Was tun zur Krebsvorsorge wenn nahe Verwandte Krebs hatten?

vom 08.05.2013, 08:14 Uhr

Im Normalfall gibt es einen Katalog der Krankenkassen, ab welchem Alter welche Krebs-Vorsorgeuntersuchungen übernommen werden. Ädert sich etwas an diesem Zeitplan, wenn so nahe Verwandte wie Eltern oder Geschwister bereits an Krebs erkrankt sind oder waren? Vom meinem laienhaften Verständnis aus ist dann doch sicher bei vielen Krebsarten für diesen Personenkreis auch ein erhöhtes Risiko gegeben, oder? Wenn das Auswirkungen hat, ändern sich da die Zeiträume bei allen Krebserkrankungen oder nur bei den Krebsarten, die ähnliche derer sind, die der Verwandte hatte?

Wie erfährt man das, was ein bestimmter Krebsfall in der eigenen Familie für einen bedeutet? An welche Ärzte sollte man sich wenden? Wo kann man sich sonst noch über diese Fragen informieren, wenn man alles sinnvolle was möglich ist tun möchte um den Ausbruch einer Krebserkrankung in so einem Fall im eigenen Körper so früh wie möglich zu entdecken? Was würdet ihr in so einem Fall tun und womit habt ihr gute oder schlechte Erfahrungen gemacht?

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Wenn man durch die Familienanamnese, also die Krankheitsgeschichte der Blutsverwandten, ein erhöhtes Risiko hat, an einer gewissen Krebsart zu erkranken, ändert sich dieser Zeitplan. Dann übernimmt die Krankenkasse die Routineuntersuchungen auch schon in jüngeren Jahren und nicht erst ab dem Alter, bei dem es jedem zusteht. Dann sollte man je nachdem ein oder zwei Mal im Jahr diese Routineuntersuchung machen lassen.

Bei Brustkrebs kann man sich zusätzlich vorsorglich die Brüste entfernen lassen. Das ist ein sehr drastischer Schritt, den aber immer mehr junge Frauen wählen, wenn schon mehrere Frauen in ihrer Familie daran erkrankt sind. Die Brust kann auch sehr zeitnah durch Implantate wieder aufgebaut werden. Auch die Gebärmutter -sowohl bei Brustkrebsverdacht als auch Gebärmutterkrebs - kann man vorsorglich entfernen lassen. Ärzte machen das aber sehr ungern bei kinderlosen Frauen, weil die Chance auf Kinder damit natürlich vorbei ist.

Ansonsten würde ich bei der Ernährung mal schauen, was man verbessern kann. Ich halte die übermäßige Medikamentierung von Rindern und Schweinen in der Massentierhaltung für einen Faktor, der Krebs entstehen lässt. Zumindest begünstigt es ihn wahrscheinlich. Also weniger Fleisch oder Bio-Fleisch. Außerdem hilft Sport. Wenn der Körper fit ist, kann er den Krebs im Fall des Falles besser bekämpfen, eine Chemotherapie ist vielleicht ein ganz klein bisschen weniger anstrengend. Ich glaube, da gibt es einiges, um sein Risiko ein wenig einzudämmen.

Dann würde ich mir aber auch nicht allzu viel Sorgen machen. Wenn man die ganze Zeit Panik davor hat, setzt man seinen Körper ganz schönem Stress aus. Das kann ja auch nicht hilfreich sein. Einfach ein bisschen gesünder ernähren, das ist ja auch so ganz nützlich und zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen. Mit ständiger Angst, kann man sich sein Leben ganz schön versauen.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Meine Mutter starb an Lungenkrebs, da war ich 33 Jahre alt. Ob es sonst in der Familienanamnese Krebs gab ist leider unbekannt, da die Mutter meiner Mutter bereits im Kindbett verstarb. Somit sind Erkrankungen aus der Richtung nicht bekannt. Meine Mutter war sich auch nicht sicher, ob ihr Vater an Krebs gestorben ist. Meine Tante, die nur eine Halbschwester meiner Mutter ist, sagt aber, mein Großvater sei nicht an Krebs verstorben.

Ich habe mit 35 Jahren von der Krankenkasse mitgeteilt bekommen, dass mir ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre eine Hautkrebsuntersuchung zusteht. Die habe ich bei meiner Hausärztin machen lassen. Die fragte dann auch, ob es Krebs in der Familie gibt oder gab. Der Krebs meiner Mutter sei schon wichtig, meinte sie. Allerdings riet sie nie zu mehr Untersuchungen.

Ich denke, es kommt auch darauf an, an welcher Krebsart Verwandte verstorben sind. Bei meiner Mutter ist an sich fast klar, dass ihr Krebs ziemlich selbst verursacht war. Oder zumindest das Rauchen einen Großteil dazu beigetragen hat. Wobei ich aber auch denke, sie hat sicherlich auch irgendwie die Veranlagung gehabt. Aber hätte sie Brustkrebs gehabt, würde ich wahrscheinlich mehr Vorsorgeuntersuchungen bekommen. Mir stehen zur Zeit nur die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen zu.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



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