Verstopfung diagnostiziert - statt Aneurysma, möglich?
Nach Lesen
dieses Threads fiel etwas ein, was ich Ende der Woche gelesen hatte: Ein älterer Mann hatte schreckliche Bauchschmerzen und die Ehefrau rief den Notarzt. Dieser kam und meinte, er solle Abführmittel nehmen. Das tat der Mann. Statt besser wurde es immer schlimmer.
Die Ehefrau rief ein zweites Mal einen Notarzt. Jetzt kam ein anderer. Er untersuchte den Mann und nahm die Frau zur Seite und fragte nach einer Patientenverfügung. Dann starb der Mann. Der Arzt hatte ein Aneurysma vermutet.
In dem verlinkten Thread geht es auch um eine gestellte Diagnose ohne Untersuchung. In diesem Fall scheint der erste Notarzt auch nur sehr oberflächlich oder gar nicht untersucht zu haben. Der nächste Notarzt wollte ihn sicherlich ins Krankenhaus bringen lassen und hat deshalb nach der Patientenverfügung gefragt. So kann es leider auch mal gehen.
Die Ehefrau war vollständig fertig. Vielleicht hätte der Mann beim ersten Mal noch gerettet werden können. Denn wenn ein Aneurysma platzt, kann auch der beste Arzt kaum etwas machen. Man kann es aber frühzeitig durch Ultraschall entdecken im Bauch. Habt ihr Ähnliches schon gehört oder gelesen?
Cid hat geschrieben:Die Ehefrau war vollständig fertig. Vielleicht hätte der Mann beim ersten Mal noch gerettet werden können. Denn wenn ein Aneurysma platzt, kann auch der beste Arzt kaum etwas machen. Man kann es aber frühzeitig durch Ultraschall entdecken im Bauch. Habt ihr Ähnliches schon gehört oder gelesen?
Ja sicher hätte das sein können. Aber man darf auch nicht vergessen, dass ein Aneurysma der Bauchaorta in den allerseltensten Fällen tatsächlich für Bauchschmerzen verantwortlich ist. Das ist eine völlig exotische Differentialdiagnose. Zumal ein Aneurysma ja in der Regel nicht von jetzt auf gleich entsteht, sondern oftmals langsam immer größer wird. Plötzlich einsetzende Bauchschmerzen sind da eher schon ein Zeichen, dass es plötzlich geplatzt ist und da muss man sagen, dass es da schon oftmals ein Wunder ist überhaupt noch das Krankenhaus zu erreichen.
Sicher kann man jetzt stundenlang darüber philosophieren, wieso der eine Notarzt jetzt auf die Idee mit dem Aneurysma gekommen ist und daran würde ich das ganze jetzt auch nicht festmachen. Allerdings sollte man natürlich auch hinterfragen, warum der erste bei schrecklichen Bauchschmerzen, das ganze nicht weiter abgeklärt hat. Wobei es natürlich schwer bis unmöglich ist da jetzt ein Urteil fällen zu wollen ohne die Details zu kennen. Vielleicht wurde der ganze Fall beim ersten Besuch ja so geschildert, dass die Verstopfung tatsächlich recht plausibel war.
Ich finde es ein bisschen unfair dem Arzt Unfähigkeit vorzuwerfen. Man muss eben auch einen ersten Verdacht haben und auf die Schilderungen vertrauen. Wenn er dann nicht auf die Diagnose gekommen ist, ist das schade, aber was hätte das denn ändern sollen? In der Tat hat man erst dann Schmerzen, wenn es eigentlich schon fast zu spät ist und mit der Diagnose kann man auch nichts mehr machen, wenn der Patient erst mal über Schmerzen klagt. Man muss ja auch nicht immer vom Schwersten ausgehen und muss mehrere Sachen abklären. Bauchschmerzen ist ja nur ein Symptom und dafür können viele Sachen infrage kommen.
Selber habe ich noch nicht von so einem Fall gehört, denke aber auch, dass es eben sehr möglich ist, dass so etwas passiert. Wir alle sind nur Menschen und können nicht immer alles richtig machen. Dem Arzt kann man das ja nicht vorwerfen und retten hätte man den Mann sicherlich nicht können.
Cid hat geschrieben:Die Ehefrau war vollständig fertig. Vielleicht hätte der Mann beim ersten Mal noch gerettet werden können. Denn wenn ein Aneurysma platzt, kann auch der beste Arzt kaum etwas machen. Man kann es aber frühzeitig durch Ultraschall entdecken im Bauch. Habt ihr Ähnliches schon gehört oder gelesen?
Naja, ich sag mal so: Im Akutfall ein Aneurysma zu diagnostizieren, wäre in meinen Augen nahezu unmöglich, es sei denn beim Patienten ist eine Aortenektasie bekannt. Allein dieses Hintergrundwissen hätte vielleicht reichen können, um selbst den ersten Arzt auf die Verdachtsdiagnose Aneurysma zu lenken und so den Patienten sofort ins Krankenhaus einzuweisen. Vielmehr würde - wenn überhaupt - der Hausarzt infrage kommen, der sonographisch die Aorta hätte abchecken können, wie du es bereits erwähnt hast, dem Notarzt kann man da wenig Vorwürfe machen, wie ich finde.
Man hätte den Herrn vielleicht schon zum Ultraschall schicken können oder auch müssen, um auf Nummer sicher zu gehen. Natürlich kann der Notarzt nicht mal eben so ein Aneurysma diagnostizieren, aber Bauchschmerzen können ja nun mal viele Ursachen haben. Nur weil ältere Leute vielleicht häufiger Verstopfung haben, muss es das ja nicht zwangsläufig sein. Aber Ärzte sind eben auch nur Menschen und können Fehler machen.
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