Ist nur der erste Elternabend sinnvoll?

vom 27.08.2013, 22:00 Uhr

Nun wurden ja erneut einige Kinder eingeschult und damit fand auch der erste Elternabend statt. Elternabende sind ja generell eher weniger beliebt, sind aber eine sinnvolle Einrichtung und durchaus wert, sie zu besuchen. Aus Erfahrung Eltern und Lehrer gleichzeitig ist mir aber bekannt, dass nur der erste Elternabend nahezu vollständig besucht wird, danach lässt es eben nach.

Ich empfinde es ja schon so, dass eigentlich jeder Elternabend sinnvoll ist und seine Berechtigung hat. Aber dennoch gehen eben Eltern doch wohl nur zu wenigen Elternabenden. Wie haltet Ihr es als Eltern? Denkt Ihr auch, ausschließlich der erste Elternabend ist sinnvoll oder nehmt Ihr nach Möglichkeit jeden Elternabend wahr? Wie sehen Eure eigenen Beobachtungen aus?

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» *steph* » Beiträge: 18520 » Talkpoints: 47,30 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Bei uns waren die Elternabende in der Grundschule eigentlich immer ziemlich vollständig besucht. Denn hier erfährt man ja wichtige Dinge über den Unterricht, über Ausflüge und Sonstiges. Auch auf dem Gymnasium waren die Elternabende gut besucht. Erstaunlicherweise waren hier auch viele Väter, während in der Grundschule die Mütter in der Mehrheit waren. Ab der siebten Klasse sind die Abende dann ausgedünnt und fanden, soweit ich mich erinnere, ab der Neunten dann gar nicht mehr statt. Den nächsten Informationsabend gab es dann für den Eintritt in die Oberstufe.

Ich kann deine Erfahrung also nicht bestätigen, dass die Elternabende dünn besucht sind.

» anlupa » Beiträge: 10586 » Talkpoints: 75,49 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ich muss auch sagen, dass die Elternabende vor allem in der Grundschule immer sehr gut besucht waren. Schließlich war es für die meisten Eltern das erste Kind und diese wollten alles erfahren. Man nutzte die Zeit auch, um mit den Lehrern über das Kind zu reden, wobei dies eigentlich nicht Sinn der Veranstaltung ist. Aber auch gerade in der Grundschule wollen die Eltern gern wissen, was die Kinder alles unternehmen werden und lernen werden. Unternehmungen sind in der Grundschule wichtig zu nennen, weil die Eltern gerade in der Grundschule noch sehr große Angst um ihre Kleinen haben. Die Fürsorge ist da halt noch extrem.

Auf den weiterführenden Schulen, waren die Elternabende meistens gähnend leer. Da gab es auch stets ein Problem ein Vorsitz zu finden, sodass es bei uns eigentlich immer stets die gleiche Person war. Meistens wurde an den Elternabende auch 10 Euro für die Klassenkasse eingesammelt, wovor sich manche drücken wollten, wobei dann halt später der Brief vom Kind nach Hause kam, wo sie aufgefordert werden, das Geld zu bezahlen. Ich habe auch so das Gefühl, dass das Interesse der Eltern auf den weiterführenden Schulen nachlässt. Denen ist es nicht mehr so wichtig, was für Veranstaltungen unternommen werden und was gelernt wird. Denen ist wahrscheinlich nur wichtig, dass ihre Kinder gute Noten nach Hause bringen.

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» Dennus » Beiträge: 1262 » Talkpoints: 0,26 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich denke, dass Elternabende jederzeit eine Berechtigung haben können. So geht es ja nicht nur um grundliegende Dinge bezüglich des Unterrichts, sondern verschiedene aktuelle Fragen, zum Beispiel zu Ausflügen oder Klassenfahrten, werden ebenfalls im Vorfeld bei Elternabenden geklärt. Und da finde ich es schon sehr wichtig, gerade bis zu einem bestimmten Alter, dass die Eltern bescheid wissen, was genau alles bevorsteht.

Meinen eigenen Erfahrungen nach, wobei ich da nur nach den Erzählungen meiner Eltern oder auch der Eltern von Freunden gehen kann, waren die Elternabende immer sehr unterschiedlich gut besucht. Sowohl in der Grundschule als auch am Gymnasium gab es Termine, bei denen kaum Eltern erschienen, als auch solche, bei denen der Raum wirklich rappelvoll war. Das mag am jeweiligen Datum gelegen haben, außerdem wurden die Themen des Abends vorher schriftlich bekanntgegeben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass bei uninteressant wirkenden Themen viele Eltern einfach nicht gekommen sind, während bei sehr gewichtigen Themen natürlich allen Eltern wichtig war, zu erscheinen.

Meine Eltern sind übrigens meistens eher ungern zu Elternabenden gegangen. Mein Vater berichtete jedenfalls davon, dass sich einige Gespräche an Elternabenden in der Grundschule teilweise fast zum Zickenkrieg zwischen einigen anwesenden Müttern entwickelt hatten, und das wirklich bei jedem einzelnen Termin. Mein Vater betonte, dass es dabei nie zu einer sinnvollen Diskussion, geschweige denn einem wirklichen Ergebnis kam. Ihm erschienen diese Termine dann jedenfalls ziemlich sinnlos und das teilweise laute Gezeter der Mütter, die dort ihre privaten Animositäten zum Besten gaben, nervte ihn zusätzlich.

Was das Geschlechterverhältnis betrifft, sind sowohl am Gymnasium als auch an der Grundschule hauptsächlich Mütter beim Elternabend erschienen. An der Grundschule war es sogar so, dass im Einladungsschreiben zum Elternabend direkt mit "Liebe Mütter..." begonnen wurde. Und wenn einmal nicht meine Mutter dort erschien, sondern mein Vater, sollen die Anwesenden teilweise wirklich verdutzt geguckt haben. Das war schon eine ziemlich spießige Gegend, damals.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich finde Elternabende doch wichtig. Schließlich kann man sich austauschen und aktuelle Probleme, falls vorhanden, können besprochen werden. Ich finde, es macht auch einfach einen guten Eindruck, wenn man zu Elternabenden regelmäßig erscheint, und mir persönlich ist der Eindruck bei anderen Eltern bzw. den Lehrern doch wichtig, zumindest im Grundschulalter noch.

Okay, in meinem Fall sehe ich die Lehrerin fast jeden Morgen und hätte ein paar Minütchen, falls etwas Akutes ansteht, aber dennoch bin ich zum Elternabend erschienen. Ich finde, zumindest in der Grundschule gehört sich das so, später sind Elternabende finde ich nicht mehr so wichtig bzw. als Teenager ist es dann meist eher peinlich, wenn die Eltern den Lehrer konsultieren, da würde ich das vielleicht 1x pro Jahr tun bzw. ab der Oberstufe nur noch in speziellen Fällen, wenn irgendwelche Probleme in der Klasse bestehen.

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» netti78 » Beiträge: 3218 » Talkpoints: 12,58 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ein Zeichen der Höflichkeit ist es meines Erachtens durchaus, wenn man zu einem Elternabend, zu dem man eingeladen wurde, auch erscheint. Wenn man natürlich schon länger einen wichtigen Termin zum gleichen Zeitpunkt hat, und daher absagen muss, dann ist das schon in Ordnung. Aber wenn man regelmäßig erscheint, macht es wohl auf den Lehrer durchaus den positiven Eindruck, dass man sich als Elternteil auch wirklich für sein Kind und dessen schulische Laufbahn interessiert. Wenn ein Elternteil hingegen nie erscheint, könnte das desinteressiert wirken und damit einen negativen Eindruck machen.

Andererseits ist das mit dem Eindruck aber auch wieder davon abhängig, wie man sich vor Ort benimmt. Ich jedenfalls würde den Anblick zweier sich vor versammelter Elternschaft hemmungslos gegenseitig ankeifender Mütter ziemlich aussagekräftig finden und mir tatsächlich schon meinen Teil dazu denken.

Selbst bei Teenagern machen meines Erachtens Elternabende aber teilweise noch Sinn, nämlich, wenn es um Geldausgaben geht. Sei es nun die Anschaffung von bestimmten Lehrmaterialien, oder aber auch die Planung einer Klassenfahrt. Selbst, wenn die Schüler schon 16 Jahre alt sind, so sind es doch gewöhnlich noch immer die Eltern, die die Klassenfahrt bezahlen, und selbst, wenn es nur ein Teil der Gesamtsumme ist. Und da haben die Eltern dann einfach ein Mitspracherecht und die Ausgaben sollten direkt zwischen Lehrer und Eltern geklärt werden.

Mir fällt gerade ein, dass es bei uns am Gymnasium, und zwar zusätzlich zu gewöhnlichen Elternabenden, die ohnehin nicht so oft bei uns stattfanden, auch sogenannte "Lehrer-Sprechtage" gab. Dort konnten Eltern gewissermaßen abends einen festen Termin bei bestimmten Lehrern machen, falls sie etwas klären wollten. Abendliche Sprechzeiten, die berufstätige Eltern, und das ist ja heute der Normalfall, besuchen könnten, sind ja sonst im Schulalltag eher nicht vorgesehen. Also an sich war das schon eine gute Sache, falls Eltern mal irgendwelche Fragen hatten.

Wobei manchmal auch Lehrer die Eltern zu diesen Terminen vorgeladen haben, beispielsweise wegen schlechter Zensuren der Kinder. Da war diese Schule irgendwie relativ streng, wer eine 4 oder eine schlechtere Note in einem Fach hatte, dessen Eltern sollten dann am Lehrer-Sprechtag abends beim jeweiligen Fachlehrer erscheinen. Wobei die Situation an sich meist ziemlich witzlos war. Ich habe es ja selbst einmal erlebt, als ich eine 4 in Mathe hatte und dann eben mit meinem Vater bei meinem Mathe-Lehrer erscheinen musste. Der sprach nur davon, dass ich zuhause mehr üben solle und mehr gefördert werden solle, und damit hatte es sich. Natürlich haben sich meine Noten dadurch nicht gebessert, denn wenn ich einen Sachverhalt gar nicht erst verstehe, dann helfen auch diverse Übungen nichts.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Soweit ich mich erinnern kann sind meine Eltern nie bei einem Elternabend gewesen, egal in welcher Klasse oder auf welcher Schule die Kinder gewesen sind. Elternsprechtage waren was anderes die wurden ab und an gerne aufgesucht, um sich mit dem Lehrer auszutauschen. Aber Elternabende haben sie nicht wirklich interessiert und es gab auch keinen Moment in meinem Leben, in dem ich mitbekommen hätte, dass dadurch irgendwelche Nachteile entstanden wären.

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» Täubchen » Beiträge: 26752 » Talkpoints: 2,33 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Ja ich würde auf jeden Fall sagen, dass der erste Elternabend der wichtigste Informationsabend ist. Zum einen lernt man da die Eltern der Kinder kennen, zum anderen lernen die Eltern sich untereinander kennen und lernen auch etwas über den Ablauf in der Schule oder in der KITA.

Ich denke mir schon, dass der erste Elternabend sinnvoll ist. Es heißt aber nicht, dass die darauf folgenden Elternabende nicht sinnvoll sind. Natürlich freut man sich immer, wenn Elternabende gut besucht werden und es ist auch ein Zeichen der Wertschätzung, dem pädagogischen Personal, aber auch dem Kind selber gegenüber, so finde ich.

Die meisten Eltern sind aber heutzutage leider beide berufstätig, was wiederum bedeutet, dass ein Elternabend ein zusätzlicher lästiger Termin im Kalender bedeutet. Deshalb denke ich, darf man schon froh sein, wenn die Eltern am ersten Elternabend kommen und soll nicht beleidigt sein, wenn sie folgende Elternabende dann nicht mehr besuchen.

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» nordseekrabbe » Beiträge: 8500 » Talkpoints: 34,82 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


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