alten Zettel. Ich muss jedoch gestehen, dass ich sie mir bereits länger nicht angeschaut habe und sie nur zum Abheften auspacke.
Ich habe die Beipackzettel nach Wirkstoff und darunter noch einmal alphabetisch geordnet. Chronologisch hefte ich sie nicht ab, das wäre mir viel zu anstrengend. Fieberkurve und Krankheitstagebuch führe ich an sich nicht, aber ich führe zwischendurch ein Heft mit Zuckerspiegel, Puls und Blutdruck, aber auch nur wenn es mir mal öfter schlecht wird. Ich bin der Meinung, dass man es auch übertreiben kann. Wenn ich chronisch krank wäre, würde ich wahrscheinlich auch jeden Beipackzettel auswendig kennen, aber mittlerweile überlese ich sie nur noch kurz und merke mir das Wichtigste.
Also ich mache das überhaupt nicht. Weder schreibe ich mir auf wann ich krank war noch hebe ich mir die Beipackzettel von den Medikamenten auf. Wenn ich einen alten Beipackzettel suche dann hole ich ihn mir aus dem Internet, aber das kommt selten vor. Und ich muss nicht wissen wann ich welche Krankheit gehabt habe. Also ich für mich finde das übertrieben. Wenn ich etwas wissen will dann gehe ich zum Arzt und der sagt mir das dann. Auch wenn ich Medikamente nicht vertrage dann steht es in seinem Computer.
Ich bin doch überrascht, dass einige wirklich akribisch alle Beipackzettel ab heften oder eben aufschreiben, welche Medikamente sie wann genommen haben. Ich mache das ehrlich gesagt nicht. Ich habe mir nur den Namen eines Medikamentes aufgeschrieben, dass ich absolut nicht vertragen konnte. Da war mir wichtig, dass ich das nicht noch einmal verschieben bekomme. Die Nebenwirkungen, die ich bekommen hatte, waren wirklich schlimm.
Ich kenne auch ansonsten niemanden im Freundes - oder Bekanntenkreis, der wirklich genau aufschreibt, wann er welche Medikamente bekommen hat und wie er sie vertragen konnte. Mir ist das doch etwas zu umständlich und reicht, wenn ich mir eben merke, welche Medikamente ich überhaupt nicht vertragen habe und nie wieder nehmen möchte.
Wenn man ein Medikament öfters einnimmt, dann bekommt man doch ständig einen neuen Beipackzettel, deswegen muss man sich den alten Zettel doch nicht aufheben und abheften. Ich finde es ja gut, wenn man aufschreibt, gegen welche Medikamente man eine Allergie entwickelt hat oder welche Medikamente man überhaupt nicht verträgt, aber eine chronologische Krankenakte finde ich schon ein wenig übertrieben. Ich kenne keine Person, die so eine Akte auch führt und ich kann mir das auch gar nicht vorstellen. Trotzdem finde ich diese Angewohnheit nicht so schlimm, wenn jemand sich so sicherer und wohler fühlt, dann ist es doch gut.
Ich finde das Verhalten deiner Bekannten reichlich übertrieben. Wenn ich ein Medikament nehme lese ich mir den Zettel durch und stecke ihn wieder in die Verpackung, damit ich während des Zeitraums der Einnahme noch einmal nachlesen kann, dies reicht doch eigentlich auch. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass deine Bekannte dann eher zu selbst diagnostizierten Fehldiagnosen neigt mit einem solchen Haufen Beipackzettel, als ohne.
Unverträglichkeiten oder Allergien gegen ein bestimmtes Medikament notiere ich mir zwar auch, da ich auch viele Cremes und Emulsionen reagiere, diese könnte ich mir aber auch schlecht merken. Wenn ich nun aber ein Medikament verschrieben bekomme, dass nicht in meiner Liste auftaucht, gehe ich einfach davon aus, dass ich es vertrage, wenn es mir denn schon bekannt ist. Eine positive Liste würde meiner Meinung nach rein gar nichts bringen. Der Körper reagiert schon einmal anders und ein Medikament, welches ich vor drei Jahren gut vertragen habe, bringt mir heute vielleicht diverse Nebenwirkungen. Auch die Zusammensetzungen der Medikamente können sich ändern, weshalb deine Bekannte den Beipackzettel vergleichen müsste, bei jedem Neukauf. Dies wäre mir viel zu umständlich.
Ich könnte mir für mich eine so ordentliche Buchführung der Beipackzettel nicht vorstellen. Allerdings ist es bei mir auch ein wenig anders, weil ich in einer Apotheke arbeite und mir darum vielleicht auch besser merken kann, welche Medikamente ich vielleicht nicht vertrage oder auch über Wechselwirkungen zwischen Medikamenten Bescheid weiß. Ob es nun direkt eine solche Buchführung sein muss, weiß ich nicht, aber von manchen Kunden würde ich mir schon etwas mehr Interesse an den Medikamenten, die sie selber nehmen müssen, wünschen. Da gibt es leider viele, die irgendwie wissen, dass sie mal ein Antibiotikum nicht vertragen haben, die dann aber nicht sagen können, welches das war.
Dabei würde einem so ein Ordner bei den Patienten ja schon sehr helfen. Aber wenn es nur um einzelne Medikamente geht, die nicht vertragen werden, würde es ja auch reichen, wenn man sich den Namen notiert und den Zettel mit zum Arzt nimmt. So kann etwas anderes ausgesucht werden. So einen Ordner finde ich zwar irgendwie schon übertrieben, vor allem, wenn es dann zusammen über die Jahre mehrere Ordner sind, die Platz wegnehmen. Aber das damit verbundene Interesse an den eigenen Medikamenten finde ich schon sehr gut.
Ich bin ganz fasziniert, aber auch etwas schockiert, dass es Leute gibt, die 5 Ordner mit Beipackzetteln besitzen. Ich bin nicht oft krank und wenn, dann sind es die üblichen Wehwehchen wie Schnupfen, Kopfweh oder Muskelschmerzen. Meine Söhne brauchen hin und wieder mal etwas gegen Zerrungen oder Fußpilz. Zu all diesen Dingen habe ich meine bewährten Hausmittel und Medikamente, weiß wie und wie gut sie wirken, was man beachten muss und wie sie anzuwenden bzw. einzunehmen sind. Da brauche ich keinen Beipackzettel und wenn ich mal was Neues ausprobiere, lese ich mir den Beipackzettel durch und hebe ich so lange auf, solange ich das Medikament in Besitz habe.
Wenn jemand alle Zettel ordnen, aufbewahren, die Krankheiten seines ganzen Lebens dokumentieren will, soll er das machen, für mich wäre das nichts. Schockiert bin ich aber deshalb ein wenig, weil ich derzeit die Wohnung meines Vaters auflösen muss und er auch so ein Mensch ist, der nie etwas weg geworfen hat. Hier finden sich zwar keine Ordner mit Beipackzetteln, aber dafür Ordner mit Bedienungsanleitungen längste entsorgter Geräte in Hülle und Fülle und vieles mehr, was kein Mensch jemals mehr braucht und er auch nicht mehr brauchte. Vielleicht würde ein Ordner mit den Beipackzetteln der sagen wir einmal letzten 5 Jahre auch reichen? Braucht man wirklich die Zettel der Schmerztabletten, die man vor 20 Jahren wegen eines gebrochenen Zehs verschrieben bekam? Denkt einmal an diejenigen, die irgendwann eure Sachen aussortieren müssen und erspart ihnen den Horror der 1000 Ordner.
Wenn ich den Beipackzettel von jedem einzelnen Medikament in meinem Leben behalten hätte, in eine Klarsichtfolie getan hätte und alles abgeheftet worden wäre, ja dann könnten es auch 5 Ordner sein. Aber mal ehrlich was möchte man denn noch mit diesen ganzen Beipackzetteln?
Medikamente welche man nicht mehr nimmt muss man doch nicht die Beipackzettel noch behalten nur weil man sie vielleicht noch einmal nehmen könnte. Das finde ich schon ziemlich übertrieben. Und wenn es dann schon so extrem viele Beipackzettel sind, dann sollte man dort vielleicht auch mal aussortieren immerhin dürfte das eine oder andere auch sogar schon veraltete sein. Vielleicht existieren da längst schon neue Beipackzettel und die Informationen sind falsch, die man dann den alten Zetteln entnehmen würde.
Auch denke ich, dass so etwas heute einfach nicht mehr nötig ist. Man kann jederzeit überall die wichtigen Informationen aus den Beipackzetteln erhalten. Im Internet bieten viele Apothekerseiten den vollen Beipackzettel sogar an, so dass man immer Zugriff hat. Auch kann man sich oftmals alle Informationen in einer Apotheke geben lassen.
Ich hebe ja nicht mal die Beipackzettel meiner aktuellen Medikamente auf, weil ich sie ja durchgelesen habe und kenne und sollte ich mal unsicher sein, dann frage ich nach, warte bis ich das Medikament wieder bekomme, oder suche den Beipackzettel im Internet heraus. Irgendetwas klappt doch immer, so dass man an die Informationen gelangt.
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