Bursitis nur mit einer Operation in den Griff zu bekommen?

vom 21.05.2013, 12:42 Uhr

Im Schultergelenk meines Onkels wurde eine Bursitis (Schleimbeutelentzündung) festgestellt. Er hat nun seit ein paar Tagen einen Salbenverband. Die Schulter ist fest fixiert. Die Schmerzen sind zwar besser geworden, aber eben noch nicht weg und der Arzt meinte, dass man dauerhaft nur durch eine Operation eine Bursitis in den Griff bekommt und die Schleimbeutel entfernt werden müssen.

Ich frage mich nun, wie das Gelenk denn ohne diese Schleimbeutel schmerzfrei werden kann. Die Schleimbeutel sind ja dafür da das Gelenk zu schmieren, damit es nicht aneinander reibt. Für irgendwas müssen die Schleimbeutel ja gut sein und kann man wirklich nur mit einer Operation dauerhaft die Schmerzen los werden? Welche Erfahrung habt ihr mit einer Schleimbeutelentzündung gemacht?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Bei solchen Schleimbeutelentzündungen muss man eins festhalten: Sie sind mehr oder weniger alle konservativ in den Griff zu kriegen, allerdings ist der Heilungsprozess langwierig und man darf nicht hoffen, dass aufgrund einer Salbe und einer einwöchigen Krankengymnastik die Entzündung innerhalb von wenigen Tagen abklingt. Das Schultergelenk ist nämlich insbesondere im Alter nahezu prädisponiert Beschwerden hervorzurufen, weil es in erster Linie ein muskelgeführtes Gelenk ist, das mit sogenannten Bursae ausgestattet ist. Eine Bursitis muss nicht zwangsläufig operativ behandelt werden, mögliche konservative Behandlunsansätze, die in >90% der Fälle erfolgreich sind, sind beispielsweise Krankengymnastik, Wärme- bzw. Kältetherapie (je nach Entzündungsaktivität: akute Schmerzen eher mit Kälte, abgeklungene, dumpfe Schmerzen eher mit Wärme), Injektionstherapie mit Cortisol, Nicht-Steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen/Diclofenac (PPI nicht vergessen!) oder Kryotherapie.

Was auch noch erwähnt werden sollte, ist, dass die Fixierung des Schultergelenkes nicht länger als 10-14 Tage erfolgen sollte: Denn die Schulter muss ständig bewegt werden, ansonsten ist eine Schultersteife unumgänglich und die Therapie davon ist noch langwieriger als eine Schleimbeutelentzündung - wobei sich die meisten Orthopäden hier ebenfalls einfach machen und einen operativen Eingriff vorschlagen. Da würde ich noch einmal den behandelnden Arzt fragen, wie lange die Schulter denn noch fixiert werden soll.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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