Tee gegen Krankheiten, was ist eure Meinung dazu?

vom 02.06.2013, 17:15 Uhr

Es gibt ja inzwischen Teesorten gegen Alle Beschwerden und sogar Krankheiten die man sich vorstellen kann: gegen Husten, gegen Halsschmerzen, gegen Fieber, für schöne Haut, für ein gesundes Herz, für gesunde Venen und so weiter und so weiter. Ich selber glaube ja an alternative Methoden, weshalb ich auch das Thema zur Akne mit Kräutern bekämpfen eröffnet habe, aber ob man damit wirklich sein Herz stärken kann oder seine Venen gesund halten kann ist meiner Meinung nach fraglich, obwohl auf der anderen Seite wiederum so viele gesunde Stoffe im Tee stecken, besonders in Brennnessel Tee, grünem Tee und Birkenblätter Tee.

Forscher finden ja immer wieder neue Substanzen in diesen Kräuter und Tees, die sich auf alles mögliche in unserem Körper positiv auswirken. Doch kann man Tee wirklich als alternative zu anderen Heilmethoden ansehen? Wenn man zum Beispiel Grippe hat, reicht es sich ein fieberstillenden Tee zu kaufen anstatt sich etwas in der Apotheke gegen das Fieber zu kaufen?

Zusammengefasst: Was sagt ihr zu Tees, die eine Wirkung gegen ein bestimmtes körperliches Leiden oder sogar eine Krankheit versprechen? Kauft ihr selber solche Tees oder seid ihr da eher skeptisch und greift auf die altbekannte Medizin zurück?

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» held » Beiträge: 185 » Talkpoints: 6,80 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Es kann durchaus sein, dass einige Inhaltsstoffe von Tees eine krankheitslindernde bzw. -hemmende Wirkung haben, die teilweise sogar wissenschaftlich nachgewiesen sind. Ich erinnere mich da an eine Publikation einer Alzheimer-Forschungsgruppe, die die Substanz Epigallocatechingallat im grünen Tee an Mäusen getestet hat, die Alzheimer-typische Plaques in ihren Hirnzellen hatten. Siehe da, unter einer 6-monatigen Therapie sei die Anzahl der Plaques um rund 60% zurückgegangen. Ergo heißt es also, dass die besagte Substanz scheinbar eine plaqueauflösende Wirkung zu haben scheint. Das Problem ist allerdings: In keiner käuflichen Teesorte des grünen Tees ist die Konzentration dieser Substanz so hoch, dass man damit eine therapeutische Maßnahme anstreben könnte. Damit wären wir auch schon in dem Punkt der Frage nach der (Wirk-)Konzentration, denn ich glaube nicht, dass Teesorten von einem Inhaltsstoff eine derart hohe Konzentration besitzen, dass man ihn therapeutisch nutzen könnte.

Was ich mir allerdings vorstellen kann - so wird es wahrscheinlich auch sein -, ist die supportive Behandlung durch solche Tees. Viele in den Apotheken käuflichen Tees enthalten ja auch Vitamine und sonstige Inhaltsstoffe, die den Organismus in seinem Immunsystem unterstützen, aber selbst per se keinen behandelnden Effekt haben (u.a. auch wegen des oben angesprochenen Aspektes). Insofern denke ich mir schon, dass einige Teesorten hilfreich in der Behandlung von teils simplen grippalen Infekten sind. Ich selbst trinke insbesondere im Winter gerne Pfefferminz- bzw. Kamillentee, das Zweitere sogar das ganze Jahr über nahezu täglich. Ich kann aber nicht behaupten, dass ich kein einziges Mal von einer Erkältung erwischt worden wäre, so ist es also sicherlich nicht :)

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Für mich stehen die positiven Wirkungen von bestimmten Kräutern gar nicht zur Debatte. Natürlich verhindert man mit einem Tee für ein gesundes Herz nicht zu 100 % Herzerkrankungen. Aber er hat eben diesen supportiven Effekt, den getku angesprochen hat. Und eben auch einen kleinen Effekt auf - in diesem Fall - das Herz. Also nicht nur Vitamine, die einfach das ganze Immunsystem stärken. Ich glaube schon an eine gezielte Wirkung. Aber eben keine Wunderheilung.

Kauft ihr selber solche Tees oder seid ihr da eher skeptisch und greift auf die altbekannte Medizin zurück?

Das steht für mich gar nicht im Widerspruch. Die meisten der modernen Medikamente haben ein natürliches Vorbild. Die Wirkstoffe hat sich ja niemand ausgedacht und im Labor so lange Stoffe gemischt, bis sie mal bei jemanden gegen Kopfschmerzen geholfen haben. Nein, sie haben von der heilenden Wirkung einer natürlichen Zutat gehört und diese dann im Labor getestet und oft künstlich nachgemacht. Aspirin z.B. basiert auf dem Wirkstoff aus Weidenrinden. Früher haben die Leute bei Kopfschmerzen halt Weidenrindentee getrunken. Heute nehmen sie eine Aspirin, aber eigentlich ist es sozusagen das Selbe.

Mein Mann baut Teekräuter an. Wir kaufen immer schwarzen Tee, Kiloweise in türkischen Lebensmittelgeschäften. Und die restlichen Kräuter kommen aus unserem Garten oder werden auch wild gesammelt. Das sind dann Kamille, Salbei, Lindenblüten, Drachenkopf, Holunderblüten, Himbeer- und Brombeerblätter, Ysop, Pfefferminze und Mädesüß. Dazu kaufen wir dann noch Sachen wie Zimtstangen und Anis.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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