Ist der Puls ein Indikator für kriminelle Neigungen?
Neulich las ich von einem Wissenschaftler, der die waghalsige These aufgestellt hat, man könne die Neigung zur Kriminalität eines Menschen an seinem Puls erkennen. Solche mit niedrigerem Ruhepuls seien demnach zu kriminellem Verhalten stärker geneigt, als jene mit höherem.
Diesen Zusammenhang pflanzt der Wissenschaftler auf die Annahme, ein niedriger Ruhepuls würde psychopathisches Verhalten fördern und damit auch auf mangelnde Empathiefähigkeit deuten. Ein Mensch mit einem niedrigem Ruhepuls sei stets bestrebt, diesen durch möglichst stimulierende Taten anzuheben und da die mangelnde Empathiefähigkeit ja ein Ansprechen des Pulses auf "normale" Beschäftigungen verhindert, müssten härtere Geschütze aufgefahren werden.
Obwohl der gute Herr diese These anhand zahlreicher Beispiele und Statistiken begründet, halte ich sie irgendwie für ein bisschen flach. Wer sagt z.B., dass ein Psychopath mit hohem Puls nicht auch darum bemüht ist sich im weitesten Sinne zu stimulieren? Wäre der Zusammenhang zwischen Puls und Neigung zu Kriminalität tatsächlich signifikant, müssten ja auch alle Ausdauersportler - deren Ruhepuls bis zu 35 BPM nach unten reicht - besonders kriminell sein, was jedoch meines Wissens absolut nicht zutrifft.
Ein niedriger Ruhepuls müsste doch viel eher eine Begleiterscheinung der Psychopathie sein. Wenn den Psychopathen - mal ganz salopp ausgedrückt - nichts vom Hocker haut, ist es doch kein Wunder, wenn sein Puls dauernd "zu" niedrig ist. Genauso gut kann man also auch gleich seine Hirnströme messen oder ein MRT des Kopfes anfertigen lassen, was freilich viel aufwändiger ist, als den Puls zu messen. Andererseits kann man jemanden doch schlecht nur aufgrund seines Pulses verhaften, womit die besagte These - zumindest im aktuellen Stadium - zu nix gut ist.
Ich für meinen Teil hatte durchaus schonmal einen Ruhepuls von 30 (selten, aber es kommt ab und an vor), habe mich dabei jedoch nie nach irgendwelchen besonders heftigen Reizen gesehnt. Was haltet Ihr denn von der These? Haltet Ihr den besagten Zusammenhang für plausibel?
Ich denke, dass der Herr mit seiner These auf ziemlich dünnen Eis steht. Man könnte nach der Begründung dann nämlich auch sagen, dass diese Menschen aktiver im Bett sind, weil sie ihren Puls hochtreiben wollen. Sicherlich möchte man mal wieder entschlüsseln warum Menschen zu Tätern werden, aber ich denke, dass diese These allein auf ziemlich viele Menschen zutrifft. Immerhin bekommt man wenn man regelmäßig Ausdauersport macht, wie joggen auch einen langsameren Pulsschlag. Ich jogge auch regelmäßig, werde ich dadurch kriminell? Nein. Ich denke, dass ein Sportler auch Disziplin im Leben hat und braucht und deswegen keine Straftaten begeht.
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