Diagnose Krebs im Endstadium - Alles Vermögen ausgeben?

vom 20.06.2013, 13:50 Uhr

Ich habe heute ein wenig Langeweile und habe Fernsehen geschaut. Ich habe da eine Sendung gesehen, wo ein Mann wohl eine Diagnose bekam, dass er Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium hat. Dieser Mann ist hingegangen und hat seine Firma verkauft, sein haus der Tochter geschenkt und alles Vermögen, was er hatte mit seiner Frau auf den Kopf gehauen. Wenn er gestorben wäre, hätte die Frau eine Lebensversicherung von einer viertel Millionen bekommen. Würdet ihr das auch machen?

Der Mann ist aber nicht gestorben und es war eine Fehldiagnose. Er war nun quasi mittellos. ich habe den Schluss nicht mehr mit bekommen. Aber er hatte jedenfalls nichts mehr. Würdet ihr auch alles auf den Kopf hauen, wenn ihr so eine Diagnose bekommen würdet? Würdet ihr dann die kurze Zeit, die euch prophezeit wird so genießen, dass ihr alles Geld ausgebt was ihr habt?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Nein, ich würde auf jeden Fall nichts auf den Kopf hauen, sondern das Geld und alle anderen Habseligkeiten, die ich besitze, meinen Verwandten geben. Zuerst, wenn meine Eltern da noch leben würden, gebe ich das Geld meinen Eltern und meinem Bruder, der Rest wird dann gerecht auf andere Familienmitglieder aufgeteilt.

Ich glaube nicht, dass ich diese mir prophezeite Botschaft in einem kurzen Zeitraum meines Lebens genießen könnte. So wie ich mich kenne, würde ich voll panisch und hektisch sein. Vermutlich hätte ich eine Heidenangst vor der Therapie, den Schmerzen und vor dem Tod. Es würde mir das Herz bluten, meine Verwandten und Bekannten dies mitzuteilen und sie so zu hinterlassen.

Mein Geld darf nicht verschwendet werden, zwar ist es mein Geld, aber das bedeutet nicht, dass nach meinem Ableben Schluss damit ist. Das Geld sollen Menschen bekommen, die in meinem Leben eine Rolle spielten, die mein Leben beeinflusst haben und das Geld bringt denen ja auch etwas, das war dann wenigstens nicht umsonst.

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» kleineAmsel » Beiträge: 205 » Talkpoints: 0,57 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Da ich weder eine Firma zu verkaufen hätte noch ein Haus zu verschenken, sondern nur eine Wohnung, würde das bei mir etwas anders ablaufen. Aber angenommen ich wäre an Stelle dieses Menschen gewesen, hätte ich genauso gehandelt wie er. So hat er sich mit seiner Frau zum Abschied aus dem hiesigen Leben einmal einen Traum erfüllt, das finde ich gut.

Wissen konnte er nicht, dass es eine falsche Diagnose war. In einem solchen Fall sollte man tatsächlich eine zweite Meinung einholen, wenn man so konsequent handeln möchte. Nun wird dieser Mensch seiner Frau gegenüber starke Gewissensbisse haben. In seinem ehemaligen Haus wird er bei gutem Kontakt mit der Tochter wohl auch wohnen bleiben können. Aber er muss sich um Arbeit bemühen, vielleicht als Betriebsleiter in seiner ehemaligen Firma?

Ich bin nicht der Meinung, dass man sein angehäuftes Geld unter die Verwandten verteilt. Lediglich Eltern und Geschwister würden bedacht. Alle anderen haben auch selbst für ihr Einkommen zu sorgen. Da würde ein Todkranker mehr davon haben, wenn er das Geld ausgibt.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Es kommt darauf an, wie viel Zeit mir noch bliebe. Aber da ich mein Leben lang nichts auf den Kopf gehauen habe, glaube ich nicht, dass ich es am Ende machen würde. Wenn die Zeit knapp ist, würde ich sie eher mit der Bewältigung der Situation und Abschied von meiner Familie und meinen Freunden verbringen. Wenn noch etwas mehr Zeit bleibt, kann ich mir ein Urlaub mit meinem Mann vorstellen, aber ich sehe keine Grund, mir dann ein 5-Sterne-Hotel zu leisten. Die sind einfach nicht mein Stil. Ansonsten würde ich noch eine Party schmeißen, aber auch die wäre nicht anders als die bisherigen.

Den Rest und das Haus kriegt mein Mann. Wenn ich wirklich noch viel zu vergeben hätte, würde ich jemandem in meinem Familien- oder Freundeskreis helfen, der gerade in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Aber das würde ich auch tun, wenn ich nicht sterben müsste. Also läuft es letztlich auch wieder darauf hinaus: ich ändere mich und mein Verhalten und meine Einstellung zum Geld nicht grundlegend, wenn ich sterbe.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich denke, dass wenn man das Geld am Ende dann auf den Kopf hauen würde, dass man dann prinzipiell über seine bisherigen Standards lebt. Und das ist meiner Meinung nach nicht der Sinn dabei, denn wenn ich eine solche Diagnose bekommen würde, dann möchte ich die schönsten Momente meines Lebens einfach noch einmal erleben. Natürlich ist es so nicht möglich, aber wenn ich mein Leben lang jedes Jahr eine Gartenparty veranstaltet habe, bei der es nicht ums Geld ging, sondern um die Party an sich, dann möchte ich auch vor meinem Ableben noch einmal genau solch eine Party geben, auch wenn sie noch so schäbig ist.

Es wäre einfach falsch und in einer gewissen Weise auch kindisch, wenn man von jetzt auf gleich sein ganzes Geld verprasseln würde. Irgendwer muss nach meinem Ableben ja auch die Beerdigung und den ganzen Mist bezahlen, so dass ich denke, dass meine Verwandten das Geld am Besten gebrauchen könnten. Idealerweise würde ich meiner Mutter das Geld geben. Falls sie zu der Zeit nicht mehr leben sollte, so würde ich es meinem Bruder oder meinem besten Freund geben, je nachdem auch meiner Freundin beziehungsweise meiner Frau. Hauptsache es ist gut verwahrt und ich kann sicher gehen, dass man damit sorgsam umgeht.

Ansonsten würde ich, ähnlich wie Bienenkönigin, einem Freund, der gerade in einem finanziellem Engpass steckt, ein wenig aus der Klemme helfen, damit eben dieser noch sein Leben neu angehen kann beziehungsweise wieder auf die richtige Bahn kommt und so, im Gegensatz zu mir, einfach leben kann.

Prinzipiell erachte ich es als Selbstverrat, wenn man hingeht und sein restliches, vermutlich nicht mehr lange währendes, Leben seine Lebensstandards nach dem für sich verfügbaren Geld ausrichtet. Natürlich kann man sich einmal was gönnen oder auch einmal öfter die teure Eiscreme oder dergleichen kaufen. Aber für maximal zwei Monate noch ein neues Auto, eine Weltreise und einen High-End-Computer einzuplanen zeugt meiner Meinung nach nur von innerer Verzweiflung, die durch materialistische Wertgegenstände kompensiert werden möchte beziehungsweise für diese Person muss. Nichts für mich!

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» KingTarzan » Beiträge: 722 » Talkpoints: 0,49 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich habe da eine Grundregel meiner Oma übernommen. Eine gewisse Summe an Rücklagen ist gut und alles andere sollte man zum Leben nutzen. Sie war also der Meinung, dass man sich viel ansehen muss und auch Geld ausgeben sollte, weil man nur ein Mal am Leben ist. Meine Oma hat ihre Beerdigung komplett selber bezahlt und hatte dann noch ein bisschen Geld als Rücklage auf dem Konto. Das finde ich generell eine gute Sache und bin der Meinung, dass es so laufen muss. Dann hat man nämlich nicht den Gedanken daran, dass man nun noch einiges machen muss, weil man bald stirbt.

Man hat sein Leben gelebt und war glücklich. Das Geld würde ich in so einem Fall, wie es auch meine Oma immer gemacht hat weitergeben. Menschen freuen sich unglaublich über Geld. Auch wenn das nicht alles wieder gut macht, hätte meine Familie dann wenigstens eine kleine Sicherheit.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Bei einer solchen Diagnose würde ich ähnlich handeln, wie der Mann von dem du berichtet hast. Ich würde alles zu Geld machen was ich noch habe, dafür sorgen dass meine Familie abgesichert ist und dann alles auf den Kopf hauen so gut ich nur kann. Ich denke, dass man sein ganzes Leben mehr oder weniger sparsam lebt und immer schon für den nächsten Tag plant. Wenn man aber keine Zukunft mehr hat, für die man noch etwas zurück legen kann ist es auch nicht mehr nötig auf seine Finanzen große Rücksicht zu nehmen.

Ob der Verkauf der eigenen Firma dazu gehören sollte ist meiner Meinung nach nicht ganz so klar, immerhin stellt eine eigene Firma ein kleines Lebenswerk dar, dass wenn es möglich ist durch die Familie fortgesetzt werden sollte. Wenn es jedoch innerhalb der Familie keinen gibt, der solch ein Unternehmen weiter führen wollen würde, dann würde ich es auch verkaufen.

Ich finde, dass dieses übertriebene alles hinterlassen wollen etwas überholt ist. Das eigene Leben ist genau so viel wert wie das der Kinder, natürlich sollen diese davon profitieren, wenn die Eltern ein bisschen Geld auf Seite gelegt haben, aber die Eltern sollten das Leben selbst auch noch genießen dürfen.

Wenn das eigene Leben dann auch noch durch eine Krankheit wie Krebs verkürzt wird denke ich sollte man den Rest des Lebens den man noch vor sich hat so gut verbringen wie man es selbst nur kann. Zwar auch mit der Familie, einfach um Abschied nehmen zu können und andere Abschied nehmen zu lassen, aber auch mit eigenen Interessen.

» Mulucki1989 » Beiträge: 449 » Talkpoints: 14,27 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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