Muss bei ständigem Paukenerguss zwingend operiert werden?
Meine Kleine ist drei Jahre alt und hat seit fast einem Jahr ständig einen Paukenerguss in beiden Ohren. Sie muss dann immer Schleimlöser nehmen und Nasenspray verwenden. Dann ist wieder mal für eine kurze Zeit Ruhe und es dauert ein paar Wochen und die Ohrenschmerzen sind wieder da. Wenn es ganz schlimm ist, dann ist das Mittelohr so sehr betroffen, dass es dick entzündet ist und sie muss wieder mal Antibiotikum nehmen.
Welche Behandlungsmöglichkeit gibt es noch bei Paukenerguss und muss zwingend operiert werden und Röhrchen eingesetzt werden oder kann man das auch anders therapieren?
In der Regel wird das Krankheitsbild symptomatisch behandelt bzw. kausal im Sinne von antibiotisch, sofern der Verdacht auf eine bakterielle Genese besteht. Im Normalfall legt sich das sogenannte Seromukotympanon (=Paukenerguss) dann auch wieder. Die oben angesprochene Therapie besteht in erster Linie aus abschwellendem Nasenspray, Schleimlöser und evtl. Wärmebehandlung - beispielsweise Einatmung von heißem Dampf, wobei das eher in Einzelfällen in Frage zu kommen scheint.
Die von dir angesprochene Methode der Drainage ist praktisch die letzte Möglichkeit, falls der Paukenerguss persistiert und irgendwann therapierefraktär ist. Ob das wirklich ein großer operativer Eingriff ist, weiß ich nicht, aber breite Anwendung findet sie dennoch - wohl auch relativ erfolgreich. An deiner Stelle würde ich den entsprechenden HNO-Arzt fragen, wie seine Erfahrung damit aussieht, ob dadurch der Paukenerguss mehr oder weniger komplett beseitigt wird, ob er noch andere Behandlungsmöglichkeiten kennt, wie die Datenlage dabei aussieht und ähnliches. Ehe allerdings seitens des Arztes eine Empfehlung für einen operativen Eingriff ausgesprochen wird, sollte man eine ausführliche Diagnostik betreiben und der Sache auf den Grund gehen. Mit einem Röhrchen kann vielleicht die Symptomatik gebessert werden durch besseren Druckausgleich und besseren Abfluss des Sekretes, aber ob die Ursache per se beseitigt wird, sei mal dahin gestellt.
Bei so einem langwierigen Paukenerguss mussten wir mit meinem ältesten Kind regelmäßig zur Kurzwellenbestrahlung auf das Ohr. Bei uns hat das leider nicht gewirkt, bei anderen Kindern soll das wohl eine Option sein.
Bei uns blieb dann nur die Operation. Der Ohrenarzt hat bei unserem Kind fest gestellt, dass die im Volksmund so genannten Polypen so groß sind, dass sie die Ohrbelüftung behindern. Also wurden diese entfernt und der Erguss aus dem Ohr durch das Trommelfell abgesaugt. Röhrchen hat mein Kind damals nicht bekommen. Und dank der entfernten Polypen war dann auch Schluss mit den dauernd entzündeten Ohren.
Letztlich ist das bei jedem Kind etwas anders gelagert. Ein guter behandelnder HNO wird schon etwas passendes für das jeweilige Kind empfehlen. Und wenn es um eine OP am Ohr geht, dann kommt man ohnehin nicht um eine Untersuchung beim HNO herum.
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