Weisheitzähne - Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose?

vom 16.08.2013, 17:27 Uhr

Wie bereits in einem anderen Thread erwähnt, habe ich bald eine Weisheitszahn-Operation. Der genaue Termin steht noch nicht fest, aber mir graut es jetzt schon ziemlich davor. In meiner Kindheit hatte ich viel Karies und daher habe ich auch ein wenig Angst vor dem Zahnarzt. Schlimm sind eigentlich weniger die Schmerzen, welche bei einer örtlichen Betäubung ja kaum zu spüren sind, sondern eher die Geräusche der ganzen Geräte und das Gefühl, nicht zu wissen, was gerade passiert, während mehrere Finger und Geräte in deinem Mund stecken.

Daher habe ich eigentlich nicht vor, mir die Weisheitszähne bei vollem Bewusstsein ziehen zu lassen. Ein Problem, dass ich beim Zahnarzt auch immer wieder habe, ist ein Würgereflex, weil ich nicht richtig schlucken kann. Das hat schon so manche Zahnarzttermine in die Länge gezogen, selbst wenn es nur darum ging, ein kleines Loch mit einer Füllung zu schließen. Außerdem würde ich dann auch die Geräusche hören und ich denke mal, die hört man selbst wenn man nebenher Musik hört, was man ja bei den meisten Weisheitszahn-Operationen darf.

Die andere Möglichkeit wäre die Vollnarkose, aber auch die sagt mir nicht hundert Prozent zu, weil ich manchmal Probleme mit dem Kreislauf habe und Angst davor habe, dass das einen negativen Einfluss auf die Narkose haben könnte. Nun habe ich im Internet aber von der Dämmerschlaf-Methode gehört, bei der der Patient bei Bewusstsein bleibt, aber eben eine beruhigende Substanz verabreicht bekommt, sodass er eigentlich gar nicht mehr so richtig mitbekommt, was um ihn vorgeht.

Diese Methode reizt mich bisher am meisten, aber ich habe davon noch nie zuvor etwas gehört und muss natürlich erst einmal mit meiner Zahnärztin absprechen, was machbar ist und was nicht. Die Krankenkasse übernimmt ja oftmals auch nur die Kosten für die lokale Betäubung und nicht für eine Narkose. Aber das wäre mir das Geld dann wahrscheinlich schon wert.

Was habt ihr bezüglich dieses Themas für Erfahrungen gemacht? Für was würdet ihr euch entscheiden beziehungsweise für was habt ihr euch bereits entschieden? Inwieweit hat man als Patient ein Mitbestimmungsrecht, was gemacht wird und was nicht?

» *sophie » Beiträge: 3506 » Talkpoints: 1,38 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich habe damals über eine normale Betäubung immer nur einzeln einen Weisheitszahn heraus bekommen. Das war ziemlich unkompliziert und ich hatte auch danach keine Probleme, wie Nachblutungen oder starke Schmerzen. Es ist auch sehr schnell verheilt und ich habe danach nur eine Schmerztablette genommen.

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» Malcolm » Beiträge: 3257 » Talkpoints: -1,80 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Du hast nicht nur Mitbestimmungsrecht. Es ist ganz allein deine Entscheidung, welche Methode du wählst. Es kann nur sein, dass deine Ärztin sagt, dass sie diese Methode nicht anbietet und du dafür zu einem anderen Arzt musst. Aber niemand kann dir eine Behandlung aufzwingen, die du nicht willst.

Ich habe mir damals alle vier Weisheitszähne unter Vollnarkose herausnehmen lassen. Wie schlimm die Schmerzen waren, weiß ich gar nicht mehr. Ich habe jedenfalls nur Babybrei gegessen. Aber das ist nicht schlimm, ich liebe das Zeug. Außerdem war ich so angeschwollen, dass mich mein damaliger Freund liebevoll "Boje" genannt hat. Ich sah wirklich schrecklich aus.

Aber ich würde es dennoch wieder so machen. Ich möchte dabei nicht bei Bewusstsein sein. Meine Mundwinkel waren arg in Mitleidenschaft gezogen worden, weil der Mund ja irgendwie offen bleiben muss. Keine Ahnung, was sie deswegen gemacht haben, aber ich bin froh, dass ich es nicht mitbekommen habe. Es war keine schöne Woche, aber ich habe es hinter mir. Ich weiß, dass ich eine zweite Operation aufgeschoben hätte, bis die Schmerzen schlimmer gewesen wären als von der OP selbst.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich kann mir nicht vorstellen, dass du dir die Betäubung aussuchen kannst. Wie ich schon in deinem anderen Thread schrieb, wirst du wohl zum Kieferchirurgen müssen. Der wird dir eine Betäubung vorschlagen, die deinem Krankheitsbild angemessen ist. Wenn da eine Betäubung sein muss, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Krankenkasse die Kosten dafür nicht übernimmt. Bevor du dich da verrückt machst, sprich doch erst einmal mit deinem Zahnarzt.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich hatte bei meiner Weisheitszahn-OP nur eine örtliche Betäubung. Natürlich kannst du dir das aussuchen, welche Betäubungsform du haben möchtest, ich wurde damals auch gefragt. Allerdings musst du bei Vollnarkose und Dämmerschlaf entsprechend zuzahlen. Die Krankenkassen zahlen nur noch örtliche Betäubung, die Zuzahlung bewegt sich im unteren bis mittleren dreistelligen Bereich.

Bei einer Vollnarkose muss eigentlich immer ein Anästhesist anwesend sein, deswegen ist die auch teurer. Da haben die Ärzte/Kliniken meist feste OP-Tage, an denen der Anästhesist anwesend ist und leider sind die oft schon ziemlich lange vorher ausgebucht. Zum Dämmerschlaf kann ich dir leider nicht wirklich viel sagen, außer das ich denke, dass das auch nicht mal eben so jeder Zahnarzt kann.

Wenn dein Zahnarzt nur örtliche Betäubung anbietet, dann wirst du für andere Betäubungsformen wahrscheinlich in eine Praxis für Kieferchirurgie überwiesen werden müssen. Und wie schnell du da einen Termin bekommst ist fraglich, außer du bist ein Notfall.

Ich fand meine OP unter örtlicher Betäubung nicht schlimm. Ich fand es sogar ziemlich interessant. Ich musste zum Kieferchirurgen, weil meine Weisheitszähne unten noch irgendwie quer im Knochen lagen und mein Zahnarzt sich da nicht heran getraut hat. Aber ich fand es wie gesagt nicht schlimm. Ich habe auch vorher gefragt, ob er mir immer sagen kann, was er gerade macht, denn ich mag es nicht, wenn jemand in meinem Mund arbeitet und ich nicht weiß, was gerade geschieht. Aber welche Betäubungsform man wählt, muss letztendlich jeder selbst entscheiden.

» danty » Beiträge: 540 » Talkpoints: 4,79 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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