Buschmücke seit kurzem auch in Niedersachsen unterwegs

vom 29.07.2013, 14:34 Uhr

Hier habe ich gerade eine Warnung vor der asiatischen Buschmücke in Niedersachsen gelesen. Bereits um die 50 Exemplare sollen in der Region bereits gesichtet worden sein, was an und an sich eigentlich nicht der Rede wert ist. Allerdings sollen die Viecher besonders gefährliche Tropen-Krankheiten übertragen können. Zudem verdrängen sie die heimische - viel weniger stechwütige - Mücke.

So eine Mücke meine ich auch schon bei mir zuhause gesichtet zu haben. Sie hatte auch die typischen Streifen auf ihren Beinen, aber nach stechen war ihr irgendwie nicht so. Gestern in einer mit Sträuchern und Gebüsch zugewachsenen Gegend wurde ich von irgendwelchen Mücken allerdings nahezu überfallen, nachdem ich für nur wenige Sekunden mit dem Fahrrad Rast gemacht habe. Seitdem habe ich auch ziemlich heftig gerötete Einstichstellen und diese Geschwindigkeit, mit der die Mücken angegriffen haben, war auch wirklich ungewohnt. Gut möglich, dass es schon die besagte Buschmücke war.

Ich frage mich allerdings, wie die Folgegenerationen der Mücken weiterhin Krankheiten übertragen können sollen. Bei direkt eingeschleppten Mücken geschieht dies ja durch direkten Kontakt der "Stech-Opfer", wobei die Mücke Bakterien bzw. Viren vom Infizierten zum nicht-infizierten "Opfer" überträgt. Wenn die Mücken jedoch Larven legt, sind diese doch kaum mit einer pathogenen Konzentration an Krankheitserregern belastet. Oder etwa doch?
Gibt es hier sonst noch jemanden, der diese Mückenart bereits gesichtet hat? Sind die wirklich so gefährlich? Ich wurde wirklich schon unzählige Mal von sonst welchen Mücken gestochen, aber bis jetzt war da wohl nix infektiöses dabei oder mein Immunsystem wird mit den Krankheitserregern besonders gut fertig.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



MasterOers hat geschrieben:Bereits um die 50 Exemplare sollen in der Region bereits gesichtet worden sein, was an und an sich eigentlich nicht der Rede wert ist.

Das hast du missverstanden. Es sind 50 Mückenarten in Deutschland gesichtet worden. Also weltweit gibt es 3500 Arten und davon kommen 50 in Deutschland vor. Und eine davon ist diese Asiatische Buschmücke. Ich finde es allerdings erwähnenswert, dass diese Entdeckung auf freiwillige Bürgerbeteiligung zurückzuführen ist. Diese Mitarbeit beim Mückenatlas zahlt sich also wirklich aus.

MasterOers hat geschrieben:Ich frage mich allerdings, wie die Folgegenerationen der Mücken weiterhin Krankheiten übertragen können sollen.

Die Mücke ist der Wirt dieser Krankheit. In ihr lebt die Krankheit weiter, ohne Schaden für die Mücke. Sie stirbt also nicht, sondern kann fröhlich weiterleben und sich vermehren. Und solange eine infizierte Mücke lebt und Kontakt zu anderen Mücken hat, wird der Virus auf diese anderen übertragen werden. Das ist wie die Grippe. Das passiert durch Händeschütteln. Der Virus ist nicht auf seine eine Wirtsmücke beschränkt.

Das Ganze ist schon etwas erschreckend. Aber so ist die Welt nun mal und der Mensch ist daran nicht unbeteiligt, wie die Welt ist. Wir haben den Menschen in Afrika, Asien etc auch einige sehr unerfreuliche Krankheiten gebracht. Es ist doch klar, dass das keine Einbahnstraße ist. Und Klimawandel bringt eben auch nicht nur schönes Badewetter. Wir werden uns auf die Veränderungen einstellen und mit ihnen leben müssen.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich kann mir vorstellen, dass es mittlerweile mehr als 50 Mückenarten (nicht Exemplare, das wäre kaum der Rede wert) in Deutschland gibt, weil diese Tierchen auch durch den Flug- und Schiffsverkehr hierher kommen. Natürlich haben die Larven die Krankheitserreger nicht, aber die Mücken infizieren sich ja wieder beim Menschen oder andere Zwischenwirte und so breiten sich gefährliche Viren, Bakterien oder Parasiten schnell aus. Der Mückenatlas ist eine tolle Sache. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von ten points am 29.07.2013, 17:44, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


An normale Übertragungswege, wie beim Menschen, habe ich da tatsächlich gar nicht gedacht. Man stellt sich die Dinger ja so klein vor, dass z.B. eine Übertragung über die Atmungsluft kaum denkbar scheint. Und ist es nicht so, dass die pathogenen Viren/Bakterien in so einer Mücke als Wirt alleine nicht lange überleben können, geschweige denn auf die Larven übergehen können? Da dies von den Forschern aber als gegebene Tatsache vorausgesetzt wird, ist da wohl schon was dran.

Auf den - noch viel zu minimalen - Klimawandel würde ich die Ausbreitung der Buschmücke nun nicht zurückführen. Viel eher spielt hier die Globalisierung die entscheidende Rolle, die auch schon in dem verlinkten Artikel gennant wird. Man denke da nur an die riesigen Containerschiffe, die tagtäglich zwischen allen erdenklichen Kontinenten hin-und-her pendeln. Auf so einem Wege sind ja schon viel früher unzählige Arten in eigentlich für sie "fremde" Gebiete eingeschleppt worden. Nun ist eben die Buschmücke dran.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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