Eher Schaden als Nutzen durch Kosmetika und Pflegeprodukte

vom 26.07.2013, 16:14 Uhr

Im Rahmen der BUND-Studie wurden die Angaben der Inhaltsstoffe von etwa 60.000 Kosmetik- und Pflegeprodukten untersucht. In einem Drittel der Produkte wurden teils sehr bedenkliche Chemie-Cocktails gefunden; im höheren Preissegment sollen sogar rund 50% der Produkte belastet sein. Zwar sei ein einzelner entsprechender Stoff an sich aufgrund seiner geringen Konzentration nicht per se schädlich, im Zusammenspiel mit weiteren Chemikalien könnten aber durchaus gefährliche Mixturen entstehen, die von der WHO mit Unfruchtbarkeit bei Männern, mit verfrühter Pubertät bei Mädchen und mit Mißbildungen bei Neugeborenen in Verbindung gebracht werden.

Am stärksten belastet sei dabei Haarwachs (37%), Sonnenschutzmittel (33%), Rasierschaum (30%), gefolgt von Lippenstiften (27%) und Zahnpasta (20%). Die gute Nachricht: Kinder-Pflegeprodukte, aber auch Naturkosmetika sollen gänzlich unbelastet sein. Auch die Eigenmarken-Reihe der dm Drogerienmarkt-Kette soll vergleichsweise gering belastet sein: In "nur" 17% der untersuchten Produkte wurden bedenkliche Chemikalien gefunden.

Ich finde diese Ergebnisse insgesamt schon ziemlich erschreckend, da es sich hier ja um Produkte des täglichen Bedarfs handelt. Wer will im Sommer schon auf Sonnenmilch verzichten? Bei Zahnpasta kommt zudem eine erleichterte Absorption der Chemikalien hinzu, da hier die Substanz ja über die Schleimhäute aufgenommen wird und somit viel schneller und höher dosiert im Blutkreislauf landet. Glücklicherweise steht nun eine App zur Verfügung, mit der sich jedes Produkt leicht checken lässt und auch ohne iPhone muss man nicht lauter "Katzen im Sack" kaufen. Wart Ihr Euch der Gefahr schon bewusst und welche Konsequenzen werdet Ihr aus den Ergebnissen dieser Studie ziehen?

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich benutze ja im Gegensatz zu anderen Frauen sehr wenig Kosmetikartikel, aber diese essentiellen Dinge wie Zahnpasta stehen natürlich auch bei mir auf der Liste. Ich bin froh, dass die dm-Eigenmarken weniger belastet sind, denn die verwende ich schon, weil sie tierversuchsfrei sind. Von Nivea bin ich schwer enttäuscht, auch wenn ich weiß, dass meine Liebe zu Nivea hauptsächlich daher kommt, dass meine Oma immer danach gerochen hat, also nicht wirklich objektiv ist. Dass teure Produkte oftmals schlimmer sind, habe ich schon gewusst. An denen bin ich aber eh nicht interessiert.

Folge für mich ist jetzt, dass ich mal alle möglichen Produkte von dm und andere, die öfter bei mir im Einkaufwagen landen, auf der Internetseite durchchecken lasse. Vielleicht gibt es ja sogar Unterschiede von Zahnpasta zu Zahnpasta. Dann kaufe ich halt nur noch die mit Kräuter statt die für sensible Zähne. Das macht für mich keinen großen Unterschied. Vielleicht werde ich auch ein paar Protestmails schreiben. In Dänemark hat das ja schon geholfen. Außerdem ist es wieder ein Pluspunkt auf der "Smartphones sind ganz nützlich"-Liste. :D

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Wie bei jeder Studie denke ich mich als erstes, traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast. Jeden Datensatz kann man mit den richtigen statistischen Methoden so auswerten, dass das gewünschte Ergebnis entsteht. Und dann kann man die Daten für die Öffentlichkeit auch noch möglichst reißerisch aufarbeiten Gerade weil die Studie vom BUND durchgeführt wurde, traue ich ihr nicht wirklich, denn die schießen immer gegen bestimmte Unternehmen und sind meiner Meinung nach nicht objektiv. Das gleiche gilt meiner Meinung nach auch für die Website. .

Natürlich ist mir bewusst, dass Kosmetika verschiedene Chemikalien enthält, aber soweit ich das erkennen konnte, hat kein einziges Produkt die gesetzlich festgelegten Grenzwerte für die angeprangerten Stoffe überschritten. Wenn ich anfangen würde mir Gedanken über Spuren verschiedener Chemikalien in Kosmetika zu machen, dann müsste ich auch aufhören im Supermarkt einzukaufen. Denn unser Gemüse und Fleisch ist deutlich mehr mit verschiedenen, für den Menschen in hoher Konzentration toxisch wirkenden Stoffen belastet.

Also nein, so eine Studie beeinflusst meine Kaufentscheidung nicht. Ich sehe das auch nicht als Gefahr, sondern als das Risiko, dass ich für ein modernes Leben bereit bin einzugehen.

» danty » Beiträge: 540 » Talkpoints: 4,79 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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