Begleitung der Kinder bis in den OP
Heute ist es ja meistens so, dass die Eltern kleiner Kinder mit ihren Kindern ins Krankenhaus gehen. Also ein Elternteil als Begleitperson, die dann auch dort schläft und somit immer bei dem Kind ist.
Nun werden Kinder ja auch mal operiert. Das dann auch eine Begleitperson mit im Krankenhaus ist, kann ich durchaus nachvollziehen. Aber bis zu welchem Punkt begleiten die Eltern ihr Kind dann? Denn ich las eben von einer empörten Mutter, die von einer Klinik, in der ihr Sohn geplant operiert werden soll. Sie bekam die Auskunft, dass sie als Mutter nicht mit in den Operationssaal darf und ist deshalb nun total sauer. Sie wollte bei ihrem Kind bleiben, bis das Kind seine Narkose erhalten hat und narkotisiert ist.
Ich habe mir da bisher nie Gedanken drum gemacht. Ich denke allerdings, ein Operationssaal sollte ja möglichst steril sein. Ich glaube kaum, dass sich die Mutter steril würde waschen wollen. Somit wäre ja auch das Risiko für das Kind größer. Oder sehe ich das falsch? Auf der anderen Seite kann ich natürlich verstehen, dass man sich schon Sorgen macht. Allerdings bekommen Kinder ja bereits vor der Narkose ein Mittel, welches sie betäubt und wahrscheinlich schlafen sie schon, bis sie im Operationssaal sind.
Wart ihr mit eurem Kind schon mal in einem Krankenhaus zu einer geplanten Operation? Bis wohin habt ihr das Kind begleiten dürfen? Könnt ihr die Bedenken der Mutter verstehen? Oder seht ihr das auch so, dass das Kind nach dem Beruhigungsmittel wahrscheinlich eh schon nicht mehr mitbekommt, ob die Mutter nun dabei ist oder nicht?
In den OP dürfen Begleitpersonen auf keinen Fall. Als meine Kinder operiert wurden, habe ich sie auch schon vorher übergeben. Meine Söhne hatte alle ein Phimose-OP im Alter von vier bis fünf Jahren. Ich hatte Glück, dass keiner von ihnen Angst hatte, sodass das alles überhaupt kein Problem war. Im Aufwachraum sind die Eltern wieder dabei. Das ist auch viel wichtiger, da das Aufwachen für viele Kinder nicht so schön ist, sondern offenbar unangenehm.
Natürlich könnte sich auch die Mutter steril waschen. Das dürfte nicht das Problem sein. Aber bei einigen Müttern oder bei komplizierteren OPs wäre die Gefahr zu hoch, dass die eine oder andere Mutter darauf besteht, die gesamte OP dabei bleiben zu dürfen. Und so was hat einfach keinen Platz in einem Operationssaal. Wenn das Kind in Narkose ist, sollte es keine Verzögerungen geben.
Man kann da nicht vom Idealfall ausgehen, dass jede Mutter, nachdem die Narkose eingesetzt hat, ruhig raus geht. Selbst Frauen, die vorher meinen, rational zu sein und dass sie so etwas nie tun würden, können in solchen Ausnahmesituationen ausflippen. Das ist vollkommen verständlich. Aber es ist für alle Beteiligten und vor allem für das Kind besser, wenn es auf dem Flur vor dem OP-Bereich stattfindet. Daher ist es besser, wenn sie zu keinem Zeitpunkt im Operationssaal drin ist.
Kinder werden von ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen auch solange begleitet, bis die Narkose wirkt. Wir hatten kürzlich im Umfeld eine Situation und das Kind wurde erst nach der Narkose von der Begleitung allein gelassen. Zum Aufwachen wiederum war das Kind auch von der Begleitung umgeben, aber die Aufwachsituation findet ja im Aufwachraum und nicht im Operationsaal statt.
Inwiefern die Person sich dann steril waschen musste oder ob nicht doch auch ein Kittel und Haube, als auch Schuhbedeckung gereicht haben, weiß ich nicht. Das wurde nicht gesagt. In erster Linie ging es darum, dass das Kind einfach nicht allein ist und es weiß, es hat jemand um sich herum.
Meine Kinder sind ja nun nicht mehr ganz so klein, so das sie wohl auch ohne meine Begleitung in den OP könnten, wobei ich mir auch sehr gut vorstellen kann, das es auch gar nicht realisierbar ist, weil im OP ist es ja auch sehr steril und die Ärzte machen dort ihren Job. Dabei würden besorgte Eltern womöglich eh nur stören. Ich würde es auch so händeln, das ich meine Kids dann vorher schon übergeben würde. Allerdings würde ich dann vor der OP und nach der OP bei meinen Kindern sein wollen, damit sie sich auch gut aufgehoben fühlen.
Meine Kinder sind auch nicht so ängstlich und beim Großen wäre es wahrscheinlich auch eher so, das er es nicht so prickelnd finden würde, wenn Mama oder Papa ständig bei ihm wären und womöglich noch mit im Krankenhaus übernachten würden. Ich würde es daher so handhaben, das ich zwar täglich hinfahren, aber ihnen dann auch einen gewissen Freiraum überlassen würde.
Ich kann jetzt nur aus der Sicht des "Kindes" sprechen. Bei mir beziehungsweise bei uns war es so, dass meine Mutter bis unten in den Keller, also bis vor den "Operations-Trakt" mit gehen durfte. Natürlich dürfen Normalsterbliche nicht ohne entsprechende hygienische Maßnahmen in den Operations-Saal, jedoch glaube ich ebenfalls, wie Bienenkönigin schon sagte, dass dies eigentlich nicht das größte Problem ist, sondern viel mehr, dass die Mutter einfach zu viel Platz im Saal weg nimmt, wobei jedoch sowieso immer die Gefahr besteht, dass die Mutter hysterisch wird und den Arbeitsfluss im Gesamten einfach nur behindert beziehungsweise stört. Um dies zu vermeiden wird konsequent beziehungsweise von Anfang an gesagt, dass keine Begleitpersonen mit in den Operations-Saal dürfen.
Dort bekommen dann die Kinder sowieso Beruhigungsmittel, sodass sich ihre Muskeln vor Nervosität nicht anspannen beziehungsweise die Herzfrequenz ins Unermessliche steigt. Soweit ich weiß bekommen teilweise sogar die Eltern beziehungsweise die "Begleitpersonen" solche Mittel, falls sie wirklich sehr nervös sind. Nachdem sie sich beruhigt haben, bekommen sie eine Atemmaske aufgesetzt, wonach einer der anwesenden Ärzte noch mit dem Kind spricht. Nach spätestens zehn Sekunden ist das Kind dann in der Narkose, im Regelfall jedoch schon nach vier Sekunden, sprich drei Mal tief einatmen und schon schläft man! ![]()
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