Erkrankungen, die man mit Nackenfaltenmessung erkennt

vom 28.06.2013, 13:58 Uhr

Meine Cousine plante eine Familie zu gründen und liest nun alles Mögliche über Schwangerschaften und so weiter, um sich ein wenig zu informieren. Es gibt dazu ja recht breit gefächerte Informationen, die einen auch gerne erschlagen.

Nun wird meine Cousine, aufgrund ihres Alters, wohl eine sogenannte Risikoschwangerschaft austragen. In dem Zusammenhang haben wir nun gelesen, dass da auch eine Nackenfaltenmessung gemacht wird. Damit sollen wohl Erkrankungen des Kindes ausgeschlossen werden.

Aber welche Erkrankungen kann man mit einer Nackenfaltenmessung überhaupt erkennen? Warum wird die Nackenfalte dafür untersucht? Habt ihr diese Untersuchung machen lassen? Ist die Untersuchung Pflicht? Was kann man machen, wenn bei der Nackenfaltenmessung festgestellt wird, dass das Kind behindert sein wird? Sind die Erkrankungen bereits im Mutterleib heilbar? Wie waren die Befunde bei eurer Nackenfaltenmessung? Hat der Befund irgendwas geändert?

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



Mit einer Nackenfaltenmessung kann man diverse Krankheiten und Behinderung ausschließen oder diagnostizieren, das ist schon richtig. Zum Beispiel kann man das Downsyndrom durch eine Nackenfaltenmessung ausschließen beziehungsweise diagnostizieren. Die Nackenfalten werden von dem ungeborenen Baby untersucht und man messt den Abstand der Nackenfalten. So weit ich weiß, kann man durch den Abstand Behinderungen und andere diverse Krankheiten ausschließen beziehungsweise diagnostizieren.

Ich habe drei Kinder und ich habe bei allen drei Schwangerschaften keine Nackenfaltenmessung durchführen lassen. Meine Frauenärztin hat mich zwar jedes Mal gefragt, ob ich diese Untersuchung durchführen lassen möchte, um Gewissheit zu haben, aber, da ich kein Grund zur Sorge hatte, habe ich diese Untersuchungen nicht durchführen lassen. Zu dem kann man meist mit dieser Untersuchung zwar die Behinderungen des ungeborenen Babys feststellen, aber dadurch gehen die Behinderungen auch nicht fort. Natürlich hat man dann die Gewissheit, aber ändern wird es doch auch nichts, weshalb ich diese Untersuchung auch nicht machen lassen habe. Wenn meine Kinder mit einer Behinderung zur Welt gekommen wären, dann bin ich der Meinung, dass es so gewesen wäre und es hätte trotzdem nichts an der Liebe zu meinem Kind geändert.

Diese Untersuchung ist natürlich keine Pflicht. Man kann selber Entscheiden, welche Untersuchungen man machen möchte und, welche man nicht machen möchte. Es wird einem nur dazu geraten, die Untersuchungen durchführen zu lassen. Wie gesagt, um die Gewissheit zu haben. Man kann nichts machen, wenn bei der Untersuchung festgestellt wird, dass das Kind behindert sein wird. Man hat zwar die Entscheidung dann, ob man das Kind noch bekommen möchte oder, ob man das Kind abtreiben lassen möchte, auch, wenn man schon in einer fortgeschrittenen Schwangerschaft sich befindet. Aber Medikamente oder Therapien gibt es für eine festgestellte Behinderung nun mal nicht. Wenn eine Behinderung des ungeborenen Babys festgestellt wird, dann kommen auf einen noch weitere Untersuchungen zu und am Ende der Schwangerschaft müssen die Ärzte im Krankenhaus auch Bescheid wissen, damit das Baby während der Geburt ausreichend versorgt ist und in der Not auch geholfen werden kann. Meist sind dann während der Geburt Spezialisten anwesend, die sich letztendlich um das dann geborene Baby kümmern.

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Eine Nackenfaltenmessung kann meines Wissens nach nicht zu 100% garantieren, dass das Kind keine Behinderung haben wird. Es gibt eine Wahrscheinlichkeitsangabe an. Der Befund sagt dann eben zum Beispiel, dass ein Verhältnis von 1:1234 vorliegt. Das heißt, dass von 1234 Fällen ein Kind das jeweilige Syndrom aufweist oder so ähnlich.

Werte von 1:100 gelten schon als sehr riskant. Wobei hier ja die Wahrscheinlichkeit mehr oder weniger auch bei "nur" 1% liegt. Als weitere Maßnahme kann man dann eine Fruchtwasseruntersuchung machen. Die ist dann mit mehr Risiken für das Baby verbunden, dafür kann sie ein eindeutigeres Ergebnis liefern.

Ändern oder heilen kann man an dem Befund nicht wirklich was, zumindest nicht, wenn eine Trisomie vorliegt. Das ist ein genetischer Defekt und den kann man nicht wegoperieren oder mit Medikamenten behandeln. Anders ist es zum Beispiel wenn beim Organscreening (welches dann in etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche stattfindet=) zum Beispiel herauskommt, dass das Baby ein kleines Loch im Herzen hat oder dergleichen. Hier gibt es durchaus Fälle, wo das Baby am Herzen noch während der Schwangerschaft operiert werden kann.

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» tournesol » Beiträge: 7773 » Talkpoints: 0,38 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



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